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Arbeitsbedingtheit depressiver Störungen - Zur Bedeutung arbeitsbedingter Faktoren für das Auftreten depressiver Störungen

Workshop vom 1. Juli 2004 in Berlin

Seit einigen Jahren wird von einer allgemeinen Zunahme depressiver Störungen berichtet, teilweise wird sogar von einer neuen Volkskrankheit gesprochen. Laut Techniker Krankenkasse leidet inzwischen einer von zehn kranken Beschäftigten an psychischen Störungen, nach den Rückenschmerzen der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen. Es erhebt sich die Frage, in welcher Beziehung depressive Erkrankungen zur Arbeitstätigkeit stehen, ob sie lediglich im Kontext mit der Arbeit auftreten, arbeitsassoziiert oder unmittelbar arbeitsbedingt sind. Der Workshop "Zur Bedeutung arbeitsbedingter Faktoren für das Auftreten depressiver Störungen" sollte dem Ziel dienen, die arbeitsmedizinische Bedeutung dieser aktuellen Thematik aus den Blickwinkeln der verschiedenen Fachdisziplinen herauszuarbeiten. Gleichzeitig wurden Hinweise für weiteren Forschungsbedarf aus der Sicht von Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz erwartet. Der Workshop sollte nicht zuletzt einer Verständigung und Vernetzung zwischen den Experten aus den Fachgebieten Medizin, Psychologie, Soziologie und Rehabilitation dienen und gegebenenfalls deren Augenmerk auf den nicht zu unterschätzenden Einfluss von Arbeit auf die psychische Gesundheit richten.

Wichtige Voraussetzung für eine zielführende Diskussion waren Definition bzw. Diagnose der Depression. Der zu beobachtende inflationäre Gebrauch des Begriffs bei vorübergehenden Stimmungstiefs ist einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht dienlich.

Begriffliche Klarheit im Sinne der Unterscheidung zwischen vorübergehenden Stimmungstiefs und depressiven Episoden gemäß der Internationalen Klassifikation ICD 10 ist gefordert: die depressive Episode gemäß ICD 10 geht mit definierten psychischen Symptomen einher und wird häufig von zugehörigen körperlichen Symptomen begleitet. Typische Symptome sind danach beispielsweise eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit und Verminderung des Antriebs. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind beeinträchtigt.

Die in der Literatur angeführten Ursachen der Depression schließen arbeitsbezogene Faktoren, wie Fehlbelastungen, chronische Überlastung und Stress, wenig Licht und Bewegung, Angst vor Arbeitsplatzverlust zumindest als den Krankheitszustand verschlimmernde Faktoren ein. Offen bleiben jedoch Fragen über Wechselwirkungen von individueller Prädisposition und der Wirkung von arbeitsbedingtem chronischem Stress.

Erwartungsgemäß wurden die zahlreichen noch offenen Fragen in diesem Workshop nicht geklärt, die Beiträge aus den verschiedenen Fachdisziplinen vermitteln jedoch dem interessierten Leser einen nachhaltigen Eindruck über die dringliche Notwendigkeit der Erforschung und stärkeren Berücksichtigung des Faktors Arbeit bei Prävention, Therapie, Rehabilitation und Wiedereingliederung von Erwerbstätigen mit depressiven Störungen.

Bibliografische Angaben

Arbeitsbedingtheit depressiver Störungen - Zur Bedeutung arbeitsbedingter Faktoren für das Auftreten depressiver Störungen. Workshop vom 1. Juli 2004 in Berlin
1. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 2005. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Tagungsbericht, Tb 138)

ISBN: 3-86509-276-4, Seiten 76, Papier, PDF-Datei

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