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Schutzniveau von Maßnahmenkonzepten: Evaluierung anhand von empirischen Daten und durch probabilistische Modellierung

In dieser Arbeit wird mit Hilfe eines integrierten Evaluierungsverfahrens untersucht, ob die Control-Banding Vorgaben des Einfachen Maßnahmenkonzeptes Gefahrstoffe (EMKG) in der Praxis ein ausreichendes Schutzniveau bewirken. Ausgangspunkt hierfür ist die Bildung des Bewertungsindex (BWI), der den Quotienten aus Exposition und Grenzwert darstellt. Die Variabilität des BWI an Arbeitsplätzen wird durch entsprechende Häufigkeitsverteilungen abgebildet. Die hiermit korrespondierenden statistischen Kennwerte (Perzentile etc.) erlauben Rückschlüsse auf das erreichte Schutzniveau.

Als Datengrundlage für die Berechnung der BWI-Häufigkeitsverteilungen stehen im Wesentlichen die Ergebnisse (n = 732) von Branchenprojekten der BAuA aus den letzten 15 Jahren zur Verfügung. Welche Daten in die Evaluierung einfließen können, wird anhand der Kriterien Gefährlichkeitsgruppe, Freisetzungspotenzial und Maßnahmenlevel entschieden, die in ihrer Gesamtheit das "Control-Banding Szenario" festlegen. Lediglich für zwei Control-Banding Szenarien konnten Messwerte gefunden werden: Für das Control-Banding Szenario 'Gefährlichkeitsgruppe A, EPL3, CS1' liegen ausschließlich Messwerte (n = 220) zu Propan-2-ol aus Offsetdruckbetrieben vor. Nur etwa 0,4 % der BWI sind hier größer 1, so dass ein ausreichendes Schutzniveau vorzuliegen scheint.

Für das Szenario‚ Gefährlichkeitsgruppe B, EPL2, CS1' stehen Expositionsdaten zum Einsatz von Lösemitteln in Siebdruckbetrieben (n = 50), Optikerwerkstätten (n = 49) und im Bereich der Möbelherstellung (n = 13) zur Verfügung. Lediglich im Bereich der Möbelherstellung liegt ein BWI über 1. Insgesamt deutet dies auf ein ausreichendes Schutzniveau hin.

Mit Hilfe des Monte-Carlo-Verfahrens wird untersucht, ob sich die Häufigkeitsverteilungen der BWI mit Hilfe eines probabilistischen Ansatzes modellieren und somit ggf. verallgemeinern lassen. Als Modellinput dienen die gefitteten Häufigkeitsverteilungen der Arbeitsplatzgrenzwerte und Messwerte. Die Simulationsrechnungen zeigen, dass bei homogener und gering korrelierter Datenbasis (Messdaten aus einer Branche) die BWI-Verteilung durch die modellierte (RCR)-Verteilung gut reproduziert wird. Dagegen treten bei heterogener Datenbasis (gepoolte Daten aus verschiedenen Branchen) Abweichungen auf. Gleichwohl können bei heterogener Datenbasis die Simulationsergebnisse als generische Aussagen zum erreichbaren Schutzniveau interpretiert werden.

Bibliografische Angaben

M. Tischer, U. Poppek:
Schutzniveau von Maßnahmenkonzepten: Evaluierung anhand von empirischen Daten und durch probabilistische Modellierung. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2007. 
ISBN: 978-3-88261-072-7, Seiten 80, Projektnummer: F 1914, Papier, PDF-Datei

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