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Grenzwerte, Beurteilungskriterien

Der Maßnahmenbedarf für die Gefährdungen durch Hautkontakt am Arbeitsplatz wird über das Gefährlichkeitspotenzial des Gefahrstoffs, seiner Wirkdauer und seiner Wirkfläche auf der Haut abgeleitet.

Das Gefährlichkeitspotenzial eines Gefahrstoffs für die Haut wird, wie bei der Beurteilung für das Einatmen, über seine Gefährlichkeitsgruppe abgeleitet. Die Bestimmung der Gefährlichkeitsgruppe erfolgt auch hier über die H- oder R-Sätze. Die hautrelevanten H- und R-Sätze werden fünf Gefährlichkeitsgruppen "HA" bis "HE" zugeordnet, wobei hier das Band "HA" für weniger kritische Stoffe und das Band "HE" für die kritischsten Stoffe steht.

Tabelle 3.3-1. Gefährlichkeitsgruppe Haut.

Tabelle 3.3-1. Gefährlichkeitsgruppe Haut

Hinweis: Ist dieser Stoff NICHT hautresorptiv, kann die Zuordnung zur Gefährlichkeitsgruppe entfallen. Stoffe mit Carrier-Effekt können auch nicht hautresorptive Stoffe durch die Haut transportieren. Beispiele hierfür sind Dimetlylsulfoxid (DMSO), N,N-Dimethylformamid (DMF) und Glykolverbindungen.

Ein Modul zur Ableitung der Gefährlichkeitsgruppe nach CLP-Verordnung ist schon jetzt auf der EMKG-Internetseite veröffentlicht. Die H-Sätze wurden den jeweiligen R-Sätzen in diesem Modul auf Grundlage der Umwandlungstabelle nach Anhang VII der CLP-Verordnung zugeordnet.

Wirkfläche

Es wird zwischen einer groß- und kleinflächigen Benetzung der Hautfläche unterschieden. Die Wirkfläche ist klein, wenn der Beschäftigte nur mit wenigen Spritzern kontaminiert ist. Eine große Wirkfläche liegt vor, wenn zum Beispiel die Hand benetzt ist.

Gerade bei der Bestimmung der Wirkfläche erschweren unterschiedliche Arbeitsweisen und das persönliche Verhalten die Abschätzung. Im Zweifelsfall wird von einer großen Wirkfläche ausgegangen. Schutzhandschuhe oder andere Persönliche Schutzausrüstung sind bei der Abschätzung außer Acht zu lassen.

Wirkdauer

Bei einer kurzen Wirkdauer ist der Hautkontakt unter 15 Minuten/Tag und bei einer langen Wirkdauer über 15 Minuten/Tag. Die Dauer des Hautkontaktes endet erst mit der Entfernung des Gefahrstoffs, zum Beispiel durch Abwaschen.