Why WAI? - Der Work Ability Index im Einsatz für Arbeitsfähigkeit und Prävention
Der Trend ist seit Jahren zu beobachten: Immer weniger Erwerbspersonen erreichen das reguläre Rentenalter in Beschäftigung. Die Ursachen dafür liegen zum einen in den arbeitsmarktpolitisch gesteuerten Übergängen in den Vorruhestand bzw. in die Altersteilzeit, zum anderen aber auch im vorzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit. Dabei sind insbesondere die Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauferkrankungen sowie Erkrankungen des Nervensystems dafür verantwortlich, dass der Arbeitsplatz immer häufiger mit dem vorzeitigen Ruhestand getauscht werden muss. Der Blick in die Statistik zeigt zudem, dass es sich dabei keineswegs um Einzelfälle handelt. So zählte der Verband der Rentenversicherungsträger am 31.12.2005 rund 1.650.000 Personen, die eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bzw. Berufsunfähigkeit bezogen.
Abgesehen von dem persönlichen Leid und dem Verlust an Lebensqualität, die sich hinter jedem Einzelfall verbergen - leisten können wir uns diese Verschwendung von Wissen, Erfahrungen und Kenntnissen bereits jetzt nicht mehr - und künftig noch viel weniger. Zumal das Problem ohne Gegensteuern immer größer wird, denn der Anteil der 45- bis 64-Jährigen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen wird im Zuge des demographischen Wandels weiter ansteigen - und gerade diese Altersgruppe ist erfahrungsgemäß besonders stark von Frühverrentung betroffen.
Unbestritten ist, dass durch verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen die Voraussetzungen für ein längeres Verbleiben von mehr Erwerbstätigen in Beschäftigung geschaffen werden können - und müssen. Schließlich gilt auch für Deutschland das beschäftigungspolitische Ziel der EU, wonach bis 2010 mindestens 50 % der 55- bis 64-Jährigen in "Lohn und Brot" stehen sollten. In diesem Zusammenhang werden von den Mitgliedsstaaten Initiativen gefordert, welche die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit dieser Altersgruppe fördern und verbessern.
Vor diesem Hintergrund ist der Work Abilitiy Index (WAI) ein sinnvolles Instrument, da mit seiner Hilfe sowohl die aktuelle als auch die künftige Arbeitsfähigkeit von älter werdenden Beschäftigten erfasst und bewertet werden kann. Ausgehend vom WAI können dann in einem nächsten Schritt konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingeleitet werden. In diesem Sinne fördern INQA und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Anwendung und Verbreitung des WAI. Ausdruck dieser Förderung ist das auf Initiative der BAuA und in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal gebildete nationale WAI-Netzwerk, das sich als kritische Plattform für aktive und potenzielle WAI-Anwender versteht. Dabei besteht eine wesentliche Aufgabe des Netzwerks darin, durch die Verbreitung fundierter Erkenntnisse und Informationen für eine sachgerechte Anwendung des WAI zu sorgen und damit gesicherte Grundlagen für Präventionsmaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Arbeitsfähigkeit zu schaffen.
Dazu möchte die vorliegende Broschüre einen Beitrag leisten. Sie stellt Projekte vor, welche die "WAI-Netzwerker" in Eigenverantwortung initiiert und durchgeführt haben. Ziel der Broschüre ist dabei, den WAI in der Praxis vorzustellen, Erfahrungen im Umgang mit dem WAI der Öffentlichkeit vorzustellen, und - last, but not least - zum Einsatz des WAI anzuregen und zu ermutigen.
3. Auflage. 2009.
ISBN: 978-3-88261-668-2, 132 Seiten, Papier, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 3 MB)
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