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Dokumentation der Fach­konferenz "Arbeits­intensivierung" online

Gesundheitsrisiken durch Mehrbelastung und Beschleunigung

Wird immer mehr und härter gearbeitet? Antworten gab es auf der Fachkonferenz "Arbeitsintensivierung", deren Dokumentation jetzt im Netz steht.

Datum 27. Juni 2019

Rund 150 Teilnehmer kamen am 13. Mai 2019 in den Hörsaal der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund. Gemeinsam mit dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hatte die BAuA zur Fachkonferenz "Arbeitsintensivierung" eingeladen. Einführende Referate machten deutlich, dass zurzeit kein wissenschaftlicher Konsens über den Begriff "Arbeitsintensität" besteht. Zugleich verdeutlichen Zahlen, darunter auch aus der aktuellen Betriebsrätebefragung des WSI, dass mehr und härter gearbeitet wird. Zugleich fühlen sich die Beschäftigten stärker belastet.

Aktuelle Zahlen aus der "Betriebsrätebefragung" des WSI präsentierte Dr. Elke Ahlers vom WSI, die sich mit der Arbeitsintensivierung als betrieblichem Handlungsfeld befasste. In der aktuellen Betriebsrätebefragung gab fast jeder fünfte Befragte (78 %) an, dass die Arbeitsintensität gestiegen sei. Mehr als die Hälfte (56 %) berichteten, dass die Arbeitszufriedenheit gesunken sei.

Insbesondere berichteten die Betriebsräte über mehr Arbeit (80 %), gesteigerte Leistungserwartung (76 %), Multitasking (74 %), komplexere, vielfältigere Aufgaben (71 %) oder auch verstärkte Abstimmung mit Kunden und Kollegen (66 %). Betroffen seien meist die Fachangestellten mit mittlerer Qualifikation in den Betrieben. Knapp 90 Prozent der Betriebsrätegaben an, dass Arbeitsintensität Gegenstand von Verhandlungen sei. Bei den Aktivitäten zur Begrenzung der Arbeitsmenge steht die Forderung nach mehr Personal an erster Stelle (83 %).

Dr. Nick Kratzer vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung in München ging auf Konzepte, Ursachen und Wirkungen von Arbeitsintensität ein. Arbeitsintensität entstehe durch das Verhältnis von Anforderungen wie die zu bewältigende Arbeitsmenge und Ressourcen wie die zur Verfügung stehende Zeit. Letztlich sei die Rationalisierung ein Treiber, der durch Flexibilisierung, Extensivierung und Intensivierung auch auf die Arbeitszeit wirke. Verfügbarkeit werde optimiert, es werde länger gearbeitet oder mehr Leistung in weniger Zeit erbracht.

In einer Podiumsdiskussion beleuchteten Experten das Thema Arbeitsintensivierung als betrieblichem Handlungsfeld. Anschließend teilten sich die Teilnehmer in fünf praxisnahe Panels auf, um sich mit verschiedenen Aspekten des Themas zu befassen. Dabei standen vor allem die Gefährdungsbeurteilung, die Mitwirkung bei der Organisation von Arbeitsmenge und Arbeitszeit auch über Betriebsvereinbarungen sowie die Gesundheitskompetenz der Beschäftigten und Führungskräfte im Fokus.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zu den Vorträgen gibt es unter www.boeckler.de/veranstaltung_118917.htm.