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Welchen Beitrag kann UV-C-Strahlung zum Infektions­schutz leisten?

Was ist UV-C-Strahlung?
Ultraviolette (UV) Strahlung im Wellenlängenbereich zwischen 100 nm und 280 nm wird als UV-C-Strahlung bezeichnet. Sie ist für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar. UV-C-Strahlung kann bei Menschen zu akuten Entzündungen an Haut und Augen (Hornhaut- und Bindehautentzündung) führen sowie Langzeitschäden wie etwa Hautkrebs oder grauen Star verursachen.

Was ist UV-C-Desinfektion?
Seit Jahrzehnten wird UV-C-Strahlung, typischerweise mit einer Wellenlänge von 254 nm, erfolgreich z. B. zur Trinkwasseraufbereitung verwendet. Das Wirkprinzip beruht auf der Absorption von UV-C-Strahlung durch biologische Moleküle, wodurch irreparable Schäden im Erbgut von Bakterien, Pilzen und Viren entstehen. Diese Inaktivierung ist in Laborstudien hinreichend nachgewiesen. Aufgrund der Vielzahl an Umgebungs- und Betriebsbedingungen, die Einfluss auf die Wirksamkeit der UV-C-Entkeimung in der betrieblichen Praxis z. B. in raumluft-technischen Anlagen, mobilen Luftreinigungsgeräten oder auch in frei strahlenden Quellen haben können, ist keine allgemeingültige Aussage zur Praxistauglichkeit möglich. Arbeitsplatzbezogene Risiken werden im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und bewertet.

Was gilt beim Einsatz von UV-C-Strahlung am Arbeitsplatz?
UV-C-Strahlung am Arbeitsplatz stammt ausschließlich aus künstlichen Quellen. Arbeitgeber prüfen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, ob die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten bei der Arbeit auch im Hinblick auf zugängliche UV-C-Strahlung gewährleistet ist. Für entsprechende Expositionen gilt ein gesetzlich vorgeschriebener Tagesexpositionsgrenzwert (EGW) für effektive Bestrahlung von 30 Jm-2. Beim betrieblichen Einsatz von Technologien, die UV-C-Strahlung zur Verbesserung der Lufthygiene verwenden, gehört zur Gefährdungsbeurteilung auch deren Wirksamkeitsprüfung.

Eine messtechnische Überprüfung der Einhaltung des EGW kann nach den Technischen Regeln zu inkohärenter optischer Strahlung (TROS IOS) erfolgen. Ist eine Überschreitung des EGW nicht auszuschließen, müssen gemäß Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) Schutzmaßnahmen realisiert werden. Diese sind hierarchisch nach dem STOP-Prinzip (Substitution, Technische, Organisatorische und Persönliche Schutzmaßnahmen) umzusetzen. Als technische Schutzmaßnahme werden UV-C-Strahlungsquellen in der Regel komplett gekapselt (eingehaust). Ist UV-C-Strahlung zugänglich, etwa bei Wartungsarbeiten, sind geeignete organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen zu treffen. Als persönliche Schutzausrüstung müssen in der Regel Schutzkleidung und -handschuhe sowie Augenschutz zur Verfügung gestellt und getragen werden.

Von einer beabsichtigten UV-Desinfizierung menschlicher Haut ist abzusehen, es sei denn, die Anwendung ist medizinisch ausdrücklich erforderlich. Grundsätzlich ist die UV-Exposition aus künstlichen Quellen am Arbeitsplatz so gering wie möglich zu halten.

Was ist bei Ozonentstehung durch UV-C-Strahlung zu beachten?
Durch UVC-Strahlung mit Wellenlängen unterhalb von etwa 240 nm kann aus Luftsauerstoff das giftige Gas Ozon entstehen. Wegen dessen Reizwirkung und hohen chemischen Reaktivität mit Stoffen in der Raumluft darf Ozon beim Einsatz von UVC-Entkeimungsgeräten nicht in den Raum gelangen. Das gilt insbesondere, wenn Beschäftigte dort arbeiten. Technische Maßnahmen, z. B. die Verwendung speziell UV-absorbierender Glasummantelungen können die Entstehung von Ozon verhindern bzw. verringern.

Diskussion zum Einsatz ferner UV-C-Strahlung ("Far UVC")
Der Ausdruck "fernes UV-C" ist nicht einheitlich festgelegt, bezieht sich jedoch meistens auf Wellenlängen unterhalb von 254 nm, z. B. 222 nm oder 207 nm. Die geringere Eindringtiefe im Vergleich z. B. zu 254 nm führt vermehrt zu der Aussage, dass ferne UV-C Strahlung ungefährlich sei. Aufgrund der noch nicht hinreichend gesicherten wissenschaftlichen Datenlage ist eine belastbare Einschätzung der gesundheitlichen Risiken dieser kurzwelligen UVC-Strahlung derzeit nicht möglich. Daher rät die BAuA aktuell vom Einsatz solcher Produkte zur Hautdesinfektion ab. Medizinisch ausdrücklich notwendige Anwendungen sind von dieser Empfehlung ausgenommen

Links:
BAuA: Themenseite "Optische Strahlung"
BAuA: Technische Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (TROS)
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV)
BfS: Desinfektion mit UV-C-Strahlung
DGUV: FAQ Desinfektion mittels UV-C-Strahlung?
CIE: Position Statement on the Use of Ultraviolet (UV) Radiation to Manage the Risk of COVID-19 Transmission
BAuA: Infektionsschutz­gerechtes Lüften - Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie

Stand: 02.12.2021

FAQ-Nr.: 0040

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