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Evidenzbasierte Arbeitsmedizin

Die Grundlage für arbeitsmedizinisches Handeln in der Praxis

In der Evidenzbasierten Medizin (EbM) werden medizinische Entscheidungen nicht allein auf Grundlage von Meinungen und Erfahrungen einzelner Experten getroffen, sondern es werden die Erkenntnisse aus der besten verfügbaren Evidenz der patientenorientierten Forschung mit einbezogen.

Evidenzbasierte Arbeitsmedizin © Uwe Völkner, Fotoagentur FOX

Kernelemente einer evidenzbasierten Entscheidungsfindung sind systematische Übersichtsarbeiten. In der klinischen Praxis der EbM werden zusätzlich zur klinischen Expertise und der wissenschaftlichen Evidenz auch die Präferenzen der Patienten beziehungsweise der Bürger oder Beschäftigten berücksichtigt.

Was ist Evidenzbasierte Arbeitsmedizin?

In der Evidenzbasierten Arbeitsmedizin (EbAM) werden die Prinzipien der evidenzbasierten Medizin auf Fragestellungen der arbeitsbezogenen Gesundheit angewendet. Dies beinhaltet beispielsweise auch die Wirksamkeitsprüfung von präventiven Angeboten, angefangen von arbeitsorganisatorischen Maßnahmen über betriebsärztliche Vorsorgeuntersuchungen bis hin zu Programmen, die die Wiedereingliederung (Return-to-Work) unterstützen.

Auch wenn experimentelle Forschungsdesigns der Goldstandard für die Untersuchung der Wirksamkeit therapeutischer, rehabilitativer oder präventiver Maßnahmen bleiben, ist die Evidenzbasierte Medizin nicht auf randomisierte, kontrollierte Studien und Metaanalysen begrenzt. Für die Untersuchung berufsbezogener gesundheitlicher Risikofaktoren nutzt man zum Beispiel idealerweise Kohortenstudien.

Darüber hinaus bieten sich insbesondere qualitative Forschungsmethoden an, um komplexe Wirkungszusammenhänge besser zu verstehen und zu beschreiben, warum welche Maßnahmen unter welchen Umständen wirken. Dies ist vor allem für den Transfer in die Praxis entscheidend. Die Evidenzbasierte (Arbeits-)Medizin beinhaltet somit die Suche nach der besten Evidenz unter Berücksichtigung des jeweils geeigneten Studiendesigns für die konkrete Fragestellung.

Praxistransfer von evidenzbasiertem Wissen

Für einen Transfer der evidenzbasierten Erkenntnisse in die Praxis gibt es je nach Zielgruppe unterschiedliche Formate. Für eine ausgewogene Information von Patienten, Bürgern oder Beschäftigten eignen sich beispielsweise evidenzbasierte Gesundheitsinformationen.

Um das Wissen als Orientierungs- und Entscheidungshilfe in der ärztlichen Praxis nutzbar zu machen, werden medizinische Leitlinien entwickelt. Für die Verbreitung von Konzepten und Methoden der EbM in Praxis, Lehre und Forschung setzt sich zudem das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) e.V. ein.

Die Anwendung und Weiterentwicklung evidenzbasierter Methoden in der Arbeitsmedizin ist auch ein wichtiger Arbeitsbereich der BAuA. Damit spiegeln sich die steigenden Anforderungen an evidenzbasierte Information und Entscheidungsfindung aus Wissenschaft, Politik und Fachöffentlichkeit im Arbeitsschutz wider.

Neben der Methodenentwicklung zum Themenbereich Evidenzbasierte Arbeitsmedizin erstellt die BAuA systematische Übersichtsarbeiten zu Schwerpunktthemen im Bereich Arbeit und Gesundheit und wirkt an der Erstellung von arbeitsmedizinischen Leitlinien mit.

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