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Welche psychosozialen Risiken können aus der Pandemie entstehen?

Untersuchungen, die empirisch gesicherte Aussagen zu den Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die psychische Belastung der Beschäftigten bei ihrer Arbeit erlauben, liegen gegenwärtig noch nicht vor. Unzweifelhaft ist jedoch, dass die Pandemie Veränderungen der Arbeitsbedingungen und Belastungssituation der Beschäftigten bewirkt, die auch mit psychosozialen Risiken für die Gesundheit einhergehen können.

In Betracht zu ziehen sind insbesondere

geänderter sozialer Umgang

  • Konflikte mit Kunden/Klienten aufgrund von Infektionsschutzgeboten, z. B. Abstandsregeln oder Mund-Nasen-Bedeckung
  • Einschränkungen der Kommunikation und Kooperation bei der Arbeit, z. B. infolge der verstärkten Umstellung von persönlicher Kommunikation auf Telefon- und Videokonferenzen
  • Ängste erkrankter oder risikoexponierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Stigmatisierung
  • Zusatzbelastungen durch pandemiebedingte Einschränkungen des Soziallebens und der Urlaubs- und Freizeitgestaltung

geänderte Arbeitszeit/-intensität

  • erhöhtes Arbeitsaufkommen bzw. erhöhte Arbeitsintensität in systemrelevanten Berufen
  • verlängerte Arbeitszeiten/Schichten bzw. Überstunden infolge erhöhten Arbeitsaufkommens in systemrelevanten Berufen

verstärkte Flexibilisierung/Digitalisierung

  • Erschwerung durch die Arbeit im Homeoffice, z. B. infolge eingeschränkter technischer Infrastruktur, eingeschränkter Kommunikation oder fehlender Arbeitsmittel im Homeoffice
  • Belastung durch den verstärkten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik bei der Arbeit ("Technostress")
  • Entgrenzung von Arbeit und Freizeit im Homeoffice

zusätzliche pandemiebedingte Erschwernis/Risiken

  • Erschwerung personenbezogener Dienstleistungen durch Abstandsgebote, das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung oder andere Infektionsschutzmaßnahmen
  • Ängste der Beschäftigten vor einer Infektion, vor Krankheit oder Quarantäne

zusätzliche private/familiäre Verpflichtungen

  • Zusatzbelastungen durch erhöhte Anforderungen an die Alltagsbewältigung, z. B. wegen Schul- oder Kitaschließung

befürchtete wirtschaftliche Folgen

  • Sorgen aufgrund von Kurzarbeit bzw. der damit verbundenen finanziellen Einschränkungen
  • Existenzängste aufgrund von pandemiebedingten Einschränkungen der Berufsausübung/Betriebstätigkeit (z. B. im Gastgewerbe und Kulturbereich)
  • Ängste der Beschäftigten vor Arbeitslosigkeit

Handlungshilfen:

BAuA Handlungsempfehlungen SARS-CoV-2

DGUV Fachbereich Gesundheit im Betrieb, Sachgebiet Psyche und Gesundheit in der Arbeitswelt. Psychische Belastung und Beanspruchung von Beschäftigten während der Coronavirus-Pandemie (FBGIB-005)

Dragano N, Diebig M, Faller G, Honings A, Hoven H, Lang J, Loerbroks A, Lunau T. Management psychischer Arbeitsbelastungen während der COVID-19 Pandemie.2021, Bremen: Kompetenznetz Public Health COVID-19 (PDF, 488 KB)

Weitere Informationen:
Allgemeine Informationen zu psychischer Belastung im Rahmen der "Offensive Psychische Gesundheit" finden Sie hier:
zu "Gefährdungsbeurteilung"
zu "Tätigkeitsspielraum"
zu "Pausen und Erholung"
zu "Arbeitsintensität"
zu "Arbeitszeit"
zu "Führung und Zusammenarbeit"
zu "Mensch und Technik"

Stand: 24.11.2021

FAQ-Nr.: 0071

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