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Sichere Treppen

Empfehlungen für die Gestaltung und Nutzung

Im Gegensatz zu rein architektonischen oder sicherheitstechnischen Darstellungen setzen wir den Fokus auf nutzerfreundliche, bewegungsoptimale Treppen.

Abbildung eines Treppenhauses © Uwe Völkner, Fotoagentur FOX

Auf Treppen ereignen sich viele Unfälle, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause oder in der Freizeit.

Wo liegen die Ursachen?

Ist ein Unfall auf einer Treppe passiert, erbringt die herkömmliche Überprüfung der Treppe oftmals keine Anhaltspunkte für die Unfallursache. In einer detaillierten Untersuchung der BG für den Einzelhandel traf dies auf 82 Prozent der Treppen zu, auf denen sich Unfälle ereignet hatten. Die Stufen waren nicht verschmutzt, sie hatten keine schadhaften Stellen und die Konstruktions- und Bauvorschriften wurden eingehalten.
Wo keine technischen Mängel auffallen, schlussfolgert man gerne, dass die Unfallursache beim Nutzer liegen müsse. "Unachtsamkeit", "Ungeschick", "Unkonzentriertheit" lautet dann das Urteil.

"Sauber und intakt" heißt noch nicht "sicher"

Mit Sicherheit tragen auch Verhaltensfehler der Nutzer zum Unfallgeschehen auf Treppen bei. Aber: Wo eine Treppe im technischen Sinne als intakt angesehen wird, können sich dennoch schwerwiegende Gestaltungsmängel verbergen. So können etwa bauliche Parameter wie die Abmessungen von Stufen und Podesten oder die Beschaffenheit von Auftrittsflächen und Stufenkanten fehlerhaft sein. Ebenso können sogenannte Wahrnehmungsbedingungen (zum Beispiel Beleuchtung, Farbigkeit, Kennzeichnung) schlecht an die Bewegungssteuerung des Menschen angepasst werden.

Ungestörten Bewegungsrhythmus ermöglichen!

Treppensteigen ist von Kindesbeinen an gelernt. Es entsteht ein eingespielter Bewegungsrhythmus, der auf die eingangs erwähnten Treppenparameter eingestellt ist. Der automatisierte Ablauf bedeutet für die treppensteigende Person eine psychische Entlastung.
Das ist jedoch anders, wenn

  • sich Stufenhöhen im Verlauf der Treppe ändern,
  • die Stufenkanten kaum erkennbar sind,
  • Treppenende oder Podestanfang nicht rechtzeitig erfasst wurden,
  • die normale Schrittlänge nicht mit den Stufen- oder Podestmaßen zusammenpasst oder
  • Störgrößen (wie ungünstiges Schuhwerk, Tragen von Lasten, Hindernisse, abgestellte Gegenstände, ablenkende "Blickfänge") den Bewegungsfluss beeinträchtigen.

Trifft einer dieser Punkte zu, oder gleich mehrere, kommt es zu Unsicherheiten und zu Stürzen – trotz sauberer, intakter Stufen.
Daher gilt: Der ungestörte Bewegungsrhythmus benötigt die Passung zwischen dem Bewegungsprogramm des Menschen und den Bedingungen, die die Treppe bietet.