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Bewegung fördern und langes Sitzen am Arbeits­platz vermeiden

Workshop Gesundheits­gefährdung durch langes Sitzen am Arbeits­platz dokumentiert

Workshop "Gesundheits­gefährdung durch langes Sitzen am Arbeit­splatz" zeigte wissen­schaftliche Erkenntnisse und ausgewählte betriebliche Lösungs­ansätze auf.

Datum 31. Juli 2020

Bewegungsmangel sowie lange Sitzzeiten am Arbeitsplatz und in der Freizeit erhöhen das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels wie beispielsweise Diabetes. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veranstaltete gemeinsam mit der Charité Universitätsmedizin den Workshop "Gesundheitsgefährdung durch langes Sitzen am Arbeitsplatz". Der Workshop präsentierte wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigte ausgewählte betriebliche Lösungsansätze auf. Die Dokumentation, die in zwei Artikeln Ende Juli 2020 in der Zeitschrift "Das Gesundheitswesen" veröffentlicht wurde, steht jetzt im Internetangebot der BAuA zur Verfügung.

Immer mehr Menschen verbringen den größten Teil ihres Arbeitstages und ihrer Freizeit sedentär, das heißt lange sitzend, oft mit wenigen Unterbrechungen. Mit fortschreitender Digitalisierung werden sedentäre Arbeitsplätze weiter zunehmen. In den letzten Monaten hat die SARS-CoV2-Pandemie und der damit verbundene Rückzug in die eigenen vier Wände unsere Bewegungsmöglichkeiten zusätzlich eingeschränkt. Langes Sitzen kann nicht nur zu Beschwerden des Bewegungsapparats führen. Die damit verbundene körperliche Unterforderung erhöht auch das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes vom Typ II. Die Möglichkeiten der Prävention dieser Erkrankungen in der betrieblichen Praxis sind bisher nicht bzw. noch nicht ausreichend ausgeschöpft. In Teil 1 der Workshop-Dokumentation werden die wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gesundheitsgefährdung durch lange, wenig unterbrochene Sitzzeiten am Arbeitsplatz aufgezeigt. Wissenslücken gibt es vor allem zur Wirksamkeit unterschiedlicher Interventionsstrategien. Auch sind in diesem Zusammenhang Unterschiede zwischen Männern und Frauen unzureichend dokumentiert.

Der zweite Teil der Dokumentation stellt Lösungsansätze aus der betrieblichen Praxis vor. Sie sind in Deutschland aktuell stärker von Maßnahmen der Bewegungsförderung geprägt als von Maßnahmen, die darauf abzielen, langes Sitzen zu unterbrechen. Neben der Bewegungsförderung durch dynamische Arbeitsstationen werden zwei weitere Beispiele, die zu Bewegung am Arbeitsplatz auffordern, vorgestellt. Insgesamt erscheint es erfolgversprechend, wenn bei entsprechenden Maßnahmen Arbeitsgestaltung und Verhaltensprävention sowie die Ziele Bewegungsförderung und Sitzreduktion miteinander verbunden werden.

Entscheidungsträger erkennen zunehmend, dass im 21. Jahrhundert ein Trend hin zu körperlicher Unterforderung durch sedentäres Verhalten am Arbeitsplatz besteht, der die Gesundheit der Beschäftigten und der Bevölkerung generell gefährdet. Trotz Wissenslücken können und sollten wissenschaftsbasierte Entscheidungen zum Erhalt und der Förderung der Gesundheit der Beschäftigten in Politik und Praxis getroffen werden. In Deutschland können wir dabei von den guten Beispielen anderer Länder lernen.

Der Workshop fand im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes Sitting@work statt, das die Wirkung von Dauersitzen und körperlicher Inaktivität am Arbeitsplatz auf kardiometabolische Risikofaktoren und Endpunkte unter der Berücksichtigung gendersensibler Aspekte erforscht. Ergebnisse des BAuA-Projektbündels "Körperliche Inaktivität am Arbeitsplatz" gibt es ebenso wie die beiden Dokumentationen des Workshops "Gesundheitsgefährdung durch langes Sitzen am Arbeitsplatz" im Internetangebot der BAuA unter der Adresse www.baua.de/dok/8661026.

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