SIGMA: Screening-Instrument zur Bewertung und Gestaltung von Menschengerechten Arbeitstätigkeiten
- Autor(en):
- WINDEL, SALEWSKI-RENNER, HILGERS, ZIMOLONG
- Gestaltungsbezug:
- Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
- Analysetiefe:
- Screeningverfahren
- Jahr:
- 2002
- Quintessenz:
- Das Verfahren SIGMA basiert auf dem Belastungs-Beanspruchungs-Konzept von ROHMERT (1972), das in der DIN 33 405 enthalten ist. Danach wurden Gefährdungen im Sinne von Belastungen formuliert. Mit SIGMA soll ein Überblick über mögliche physikalische, psychomentale und psychosoziale Belastungen bei verschiedenartigen Arbeitstätigkeiten, z. B. im Büro, in der Produktion oder im Dienstleistungssektor, gewonnen werden. Dabei werden Informationen über die Arbeitstätigkeit, Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation und über besondere Anforderungen/spezifische Belastungen am Arbeitsplatz erhoben. Jeder dieser Hauptaspekte wird durch eine Reihe von Modulen repräsentiert, die je nach Fragestellung für die Arbeitsanalyse ausgewählt und zusammengestellt werden können. Die maximal 291 Merkmale sollen überwiegend mit Hilfe von Beobachtungen beurteilt werden, ergänzend kommen Befragungen zum Einsatz. SIGMA deckt innerbetriebliche Belastungspotentiale, z. B. durch Gefahrstoffe oder unzureichende Beleuchtung, auf und liefert wichtige Hinweise für die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsplätze. SIGMA ist vorwiegend für den Vergleich ähnlicher Arbeitsbereiche geeignet. Für den Einsatz von SIGMA ist eine Schulung erforderlich.
- Ziel(e):
- Gefährdungs- und Belastungsermittlung
- Methode(n) der Datengewinnung:
- Beobachtung, Beobachtungsinterview
- Merkmalbereich(e):
Arbeitstätigkeit, Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation, spezifische Belastungen
- Tätigkeitsklasse(n):
- universell
- Branche(n):
- universell
- Items:
291 (maximal)
- Durchführungszeit(en):
- unterschiedlich, je nach ausgewählten Modulen
- theoretische Fundierung:
Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, menschengerechte Arbeitsgestaltung
- Gütekriterien:
- Teilvalidierung vorhanden, weitere Bearbeitung
- Art:
Einzelverfahren (Module)
- Ansprechpartner:
-
Dr. Armin Windel
E-Mail: windel.armin@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
- Zugang:
Im Internet unter: www.baua.de/sigma
Windel, A., Salewski-Renner, M., Hilgers, S. & Zimolong, B (2002). Screening-Instrument zur Bewertung und Gestaltung von menschengerechten Arbeitstätigkeiten - SIGMA. Handbuch. Bochum: Ruhr Universität
- Beispiel-Items:
Arbeitstätigkeit: Abwechslungsreichtum
I-b-1: Die Hauptarbeitsaufgabe umfasst verschiedene Teiltätigkeiten.
I-b-3: Die Abfolge von Teiltätigkeiten wechselt an verschiedenen Arbeitstagen.Arbeitsumgebung: allgemeine Beschreibung:
II-a-9: Die Arbeitsumgebung ist hell und angenehm gestaltet.Arbeitsorganisation: allgemeine Arbeitszeitregelung
III-d-6: Am Wochenende muss nicht gearbeitet werden.besondere Anforderungen/spezifische Belastungen: Aufmerksamkeit/ Vigilanz/Monotonie:
IV-c-1: Die Arbeit erscheint eintönig.Alternatives Antwortformat: "trifft zu" oder "trifft nicht zu"
- Kosten:
- nur Schulungskosten
- Stichwörter:
- Arbeitsorganisation, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsumgebung, Belastungen, Gefährdungen, Gefährdungsbeurteilung, Gestaltung, Gesundheitsschutz, psychische Belastungen, Sicherheit
