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In Gedenken und Anteilnahme: Hans-Jürgen Bieneck verstorben

Am Sonntag, den 7. Juli, verstarb Hans-Jürgen Bieneck, der ehemalige Präsident der BAuA im Alter von 75 Jahren.

Datum 10. Juli 2019

Hans-Jürgen Bieneck wurde am 21. Februar 1944 in Schlesien geboren und wuchs nach Flucht und Vertreibung in Niedersachsen auf. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst nahm er das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Berlin auf, das er 1972 mit dem Diplom abschloss.

Sein Engagement für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit begann als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der von Bundeskanzler Willy Brandt berufenen Kommission für wirtschaftlichen und sozialen Wandel im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA). Von dort wechselte er 1976 in die Unterabteilung Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin des damaligen BMA. Als Referatsleiter übernahm er 1991 die Aufgabenbereiche Arbeitssicherheitsgesetz, Arbeitswissenschaft, Forschung sowie die Fachaufsicht über die BAuA, zu deren Präsident er schließlich am 1. Februar 1999 ernannt wurde.

Die Gratwanderung zwischen Erneuern und Bewahren war während der ganzen Zeit das selbstgewählte Leitmotiv des Wirtschaftsingenieurs. Überholtes erneuern und Bewährtes erhalten waren demnach auch die Maximen, als Hans-Jürgen Bieneck als Referatsleiter im Bundesarbeitsministerium die Europäisierung des Arbeitsschutzes und die Öffnung des Ostblocks begleitete.

Die achtjährige Amtszeit Hans-Jürgen Bienecks als Präsident der BAuA war geprägt durch einen nachhaltigen Modernisierungsprozess. Der in mehreren Stufen verlaufende Prozess begann mit einer Neuorganisation der durch die Wiedervereinigung zusammengeführten Vorgängerinstitute in Ost und West. Darauf folgte eine Phase des Veränderungsmanagements, in der zahlreiche Modernisierungsbestrebungen umgesetzt wurden. In einer dritten Stufe ging es um die inhaltliche Profilierung der BAuA mit einer innovativen Fachstrategie. Mit dieser Neuausrichtung positionierte Hans-Jürgen Bieneck die BAuA als Berater und Wissensdienstleister im Bereich Sicherheit und Gesundheit.

Besonders hervorzuheben ist sein Engagement auf europäischer Ebene. So hatte Herr Bieneck von 2005 bis 2006 den Vorsitz für die erst 2003 gegründete "Partnership for European Research in Occupational Safety and Health" (PEROSH) inne, in der die BAuA bis heute aktiv ist. Auch die Zusammenarbeit mit der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat er sehr engagiert gefördert und begleitet.

Nach acht Jahren an der Spitze der BAuA und über 30 Jahren Tätigkeit für den Arbeitsschutz erhielt Hans-Jürgen Bieneck im Juli 2007 als scheidender Präsident seine Entlassungsurkunde aus der Hand des damaligen Bundesarbeitsministers Franz Müntefering. Zur Feierstunde in der Stahlhalle der DASA in Dortmund hatten sich damals über 300 Freunde, Mitarbeiter und Weggefährten eingefunden. Die große Idee von der Humanisierung der Arbeit zöge sich wie ein roter Faden durch das berufliche Engagement Bienecks, würdigte Franz Müntefering in seiner Laudatio den beruflichen Werdegang Hans-Jürgen Bienecks.

Die BAuA trauert mit der Familie, den Freunden und den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen um Hans-Jürgen Bieneck.