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Was tun, wenn verlängerte Arbeitszeiten (Mehrarbeit) erforderlich sind?

In Einzelfällen erfordert es die COVID-19 Pandemie und ein damit einhergehender erhöhter Arbeitsanfall, dass Arbeitszeiten ausgedehnt werden müssen. Bevor jedoch individuelle Arbeitszeiten ausgedehnt werden, sollten zunächst stets arbeitsorganisatorische Maßnahmen geprüft werden. Ist eine Ausweitung der Arbeitszeit dennoch notwendig, sollte diese möglichst geringgehalten und auf mehrere Beschäftigte verteilt werden. Es gilt möglichst überlange Arbeitszeiten (10 und mehr Stunden pro Tag) an vielen aufeinanderfolgenden Tagen zu vermeiden und regelmäßige Ruhetage einzuplanen. Für die Erholung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit von Beschäftigten sind dabei mindestens zwei aufeinander folgende Ruhetage zu empfehlen.

Gerade vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie und den damit verbundenen Unsicherheiten hilft es außerdem, Arbeitszeiten möglichst planbar und vorhersehbar zu gestalten. Wo möglich sollten Arbeitszeiten und Pausenzeiten möglichst vorhersehbar sein, um Verlässlichkeit und Planbarkeit zu garantieren. Es gilt folglich bei der Dienstplangestaltung eine möglichst realistische Personalplanung zugrunde zu legen und mögliche Ausfälle einzuplanen.

Insbesondere in belastenden Situationen gilt es darüber hinaus gesetzliche Pausen (vgl. § 4 ArbZG) nicht zu vergessen und weitere Kurzpausen zu gewähren. Der Kunden- oder Patientinnenkontakt sollte in der Pause ausgeschlossen sein.

Ein Grundaspekt von Erholung ist, dass diese möglichst zeitnah zur Belastung erfolgen sollte. Neben einer systematischen Beobachtung der Belastungssituation der einzelnen Beschäftigten sollten deshalb zeitnahe Erholungsurlaube bei der Arbeitsplanung berücksichtigt werden.

Bei der Arbeit in der Nacht bzw. bei Arbeitsbeginn sehr früh am Morgen (vor 6 Uhr) ist die Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit aufgrund der chronobiologischen, circadianen Rhythmen herabgesetzt. Um eine Belastungskumulation zu vermeiden ist deshalb empfehlenswert, ausgeweitete Arbeitszeiten in den Nachtstunden zu vermeiden.

Mit zunehmender Dauer der Arbeitszeit nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab. Bei langen Arbeitszeiten nimmt so auch das Risiko für Fehler und Unfälle zu. Tätigkeiten, bei denen Fehler das Risiko für folgenschwere Konsequenzen für die Beschäftigten, aber auch für Dritte nach sich ziehen können, sollten deshalb nach der achten Stunde möglichst nicht mehr ausgeübt werden oder durch eine zusätzliche Fehlerabsicherung, technischer oder organisatorischer Art, abgesichert werden.

Für ein erfolgreiches Arbeitszeitmanagement und um kritische Überlastsituationen im Einzelfall sichtbar und damit vermeidbar zu machen, ist schließlich dringend anzuraten, Arbeitszeiten (insbesondere Beginn und Ende) systematisch zu dokumentieren - auch über die verpflichtete Dokumentation von Mehrarbeit (vgl. § 16 Abs. 2 ArbZG) hinaus.

Stand: 26.01.2021

FAQ-Nr.: 0051

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