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Ermittlung und Beurteilung

Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass eine Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme einer Tätigkeit und nach dem Stand der Technik fachkundig durchgeführt wird.

Messung

Da die Messungen vor Ort ein umfangreiches Fachwissen und große Erfahrung verlangen, sind EMF-Messungen stets von fachkundigen Personen durchzuführen. Einige Anwender haben als Auflage ausreichende eigene Messgeräte vorzuhalten und bestimmte Messungen durchzuführen.

Hinweise zur Messstrategie elektromagnetischer Felder sowie ein Messprotokoll können nachfolgend entnommen werden.

Anlage 1: Messstrategie zur Messung elektromagnetischer Felder (PDF, 41 KB)

Anlage 2: Messprotokoll zur Messung elektromagnetischer Felder (PDF, 50 KB)

Zur Beurteilung der Gefährdung durch EMF sind erforderlichenfalls orientierende Messungen durchzuführen.

Nach größeren Reparaturen und/oder Änderungen der Betriebsparameter der Anlage sind die Messungen zu wiederholen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Messungen durch Berechnungen ersetzt werden, vgl. dazu auch DIN EN 50413 (Grundnorm zu Mess- und Berechnungsverfahren der Exposition von Personen in elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern).

Wie bei der Ermittlung einer möglichen Beeinflussung von Implantaten durch EMF vorzugehen ist, wird in der DGUV Information 203-043 (bisher BGI/GUV-I 5111) detailliert beschrieben. Schwellenwerte für EMF am Arbeitsplatz, deren Einhaltung die Sicherheit und die Gesundheit von Beschäftigten mit aktiven oder passiven Implantaten gewährleistet, sind im FB 451 angegeben und erläutert.

Auslöseschwellen und Expositionsgrenzwerte

Grenzwerte für die Exposition gegenüber EMF am Arbeitsplatz sind in der EMFV gesetzlich geregelt. Mit der EMFV wurde in Deutschland die Arbeitsschutz-Richtlinie 2013/35/EU in nationales Recht umgesetzt.

Um die Anwendung der EMFV in der betrieblichen Praxis zu erleichtern, wird die Verordnung durch Technische Regeln praxisorientiert konkretisiert werden. Technische Regeln zur EMFV werden derzeit vom Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS) erarbeitet, der das BMAS in Fragen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit EMF berät.

Für Anwender, die zuvor die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 15 (bisher BGV B11) bzw. die dazugehörige DGUV Regel 103-013 (bisher BGR B11) (2001) benutzt haben, wird der Übergang zur Anwendung der neuen EMFV bei der Beurteilung von EMF an Arbeitsplätzen unproblematisch sein.

Die Einhaltung der Auslöseschwellen nach Tabelle A2.7 und A2.8 EMFV sichert jedoch nicht zwangsläufig den Schutz von besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Zur Bewertung von Arbeitsplätzen besonders schutzbedürftiger Beschäftigter, siehe Unterabschnitt zu indirekten Wirkungen bzw. FB 451 [BMAS, 2015] DIN EN 50527-1 und DIN EN 50527-2-1.

Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgelegt, siehe auch „Empfehlung des Rates vom 12. Juli 1999 zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (0 bis 300 GHz)“.

Beurteilung der Exposition

Durch Gegenüberstellung der ermittelten EMF-Exposition bei Ausführung einer Tätigkeit mit den zulässigen Werten, z. B. nach Anhang 2 und 3 EMFV muss die Mess- oder Berechnungsunsicherheit berücksichtigt werden.

Nach EMFV sowie DGUV V 15 wird die Mess- oder Berechnungsunsicherheit mittels additivem Ansatz berücksichtigt, d. h., eine EMF-Exposition ist nur dann zulässig, wenn die ermittelte EMF-Exposition zzgl. der ermittelten Unsicherheit die zulässigen Werte nicht überschreiten.

Im IFA-Report der DGUV „Elektromagnetische Felder an Anlagen, Maschinen und Geräten“ (2011) werden neben der Erläuterung von Grundlagen, Regeln und Normen auch Hilfen für die Beurteilung der Exposition anhand von Praxisbeispielen angeführt.

Zur Beurteilung der Exposition von Arbeitnehmern an Arbeitsplätzen mit EMF dient die DIN EN 50499 (Verfahren für die Beurteilung der Exposition von Arbeitnehmern gegenüber elektromagnetischen Feldern).

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