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Arbeitsschutzmaßnahmen

1. Allgemeine Maßnahmen

Da Brände jederzeit entstehen können, müssen in allen Fällen grundlegende Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden. Zu diesen Brandschutzmaßnahmen gehören:

  1. Erfüllung der baurechtlichen Anforderungen
    Die Erfüllung baurechtlicher Vorschriften und der Vorgaben aus der Baugenehmigung sind Grundvoraussetzung für die Nutzung des Gebäudes. Auch bei innerbetrieblichen Veränderungen ist auf die Einhaltung der Vorgaben zu achten.
  2. Gestaltung und Betrieb der Arbeitsstätte nach der Arbeitsstättenverordnung (Lüftung, Beleuchtung)
    Die Arbeitsstätte muss den Mindestvorgaben der Arbeitsstättenverordnung und -richtlinie entsprechen. Das betrifft insbesondere auch die Belüftung und Beleuchtung, die Gestaltung der Flucht- und Rettungswege (Länge, Breite, Türen etc.), letztendlich muss auch die regelmäßige Reinigung und Instandhaltung erfolgen.
  3. Bereitstellung von Feuerlöschern
    Wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist, sollen Beschäftigte mit der Bekämpfung von Entstehungsbränden beginnen. Dazu soll sich mindestens ein geeigneter Feuerlöscher (z. B. DIN EN 3) in der Nähe befinden.
    Es können aber auch andere geeignete Löschgeräte eingesetzt werden. Die Wirksamkeit der Löschmittel kann anhand der sogenannten Brandklasse (definiert in der DIN EN 2) ermittelt werden. Diese teilt die Brände in fünf Klassen ein.

    Tab. 5.1–3. Brandklassen
    BrandklasseBeispiele für StoffeBeispiele für Feuerlöscher

    Piktogramm für Brandkasse A

    Brände von festen, Glut bildenden StoffenHolz, Pappe, Koks, duroplastischer KunststoffWasserlöscher, Schaumlöscher, Glutbrand-Pulverlöscher

    Piktogramm für Brandkasse B

    Brände von flüssigen oder flüssig werdenden StoffenBenzin, Alkohol, TeerSchaumlöscher, Kohlendioxidlöscher, Pulverlöscher

    Piktogramm für Brandkasse C

    Brände von GasenWasserstoff, PropanPulverlöscher

    Piktogramm für Brandkasse D

    Brände von MetallenAluminium, MagnesiumMetallbrand-Pulverlöscher

    Piktogramm für Brandkasse F

    Brände von Speiseölen, Speisefettenzum Beispiel in FriteusenFettbrandlöscher
  4. Verwendung geeigneter Geräte unter Berücksichtigung des Produktsicherheitsgesetzes sowie wiederkehrende Prüfung derselben
    Neben dem Baukörper müssen auch die eingesetzten Arbeitsmittel grundlegenden Anforderungen genügen. Diese ergeben sich oft aus Normen und anderen Regelwerken. Im Einzelfall müssen Sie jedoch auch bei der Beschaffung definiert werden. Baurecht Arbeitsstättenrecht Feuerlöscher Brandklassen Produkt- und Betriebssicherheit
  5. Organisatorische Maßnahmen nach § 10 Arbeitsschutzgesetz
    Zu den organisatorischen Maßnahmen gehört das Erstellen einer Brandschutzordnung, mindestens des Teils A nach DIN 14096. Dieser Teil muss auch ausgehängt werden. Wenn spezielle Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind, dann sind diese durch den Teil B der Brandschutzordnung zu beschreiben. Sollten bei größeren Betrieben auch Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben (z. B. Brandschutzbeauftragte, Räumungshelfer) bestellt sein, dann ist auch ein Teil C zu erstellen.
    Die Beschäftigten müssen entsprechend unterwiesen sein. In der Regel müssen darüber hinaus fünf Prozent der Beschäftigten in der Verwendung von Feuerlöschern geschult sein.
    Für die Fälle, in denen die Brandgefährdung nicht vorab beurteilt wurde, ist ein Freigabeverfahren ("Heißarbeitserlaubnis") einzuführen.

2. Besondere Brandschutzmaßnahmen bei erhöhter/hoher Brandgefährdung

Bei nicht nur normaler Brandgefahr sind weitergehende Brandschutzmaßnahmen erforderlich, die mit steigender Gefährdung an Komplexität zunehmen.

Diese beziehen sich auf die Schutzziele

  • Reduzierung der Brandgefährdung
  • Selbstrettung der Beschäftigten oder Anderer
  • Fremdrettung eingeschlossener und/oder verletzter Personen

3. Reduzierung der Brandgefährdung

Substitution/Minimierung

Die Reduzierung der Brandgefährdung kann erfolgen, indem brennbare und brandfördernde Stoffe ersetzt (substituiert) werden oder deren Menge reduziert wird. Oft können ungefährliche Stoffe eingesetzt oder zumindest kann deren Menge am Arbeitsplatz reduziert werden. Während der Tätigkeit sollten zusätzliche Objektabsaugungen die Emission an der Entstehungsstelle gering halten. Auch eine geeignete Umschließung z. B. in einem Sicherheitsschrank, während der Lagerung oder die Aufbewahrung ölgetränkter Putzlappen in einem dicht schließenden Behälter sowie die tägliche Beseitigung von Abfällen oder Staubablagerungen tragen zur Reduzierung der Brandgefährdung bei. Bei hoher Brandgefährdung können auch doppelwandige Behältersysteme mit automatischen Leckagedetektoren erforderlich werden.

Vermeidung der Entzündung

Die Gefährdung kann auch reduziert werden, indem die Brandentstehung vermieden wird. Dazu gehört die konsequente Vermeidung oder Sicherung von Zündquellen. Arbeitsmittel – insbesondere elektrische Geräte- sollten nicht zweckentfremdet und wiederkehrend geprüft werden. Das Verbot von Rauchen und offenen Feuer sollte selbstverständlich sein. Darüber hinaus können aber auch aufwendige Lösungen, wie messtechnische Überwachungen oder Absenkungen der Sauerstoffkonzentration realisiert werden.

Ausbreitungsbegrenzung

Ebenso kann die Brandgefährdung durch eine Begrenzung der Brand- und Rauchabschnitte verringert werden. Diese kann durch zusätzliche bauliche Maßnahmen, wie etwa in der Technischen Regel zur Lagerung von Gefahrstoffen gefordert, aber auch durch anlagentechnische Maßnahmen, wie Löschanlagen oder besonders dimensionierte Rauch- und Wärmeabzüge erfolgen.

4. Selbstrettung der Beschäftigten oder Anderer

Voraussetzung für die Selbstrettung ist die frühzeitige Warnung. Dazu gehört bei erhöhter Gefährdung oft auch die automatische Branderkennung, die bei hoher Gefährdung durch einen selbstständigen Räumungsalarm ergänzt werden kann.

Damit eine schnelle Räumung des Gebäudes erfolgen kann, sind die Fluchtwege zu verkürzen und die Beschäftigten auf der Grundlage des Flucht- und Rettungsplans zu schulen. Eine Übung der Räumungsabläufe gehört dann auch zu den Maßnahmen.

5. Fremdrettung eingeschlossener und/oder verletzter Personen

Grundsätzlich soll die Anzahl der Personen in gefährdeten Bereichen klein gehalten werden.

Durch eine Vollzähligkeitskontrolle an der Sammelstelle muss festgestellt werden können, ob noch Personen fehlen. Diese sind dann der Feuerwehr zu melden.

Für nur eingeschränkt fluchtfähige Beschäftige ist zu organisieren, wie sie im Räumungsfall, ggf. mit Unterstützung der anderen Anwesenden, zum Sammelplatz gelangen.

Wenn besondere betriebliche Gegebenheiten vorliegen, wie z. B. Arbeitsplätze in Besonderen Höhen, dann müssen ggf. auch zusätzliche Rettungsmittel vorgehalten werden.

Auch bauliche Unterstützungen, wie sichere Bereiche in Tunneln oder erhöhte Standfestigkeit, können in besonderen Fällen unterstützend erforderlich werden sowie eine zusätzliche unabhängige Löschwasserversorgung.