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Arbeitsschutzmaßnahmen

Ermittlung und Bewertung von Explosionsgefährdungen

Die Gefahrstoffverordnung fordert in § 6 den Arbeitgeber auf, zu ermitteln,

  • ob das Vorhandensein von Gefahrstoffen zu explosionsfähigen Atmosphären führen kann,
  • Zündquellen für diese explosionsgefährlichen Atmosphären existieren und
  • wie die Auswirkungen einer Explosion wären.

Damit sind die wesentlichen Pflichten zu Maßnahmen von der Betriebssicherheitsverordnung in die Gefahrstoffverordnung verschoben worden [7].

Des Weiteren sind die

  • ermittelten und bewerteten Explosionsgefährdungen,
  • die notwendigen Schutzmaßnahmen (Explosionsschutzkonzept),
  • die eingeteilten Zonen,
  • die Regelungen für Fremdfirmen und
  • die notwendigen Überprüfungen und Prüfungen nach Betriebssicherheitsverordnung

zu dokumentieren.

Die TRBS 1111 stellt die grundlegenden Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung auch hinsichtlich der Ermittlung und Bewertung von Explosionsgefährdungen.

Die TRBS 1201 enthält die grundlegenden Informationen und Anforderungen an alle Prüfungen, die im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) durchzuführen sind.

Die TRBS 1201 Teil 1 gilt für die Ermittlung und die Durchführung der besonderen Prüfungen zum Explosionsschutz an

  • überwachungsbedürftigen Anlagen nach § 1 Absatz 2 Nummer 3 BetrSichV,
  • anderen Arbeitsmitteln sowie Einrichtungen und Verbindungselementen auch außerhalb der explosionsgefährdeten Bereiche, sofern diese den explosionssicheren Betrieb der überwachungsbedürftigen Anlagen beeinflussen.

Nr. 3.3 Abs. 5 der TRGS 407 zeigt z. B. für Gase, welche Parameter der Arbeitgeber mindestens ermitteln und an den Hersteller weitergeben muss, um geeignete explosionsgeschützte Betriebsmittel zu beschaffen zu können.

Bewertung anhand technischer Regeln

Nummer 5 der TRBS 1201 Teil 1 befasst sich mit der Überprüfung der Explosionssicherheit von Arbeitsplätzen in explosionsgefährdeten Bereichen nach Anhang 1, Nr. 1.4 Abs. 3 Nr. 1 GefStoffV.

Die TRBS 1203 beschreibt die Anforderungen an befähigte Personen, die Prüfungen durchführen sollen. Dabei gehen die Anforderungen an befähigte Personen, die Prüfungen im Bereich des Explosionsschutzes durchführen, über die allgemeinen Anforderungen hinaus.

Die TRBS 2152/TRGS 720 gilt für die Beurteilung der Explosionsgefährdungen durch Stoffe, die gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden können und für die Auswahl und Durchführung geeigneter Schutzmaßnahmen. Diese Technische Regel gilt nicht für eine Beurteilung der Maßnahmen zum Vermeiden von Gefährdungen durch explosionsfähige Gemische unter anderen als atmosphärischen Bedingungen (erhöhter Druck, erhöhte Temperatur) oder mit anderem Reaktionspartner als Luft sowie Gefährdungen durch chemisch instabile Stoffe.

Die einschlägigen Explosionsschutz-Regeln sind mit hilfreichen Bemerkungen und Hinweisen an den erforderlichen Stellen versehen, die wertvolle zusätzliche Informationen enthalten. Die Hinweise beschreiben besondere Umstände, die der vertieften Behandlung durch den Anwender bedürfen. Die Bemerkungen dienen der näheren Erläuterung eines Sachverhalts. Die TRBS 2152 stellt zudem grundlegende Begriffsdefinitionen zur Verfügung.

Die TRBS 2152 Teil 1/TRGS 721 konkretisiert die Anforderungen an die Beurteilung von Explosionsgefährdungen durch explosionsfähige Atmosphären. Diese TRBS stellt die Grundlagen und die Beurteilungsmaßstäbe zur Verfügung, zu denen insbesondere auch die Berücksichtigung der dezidierten Eigenschaften der Stoffe gehört.

Die TRBS 2152 Teil 2/TRGS 722 greift den Ansatz des primären Explosionsschutzes auf, indem sie die Anforderungen zur Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre bereitstellt. Sie gilt sowohl für Arbeitsmittel als auch überwachungsbedürftige Anlagen; auch wenn in dieser Technischen Regel immer Bezug auf Anlagen und Anlagenteile genommen wird, erstreckt sich ihre Anwendung auf Arbeitsmittel und überwachungsbedürftige Anlagen.

Die einschlägige TRBS 2152 Teil 4 greift den Ansatz des tertiären Explosionsschutzes auf, indem sie die Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes beschreibt, die die Auswirkung einer Explosion auf ein unbedenkliches Maß beschränken.

Hierzu gehören:

  • explosionsfeste Bauweise,
  • Explosionsdruckentlastung,
  • Explosionsunterdrückung,
  • explosionstechnische Entkopplung (von Flammen und Druck).

Die Maßnahmen in dieser TRBS gelten hinsichtlich ihrer Anforderungen an die Beschaffenheit nur für Anlagen, Geräte und Ausrüstungen, die nicht Geräte und Schutzsysteme im Sinne der Explosionsschutzverordnung (11. ProdSV) sind. Sie definiert auch eine Vielzahl von Begriffen, die für den konstruktiven Explosionsschutz relevant sind und stellt die erforderlichen Maßnahmen zur Verfügung.

Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladung als Zündquelle beschreibt TRGS 727.