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Grenzwerte, Beurteilungskriterien

Hardware und Software sollten nach den folgenden Kriterien geprüft werden (siehe auch TRBS 1151):

Informationsaufnahme Hardware

Kriterien für die Aufnahme der erforderlichen Informationen:

  • Vorhandensein und Wahrnehmbarkeit von Signalen und Prozessmerkmalen, die kritische Situationen anzeigen - aber auf das notwendige Maß beschränken
  • sicherheitsrelevante Anzeigen, die eine hohe Aufmerksamkeit erfordern, im zentralen Blickfeld anordnen
  • Hörbarkeit beziehungsweise Sichtbarkeit von Informationen
  • Unterscheidbarkeit von Informationen
  • Verständlichkeit von Zeichen, Symbolen, Piktogrammen mit eindeutiger Codierung
  • Sinnfälligkeit zwischen Gestaltung der Informationsmittel und Inhalt der Information

(vergleiche DIN EN ISO 9241-12 und TRBS 1151)

Informationsaufnahme Software

Kriterien für die Aufnahme von Informationen durch die Software:

  • übersichtliche, strukturierte und informatorisch nicht überladene Masken
  • einheitliche Oberflächen für unterschiedliche Anwendungen
  • Verfügbarkeit aller für einen bestimmten Arbeitsschritt benötigten Informationen, ohne Masken/Anwendungen wechseln zu müssen
  • zuverlässige, zutreffende und verständliche Fehlermeldungen
  • aktuelle und fehlerfreie Daten
  • klare Systemmeldungen bzw. Systemzustände, ggf. mit -entwicklungen (Trendcharts)

(vergleiche DIN EN ISO 9241 Teile 12 bis 16 und 143)

Fehlertolerante, motorisch-unterstützende Software

Kriterien für fehlertolerante, motorisch-unterstützende Software:

  • Berücksichtigung der Leistungsgrenzen zur Informationsaufnahme
  • Priorisierung und Strukturierung von Meldungen
  • Gruppierung von Informationselementen
  • aufgabenangemessene und erwartungskonforme Bedienerführung (Menüführung, Maskenanordnung, Support, direkter Zugriff, Cursorpositionierung etc.)
  • fehlertolerante Eingabe (Support, Überprüfung, Korrektur)
  • Individualisierbarkeit der Anzeige (Schriftgröße, Zwischenspeicherung)
  • Möglichkeiten der Zwischenspeicherung
  • Möglichkeit des unmittelbaren Zugriffs auf häufig benötigte Masken
  • angemessene automatische Cursorpositionierung
  • kein umständlicher Wechsel zwischen unterschiedlichen Anwendungen

(vergleiche WCAG, DIN EN ISO 9241 Teile 110, 11 bis 20)

Anforderungen an Stellteile

Kriterien für reale und virtuelle Stellteile, die die Umsetzung der Information gewährleisten:

  • körperliche Fehlbelastung (Genauigkeit des Positionierens, Stellgeschwindigkeit, Kraftbetätigung und Zwangshaltung) wird vermieden
  • Benutzer erhält klare Rückmeldung über getätigte Eingaben (Mausklick, klar definierter Druckpunkt der Tastatur oder von Schaltern, eindeutiges Anzeigen des Aktivierungszustandes virtueller Stellteile)
  • Griffigkeit und Bedienbarkeit ggf. auch mit Handschuhen
  • Erwartungskonforme Funktion und Betätigungsrichtung von Stellteilen sowie zwischen der Bewegung von Stellteilen und korrespondierenden Anzeigen
  • Gruppierung der Anordnung, auch in Verbindung mit Anzeigeelementen
  • Erkennbarkeit der Stellgröße
  • unbeabsichtigte Betätigung wird vermieden beziehungsweise führt nicht zu irreversiblen Eingaben

(vergleiche DIN EN ISO 6682, DIN EN ISO 11064-5, DIN EN 894-3)

Störungen vermeiden / Beeinträchtigungen berücksichtigen

Faktoren, die die Informationsaufnahme und deren Verarbeitung beziehungsweise Umsetzung beeinträchtigen können, sind ebenfalls zu berücksichtigen (vergleiche [1], [2]), zum Beispiel:

  • Signalverdeckungen auf Grund ungünstiger Arbeitsumgebungsbedingungen wie Lärm, unzureichende Beleuchtung, Hitze, mechanische Schwingungen, austretende Dämpfe/Nebel, Witterungseinflüsse
  • Überangebot aufzunehmender Informationen
  • zeitliche Dichte der Informationsverarbeitung
  • Zwang zur Daueraufmerksamkeit
  • Monotonie durch einförmige Arbeitsbedingungen: Aufgabengestaltung, Akustik, Raumklima, Farben
  • besondere Bedingungen bei Abweichungen vom Normalbetrieb
  • Behinderung der Informationsübertragung und -umsetzung durch das Tragen von persönlichen Schutzausrüstungen, zum Beispiel

    • durch Handschuhe oder Schutzbekleidung erschwerte Betätigung von Stellteilen
    • durch Gesichtsschutz eingeschränkte Sicht
    • durch Tragen von Gehörschutz eingeschränktes Hören
  • eingeschränkte individuelle Leistungsvoraussetzungen, zum Beispiel

    • Schwerhörigkeit
    • altersbedingte Veränderungen des Sehvermögens ab dem 40. Lebensjahr und körperliche Belastbarkeit
  • eingeschränkte Kenntnisse bei Auszubildenden oder neueingestellten Beschäftigten.