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Warum muss unterwiesen werden und worauf ist in Zeiten einer Pandemie besonders zu achten?

Arbeitsschutzunterweisungen sind ein gesetzlich vorgeschriebenes Instrument der betrieblichen Prävention zu dem Sie als Arbeitgeber verpflichtet sind (§ 12 Arbeitsschutzgesetz).
Damit sich Beschäftigte sicher an ihrem Arbeitsplatz verhalten können, müssen sie die möglichen Gefährdungen und resultierenden Maßnahmen kennen. Darüber hinaus sollen sie den Zweck der Arbeitsschutzmaßnahmen erkennen und Eigenverantwortung für ihr gesundheitsgerechtes Verhalten übernehmen. Dies gilt auch für den betrieblichen Infektionsschutz, bei dem das Verhalten jedes/jeder Einzelnen wesentlich zum Erfolg oder Misserfolg der Maßnahmen beiträgt. Die allgemeinen Anforderungen an Unterweisungen gelten dabei unverändert weiter.

Wenn eine Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass für das zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz umzusetzen sind, müssen Sie alle Beschäftigten dazu unterweisen.

Die zusätzlichen Inhalte der Unterweisung leiten sich aus Ihrer aktualisierten Gefährdungsbeurteilung und Ihrem betrieblichen Maßnahmenkonzept ab. Orientierungspunkte hierfür sind insbesondere die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung und die diesen weiter konkretisierende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel sowie die BAuA Handlungsempfehlungen SARS-CoV-2.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV)

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

BAuA Handlungsempfehlungen SARS-CoV-2

Nach der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sind im Rahmen der Unterweisung die Beschäftigten auch über die Gesundheitsgefährdung bei der Erkrankung an der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) aufzuklären und über die Möglichkeit einer Schutzimpfung zu informieren.

Berücksichtigen Sie bei der Erstellung der Unterweisung ferner die von dem für Sie zuständigen Unfallversicherungsträger angebotenen branchenspezifischen Informationsmaterialien zum Infektionsschutz zu SARS-CoV-2:

www.dguv.de/de/praevention/corona/sonderseiten-corona/index.jsp

Lassen Sie sich bei der Erstellung der Unterweisung von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten unterstützen und stimmen Sie die Unterweisung mit dem Arbeitsschutzausschuss oder mit einem ggf. eingerichteten Koordinations-/Krisenstab ab. Berücksichtigen Sie auf der anderen Seite, dass Sie in Ihrer Rolle als Arbeitgeber die betrieblichen Akteure im Arbeitsschutz wo nötig bei der Umsetzung der zusätzlichen Maßnahmen unterstützen.

Nutzen Sie auch elektronische Kommunikationsmittel, um die Unterweisung durchzuführen. Wenn Unterweisungen als Präsenzveranstaltungen organisiert werden, beachten Sie das Abstandsgebot und die Hygieneregeln.

Achten Sie darauf, dass alle Beschäftigen unterwiesen worden sind und dokumentieren dies.
Sind in Ihrem Betrieb Leiharbeitnehmer tätig, so sind Sie als Entleiher auch für deren Unterweisung verantwortlich.
Im Falle von Fremdfirmen sind Sie verpflichtet, sich mit diesen zu den mit den Arbeiten verbundenen Gefahren und erforderlichen Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen abzustimmen. Für die Unterweisung ist grundsätzlich die Fremdfirma als Arbeitgeber ihrer eigenen Beschäftigten verantwortlich; Sie müssen sich aber vergewissern, dass die Beschäftigten entsprechende Anweisungen erhalten.

Die Regelungen und Schutzmaßnahmen müssen klar sein, so dass sie verständlich kommuniziert werden können. Vielfach sind es geänderte organisatorische Maßnahmen. Nur wenn sie von allen verstanden und verlässlich angewendet werden, sind sie in der Breite wirksam - das individuelle Verhalten (social compliance) ist von hoher Bedeutung für den Infektionsschutz. Nutzen Sie die in Ihrem Betrieb vorhandenen und bewährten Informations- und Kommunikationswege (Schwarzes Brett, Intranet, …), Hinweisschilder, Aushänge, Bodenmarkierungen etc.

Wiederholen Sie die Unterweisung erforderlichenfalls regelmäßig z. B., wenn Sie Fehlverhalten beobachten, und passen Sie die Unterweisung an sich verändernde Gefährdungssituationen an.

Stand: 24.11.2021

FAQ-Nr.: 0070

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