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Textbausteine für Prüflisten und Formblätter

Prüffragen

Anhand folgender Fragen kann ermittelt werden, ob am Arbeitsplatz erhöhte Gefährdungen vorliegen können.

Dabei gilt: Kann mindestens eine der Fragen mit "ja" beantwortet werden, sollte eine genaue Beurteilung der Brandgefährdungen durchführt werden. In diesem Fall kann eine erhöhte Brandgefährdung vorliegen.

  • Sind Gefahrstoffe mit einem der folgenden Gefahrenpiktogramme oder H-Sätzen im Betrieb vorhanden?

    Abbildung 5.1-2. Gefahrenpiktogramme und H-Sätze für physikalisch-chemische Gefahren nach CLP-Verordnung


    Abbildung 5.1-2. Gefahrenpiktogramme und H-Sätze für physikalisch-chemische Gefahren nach CLP-Verordnung
  • Sind Gefahrstoffe mit einem der Gefahrensymbolen oder R-Sätzen nach altem Recht im Betrieb vorhanden?

    Abbildung 5.1-3. Gefahrensymbole und R-Sätze für physikalisch-chemische Gefahren nach Stoffrichtlinie


    Abbildung 5.1-3. Gefahrensymbole und R-Sätze für physikalisch-chemische Gefahren nach Stoffrichtlinie
  • Werden nicht eingestufte brennbare Flüssigkeiten bei erhöhter Anwendungstemperatur oberhalb ihres Flammpunkts verwendet?
  • Sind Feststoffe, die erfahrungsgemäß brennbar sind, wie z. B. Papier, Holz, Polyethylen, Polystyrol sowie deren aufgewirbelte Stäube, vorhanden?
  • Geht von den vorhandenen Arbeitsstoffen im Betrieb eine Staubbelastung aus?
  • Werden Arbeitsstoffe im Betrieb mechanisch bearbeitet, zerkleinert oder auf Förderbändern transportiert (z. B. feiner Abrieb durch Förderbänder)?
  • Gibt es Arbeitsverfahren bei denen Flüssigkeiten fein versprüht werden und es zur Aerosolbildung kommt (z. B. Öle, Wasserlacke, brennbare Flüssigkeiten)?
  • Werden Gefahrstoffe verwendet, von denen bekannt ist, dass sie bei der vorhandenen Anwendungstemperatur zum Brennen neigen oder deren Stoff/Luft-Gemische explosionsfähig sind (z. B. Ammoniak, Chlor oder Sprühnebel von Heizöl)?
  • Werden Arbeitsverfahren angewendet, bei denen es zu gefährlichen chemischen Reaktionen kommen kann (z. B. beim Verdünnen von Salpeter- oder Flusssäure mit Wasser; bei der Ladung von Batterien (gefährliche Wasserstoffbildung) oder Tätigkeiten mit Ammoniumnitrat und ammoniumnitrathaltigen Düngemitteln.)?
  • Kann bei Tätigkeiten mit reinen halogenfreien Kohlenwasserstoffen nicht sichergestellt werden, dass der Unterschied der Oberflächentemperatur zu jedem Zeitpunkt 5 °C niedriger ist, als der Flammpunkt?
    Hinweis: Kohlenwasserstoffe bestehen nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Es gibt mehrere Untergruppen wie Alkane, Alkene, Alkine und Aromaten (z. B.: Methan, Butan, Hepten, Benzol, Toluol, Xylol).
  • Kann bei Tätigkeiten mit halogenfreien Kohlenwasserstoffgemischen nicht sichergestellt werden, dass der Unterschied der Oberflächentemperatur zu jedem Zeitpunkt 15 °C niedriger ist, als der Flammpunkt?

Kurzcheck zur Umsetzung der TRGS 800 (siehe dortige Anlage 3)

  • Liegt eine Beschreibung der Tätigkeit bzw. der Anlage und der örtlichen Situation vor?
  • Sind alle zu erwartenden Betriebszustände beurteilt?
  • Ist die Art der Verwendung der brennbaren oder oxidierenden Gefahrstoffe beschrieben?
  • Ist der zu beurteilende Bereich genau definiert (Abgrenzung zu anderen Bereichen)?
  • Stimmt die Nutzung des Raums / Gebäudes mit der baurechtlich genehmigten Nutzung überein?
  • Ist die Anzahl der Beschäftigten oder anderer Personen bekannt? Sind in der Mobilität oder Wahrnehmung eingeschränkte Personen anwesend?
  • Sind alle wirksamen Zündquellen ermittelt und bewertet?
  • Ist die Möglichkeit des Ersatzes des brennbaren oder oxidierenden Gefahrstoffs geprüft worden (Substitution)?
  • Ist der brennbare oder oxidierende Gefahrstoff nur in der erforderlichen Menge vorhanden?
  • Sind die Flucht- und Rettungswege (Länge, Anzahl) im Hinblick auf eine sichere Nutzung und eine Alarmierung zur Gebäuderäumung bewertet worden?
  • Sind zusätzliche Maßnahmen (z.B. Zugänglichkeit für die Feuerwehr, Löschmittelversorgung) für eine wirksame Brandbekämpfung erforderlich?
  • Sind auf Grund einer hohen Brandgefährdung zusätzlich Brandmeldeanlagen bzw. Löschanlagen erforderlich?
  • Sind auf Grund einer hohen Brandgefährdung zusätzliche Maßnahmen (z. B. Notstromversorgung) erforderlich?
  • Ist die Notwendigkeit zusätzlicher Qualifikationen und Unterweisungen der Mitarbeiter geprüft worden?
  • Ist die Notwendigkeit einer Zugangsbeschränkung für den beurteilten Bereich geprüft worden?
  • Ist die Notwendigkeit spezieller Arbeitskleidung geprüft worden?

Beispiele für Gefährdungen oder Mängel

  • ungeschützt gelagerte Gefahrstoffe
  • unkontrollierte Zündquellen / Defekte Arbeitsmittel
  • Nutzung von nicht stoffbeständigen Behältern
  • unsachgemäße Mischung von Gefahrstoffen (exotherme Reaktion)
  • Sauerstoffanreicherungen
  • Brandrauch
  • Hitzeeinwirkung
  • fehlendes Freigabeverfahren
  • fehlende Organisation für den Brandfall / Brandschutzordnung
  • fehlende Brandbekämpfungsmöglichkeiten
  • fehlende oder unzureichende Flucht- und Rettungswege
  • defekte Brandschutzeinrichtungen
  • Umgehung / Manipulation von Schutzeinrichtungen
  • Missachtung der allgemeinen Hygiene- und Organisationsmaßnahmen
  • unsachgemäße Entsorgung

Hilfestellung für Brandschutzmaßnahmen

EMKG als Hilfestellung

  • Schutzleitfaden 170– Allgemeine Brandschutzmaßnahmen
  • Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung und Schutzleitfäden zur Maßnahmenableitung finden sie im neuen EMKG Modul "Brand- und Explosionsgefährdung" auf der EMKG-Internetseite

Weitere Musterchecklisten

Hinweis: Eine Checkliste für die Beurteilung von Brandgefährdungen finden Sie beispielhaft (nicht vollständig) im Anhang "Gefährdungsbeurteilung einer Schreinerei, nur Brandgefährdungen".