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Auch Einfacharbeitende von psychischen Belastungen betroffen

Neuer Fokus nimmt Arbeitsbedingungen in der Einfacharbeit unter die Lupe

Ausgabe 15/22
Datum 9. Juni 2022

Dortmund - In vielen Branchen gibt es eine Vielzahl von Tätigkeiten, die keine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern, bzw. schnell erlernbar sind: die sogenannte Einfacharbeit. Physische und gesundheitsgefährdende Arbeitsbelastung sowie Monotonie sind charakteristisch für diese Arbeit. Allerdings ist aus dem aktuellen Forschungsstand nur wenig über die psychischen Arbeitsanforderungen bekannt. Zudem werden in der Forschung unterschiedliche Operationalisierungen verwendet, die mit Auswirkungen auf die Ergebnisse einhergehen. Der nun veröffentlichte baua Fokus "Einfacharbeit und Arbeitsbedingungen - Auswirkungen unterschiedlicher Operationalisierungen" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) evaluiert und ergänzt bestehende Erkenntnisse zur Einfacharbeit.

Der Bericht schafft einen Überblick über die in der Forschung verwendeten verschiedenen Operationalisierungen von Einfacharbeit, die sich sowohl auf die Ergebnisse zu physischen als auch psychischen Arbeitsbedingungen der Einfacharbeitenden auswirken. Auswertungen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 bestätigen die Differenz zwischen den Operationalisierungen, hinsichtlich der Soziodemografie, der Beschäftigungsmerkmale und der Arbeitsbedingungen der Einfacharbeitenden.

So unterscheiden sich beispielsweise die Anteile der Einfacharbeitenden stark voneinander. Je nach Operationalisierung liegen die Selbsteinschätzungen der Beschäftigten zwischen 8 und 40 Prozent. Ein Vergleich mit dem IAB-Betriebspanel 2019 zeigt einen auf Basis einer Fremdeinschätzung durch die Arbeitgeber berichteten Anteil von etwa 24 Prozent. Davon stark abweichende Anteile, wie der Anteil von rund 40 Prozent, bei dem fast jeder zweite Beschäftigte Einfacharbeit ausüben würde, erscheinen unrealistisch. Auch bei der Soziodemografie und den Beschäftigungsmerkmalen zeigen sich Unterschiede zwischen den Operationalisierungen. So ist ein eindeutiges soziodemografisches Profil der Einfacharbeit nicht erkennbar. In Einklang mit dem aktuellen Forschungsstand zeigen die Ergebnisse, dass Einfacharbeit überwiegend von Personen ausgeführt wird, die eine berufliche Ausbildung oder ein Studium absolviert haben.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das vorherrschende Bild der Einfacharbeit als körperlich anstrengende Tätigkeit nach wie vor zutrifft. Allerdings muss es um die psychischen Anforderungen erweitert bzw. korrigiert werden. So umfasst Einfacharbeit Tätigkeiten, die sowohl physisch als auch psychisch fordern.

Der baua: Fokus "Einfacharbeit und Arbeitsbedingungen - Auswirkungen unterschiedlicher Operationalisierungen" kann als PDF-Datei im Internetangebot der BAuA heruntergeladen werden www.baua.de/publikationen 

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 800 Beschäftigte.

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