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Art der Gefährdungen und ihre Wirkungen

Die Interaktionen zwischen den Beschäftigten und dem technischen System wird maßgeblich bestimmt durch die Gestaltung von Hard- und Software.

Darüber hinaus sind weitere Faktoren, z. B. Umgebungsbedingungen, Arbeitsorganisation, persönliche Schutzausrüstungen (z. B. hinsichtlich der Betätigung von Schaltelementen) und die jeweils gegebenen individuellen Kompetenzen, zu berücksichtigen.

Gefährdungen durch physische Belastung

Die Gestaltung und Anordnung der Ein- und Ausgabegeräte sowie der mechanischen Stellteile können zu einer körperlichen Zwangshaltung bei der Nutzung von Bildschirmgeräten und sonstigen technischen Systemen führen. Bei der Maschinen- und Anlagensteuerung über mechanischen Stellteilen können körperliche Belastungen durch erhöhte Kraftbetätigung auftreten. Bei handgehaltenen Bildschirmgeräten kommen zusätzliche Belastungen des Oberkörpers und seiner Gelenke durch die Haltearbeit und gleichzeitige Eingabe bzw. Informationserfassung hinzu (TEGTMEIER 2016). Die komprimierte Informationserfassung über Bildschirme stellt erhöhte Sehanforderungen an den Benutzer und kann somit zu einer stärkeren Belastung der Augen führen - insbesondere bei nicht optimalen Beleuchtungsbedingungen mit Blendungen und Reflexionen (OEHME et al. 2019).

Das Aufstellen mehrerer leistungsstarker Bildschirmgeräte kann eine erhöhte Wärme- und Lärmbelastung bedingen. Zusätzlich können Eingaben über Sprachsteuerungen sowie akustische Signale und Sprachausgaben den Lärmpegel erhöhen (BOCKELMANN et al. 2012).

Gefährdungen durch psychische Belastung

Ein zunehmender Automatisierungsgrad des Systems kann zur Unterforderung der Beschäftigten führen (JESCHKE 2017). Starre Vorgaben des Systems ohne Handlungsspielraum und geringe Transparenz können Monotonie-Empfindungen und bei Reizüberflutung Sättigungen bedingen (ROBELSKI 2016).

Umfangreiche, schlecht aufbereitete Informations- und Datenmengen sowie viele Signale mit mangelnder Benutzerführung begünstigen Reizüberflutungen und sonstige Überlastungen (STANTON et al. 2010, DGUV Information 215-450). Die damit ein-hergehenden Daueraufmerksamkeitsanforderungen können insbesondere Ermüdung und eine herabgesetzte Wachsamkeit bewirken (BOYER et al. 2015).

Gefährdungen durch Handlungsfehler

Wenn Informationen objektiv fehlen, übersehen bzw. überhört, verwechselt oder falsch wahrgenommen werden, kann dies sicherheitskritische Situationen hervorrufen. Kontrollelemente, die verwechselt, falsch oder unbeabsichtigt betätigt werden, können zusätzlich weitere Handlungsfehler begünstigen (LAFRENZ 2018). Schlechte Sicht-bedingungen z. B. zu Anzeigen oder zu überwachenden Objekten durch Verdeckungen sowie z. B. bei Interaktionen in Anlagen vor Ort auch Nebel etc. können ebenfalls die Sicherheit der Systemsteuerung beeinträchtigen. Psychische Belastungen tragen zusätzlich zu Handlungsfehlern bei (ROBELSKI 2016, STANTON et al. 2010, JESCHKE 2017).

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