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Was ist bei der Einführung von Schicht­arbeit oder schichtarbeits­ähnlichen Arbeitszeit­modellen zu berücksichtigen?

Eine Schichtung der Arbeitszeiten über den Tagesverlauf kann helfen, die Anwesenheit vor Ort zu entzerren, sodass weniger Beschäftigte zur gleichen Zeit an der Arbeitsstätte anwesend sind und das Ansteckungsrisiko in der SARS-CoV-2-Epidemie reduziert wird. Zudem ermöglicht die Entzerrung Beschäftigten, die Betreuungssituation besser zu organisieren, wenn beispielsweise Eltern ihre Betreuungszeiten besser abstimmen können und durch den Wechsel in die Randzeiten eine ganztägige Betreuung gewährleistet werden kann.

Allerdings gilt es bei der Einsatzplanung von versetzten Arbeitszeiten bzw. schichtähnlicher Arbeitsgestaltung eine Reihe von Maßnahmen zu berücksichtigen:

  • Höchstarbeitszeiten einhalten: Eine Verlegung der Arbeitszeit in die Randzeiten sollte nicht mit einer Verlängerung der Arbeitszeit einhergehen. Die Dokumentation der Arbeitszeiten hilft, Beginn und Ende entsprechend einzuhalten.
    Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
    Empfehlungen zur Arbeitszeitgestaltung
  • Ruhezeiten berücksichtigen: Die Mindestruhezeiten von 11 Stunden sind gefährdet, wenn auf einen nach hinten versetzten Arbeitseinsatz ("Spätschicht", z. B. 14-22 Uhr) ein nach vorne versetzter Arbeitseinsatz ("Frühschicht", z. B. 6-14 Uhr) folgt. Bei einem späten Ende der Arbeit darf ein Arbeitseinsatz frühestens 11 Stunden später beginnen.
  • Randzeiten begrenzen: Arbeitszeiten sollten nicht grenzenlos nach vorne oder hinten verschoben werden. Nachts (also etwa im Zeitraum von 22 bis 6 Uhr) ist die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit stark reduziert, es besteht ein erhöhtes Fehler- und Unfallrisiko. Zusätzlich gibt es interindividuelle Unterschiede darin, zu welchen Zeiten Menschen produktiver sind. Idealerweise sollte nicht vor 6 Uhr begonnen werden und die Arbeit bis 20 Uhr abgeschlossen sein. Im besten Fall kann Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt werden, einen Schichttyp nach ihren individuellen Präferenzen wählen zu können
  • Rotation der Schichten: Wenn ein Wechsel zwischen vorgezogenen und nach hinten verschobenen Arbeitszeiten nicht vermeidbar ist, so sollte versucht werden, dass Spätschichten auf Frühschichten folgen und nicht umgekehrt. So ist der Freizeitblock zwischen den Arbeitseinsätzen deutlich größer. Auf Spätschichten sollten freie Tage folgen, im Idealfall zwei freie Tage im Block und am Wochenende. Einzelne freie Tage gilt es zu vermeiden.

Weiterführende Informationen:
BAuA-Seite zu Nacht- und Schichtarbeit
Broschüre "Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit"

Stand: 26.01.2021

FAQ-Nr.: 0055

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