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Welche Arbeitsschutz­maßnahmen bzw. Regelungen sind bei der Analyse von Abwasser­proben unter Berücksichtigung des Nachweises von SARS-CoV-2 zu beachten?

Hierzu hat der ad Hoc-AK COVID-19 des ABAS folgende Antwort verfasst:

Abwasser und Klärschlamm enthalten in der Regel auch humanpathogene Biostoffe der Risikogruppen 2 - 3**. Die Zusammensetzung und Konzentrationen der enthaltenen Mikroorganismen und Viren variieren herkunfts- und prozessbedingt stark. Tätigkeiten mit Abwasser fallen daher immer in den Geltungsbereich der Biostoffverordnung. Dem Anhang 2 der TRBA 220 kann eine nicht abschließende Liste über die im Abwasser vorkommenden Biostoffe entnommen werden. Darunter sind auch solche, die aerogen übertragen werden könnten.

Vor Aufnahme der Tätigkeiten mit Abwasser ist zur Vermeidung gesundheitlicher Gefährdungen für die Beschäftigten eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen gilt dabei die Reihenfolge technische Maßnahmen vor organisatorischen Maßnahmen vor persönlichen Maßnahmen (TOP). Oberstes Gebot ist immer die Vermeidung von Aerosolbildungen, soweit dies möglich ist.

Konkretisiert werden die Arbeitsschutzmaßnahmen für Untersuchungen von Abwasser in der TRBA 100 (Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien). Die Untersuchung von Abwasser zählt nach Biostoffverordnung zu den nicht gezielten Tätigkeiten. Regelmäßige und umfangreichere Tätigkeiten mit Abwasser und Klärschlamm sind nach TRBA 100 mindestens unter den Bedingungen der Schutzstufe 2 nach Nummer 5.3 durchzuführen. Alle Tätigkeiten, die zur Freisetzung von Biostoffen in die Luft führen könnten, z. B. das Öffnen von Probengefäßen oder das Zentrifugieren, sind daher im Arbeitsraum einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank der Klasse 2 bzw. mit aerosoldichten Zentrifugen durchzuführen. Insbesondere die Einhaltung der Maßnahmen zur Aerosolvermeidung bei Tätigkeiten mit Abwasser dienen auch dem Schutz vor möglicherweise vorhandenen infektiösen SARS-CoV-2. Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um einen Biostoff der Risikogruppe 3. Bei nicht gezielten Tätigkeiten kann jedoch unter den Bedingungen der Schutzstufe 2 gearbeitet werden. Hinweis: Maßnahmen, die insbesondere zum Inaktivieren von SARS-CoV-2 eingesetzt und empfohlen werden, führen nicht zwangsläufig zur Inaktivierung aller in den Abwasserproben vorhandenen humanpathogenen Biostoffen.

Bei der Untersuchung von Abwasserproben, bei denen ein erhöhter Gehalt an Biostoffen der Risikogruppe 3 wie z. B. SARS-CoV-2 zu erwarten ist (z. B. Krankenhausabwässer), ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen, ob zusätzliche Maßnahmen der Schutzstufe 3 berücksichtigt werden sollten.

Gezielte Tätigkeiten mit Biostoffen der Risikogruppe 3 wie z. B. SARS-CoV-2 sind nach den Vorgaben der Biostoffverordnung immer in Laboratorien der Schutzstufe 3 durchzuführen.

Stand: 31.01.2021

FAQ-Nr.: 0006

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