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50 Jahre Ausschuss für Gefahrstoffe

Das Beratungsgremium des BMAS zur Gefahrstoffverordnung feiert Jubiläum

Ausgabe 13/22
Datum 11. Mai 2022

Dortmund - Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Ausschusses für Gefahrstoffe fand in Berlin die Festveranstaltung "50 Jahre AGS - die Arbeit des AGS im europäischen Kontext" statt. 

Lilian Tschan, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dankte den Mitgliedern des AGS und den vielen, in seinem Umfeld engagierten Personen für ihr ehrenamtliches Engagement und die langjährige, erfolgreiche Beratung des BMAS: "Wir schätzen Ihre fachliche Expertise außerordentlich und bauen auch für die Zukunft auf die kompetente fachliche Beratung des AGS bei Fragen des Gefahrstoffschutzes und der Chemikaliensicherheit."

Am 18. Januar 1972 konstituierte sich der Ausschuss für gefährliche Arbeitsstoffe als Vorläufer des jetzigen Ausschusses für Gefahrstoffe (AGS). Seit dieser Zeit berät der AGS das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Leitprinzipien des Handelns beim AGS sind die Sozialpartnerschaft und das Konsensprinzip. Diese Prinzipien kommen besonders bei der Konkretisierung der Gefahrstoffverordnung durch Technische Regeln zum Tragen, die im AGS in einem etablierten Verfahren erarbeitet und stetig weiterentwickelt werden.

Dabei arbeiten Experten aus allen Bereichen des Arbeitsschutzes zur Unterstützung der Betriebe zusammen. Themen und Regelungen waren und sind dabei z.B. Benzol oder Quarz- und Allgemeinstaub, Asbest und künstliche Mineralfasern, aber auch das Sicherheitsdatenblatt, die Gefährdungsbeurteilung, die Arbeitsplatzgrenzwerte oder das Risikokonzept für krebserzeugende Stoffe. Viele dieser Themen werden auch in die europäische Diskussion eingebracht, ganz aktuell z.B. die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) zu Schweißtechnischen Arbeiten oder Blei.

Auch in Diskussionen zur Schnittstelle REACH und Arbeitsschutz bringt sich der AGS aktiv ein. Die Fest-Veranstaltung am 10. Mai stellte die Arbeit des AGS deshalb in den europäischen Kontext. Dafür gibt es konkrete Anlässe: Zum einen gibt es mit der EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit im Rahmen des "Green Deal“ eine neue Initiative zur Verbesserung des Schutzniveaus für Mensch und Umwelt. Diese Initiative weitet den Einfluss von REACH noch stärker als bisher auf berufliche Anwender aus. In diesem Zusammenhang werden zahlreiche neue gesetzgeberische Aktivitäten auf EU-Ebene angestoßen. Diese haben unmittelbar Auswirkungen auf die nationalen Regelungen und die Schnittstelle zum Arbeitsschutz.

Zum anderen betrifft die EU-Chemikalienstrategie die aktuellen G7-Beratungen: Beim Thema Klimawandel gibt es Querverbindungen zur Chemikalienpolitik. Im Sinne einer "non toxic environment" sollen besonders besorgniserregende Stoffe möglichst nicht eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um krebserzeugende Metalle. Diese sind jedoch im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien und der erforderlichen Speichertechnologie zurzeit noch unabdingbar. Diese Themen stellte die Staatssekretärin des BMAS, Lilian Tschan, in ihren Grußworten in den Mittelpunkt.

In einer anschließenden Diskussionsrunde zwischen Vertretern des AGS, des BMAS und Stefan Olsson als Vertreter der Generaldirektion Beschäftigung der EU-Kommission ging es u.a. um die EU-Chemikalienstrategie. Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), moderierte die Podiumsdiskussion.

Die BAuA führt die Geschäfte des AGS, arbeitet fachlich mit und informiert umfassend über alle Arbeitsergebnisse des AGS www.baua.de/ags und seine TRGS www.baua.de/trgs.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 800 Beschäftigte. www.baua.de

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