Informationen zu SIGMA
Was ist SIGMA?
Die Abkürzung bedeutet "Screening-Instrument zur Bewertung und Gestaltung von menschengerechten Arbeitstätigkeiten". Das Instrument wurde im Auftrag des ehemaligen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie der Ruhr-Universität Bochum entwickelt.
SIGMA ist ein Verfahren zur Analyse und Dokumentation von Belastungen, die gesundheitsgefährdende Folgen nach sich ziehen können. Es lassen sich Arbeitstätigkeiten aus verschiedenartigen Anwendungsbereichen (z.B. im Büro, in der Produktion, in der Krankenpflege usw.) untersuchen. Mit SIGMA werden bestehende Probleme aufgedeckt, die aus den folgenden Bereichen stammen können:
- Arbeitstätigkeit
- Arbeitsumgebung
- Arbeitsorganisation
- Besondere Anforderungen / Spezifische Belastungen.
Wie arbeitet man mit SIGMA?
SIGMA enthält eine Reihe von Aussagen zur Arbeitsgestaltung, die dahingehend bewertet werden müssen, ob sie für den untersuchten Arbeitsplatz zutreffen oder nicht. Diese Bewertung basiert zu weiten Teilen auf einer Beobachtung der Stelleninhaberin/des Stelleninhabers bei der Arbeit. Ergänzende Informationen liefert ein kurzes Interview mit der Stelleninhaberin/dem Stelleninhaber sowie - sofern vorhanden - die Stellenbeschreibung. Subjektive Fragen, die vom Stelleninhaber beantwortet werden müssen, sind in kursiver Schrift dargestellt.
Wenn Belastungen in einem bestimmten Bereich vermutet werden, kann der entsprechende SIGMA-Hauptabschnitt einzeln bearbeitet werden. Im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung empfiehlt es sich jedoch, die Merkmale aller vier SIGMA-Hauptabschnitte zu bewerten.
Welche Ergebnisse erbringt SIGMA?
SIGMA verzichtet auf komplizierte statistische Berechnungen, so dass die Auswertung problemlos ist. Die Ergebnisse zeigen die Problembereiche der untersuchten Arbeitstätigkeit in Form von anschaulichen Grafiken und Profilen auf. Die zentralen Erkenntnisse werden anschließend in speziellen Formblättern dokumentiert. Sie bilden die Grundlage für die Ableitung von Gestaltungsmaßnahmen zur Optimierung der Arbeitsinhalte, der -umgebung oder -organisation. Hierzu enthält SIGMA einen Katalog, der die Auswahl von geeigneten und umsetzbaren Maßnahmen unterstützen kann. Dieser Maßnahmen-Katalog ist in der aktuellen downloadbaren Version von SIGMA allerdings nicht enthalten.
Wer kann mit SIGMA arbeiten?
SIGMA wird zur Zeit vor allem von Beamtinnen und Beamten der Staatlichen Ämter für Arbeitsschutz (frühere Gewerbeaufsicht) in NRW angewendet, für die das Instrument entwickelt wurde. Grundsätzlich ist das Verfahren jedoch für alle Personen geeignet, die Kenntnisse im Bereich der Arbeitswissenschaft/Arbeitspsychologie besitzen oder über praktische Erfahrungen im Bereich der betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsarbeit verfügen. Grundlage für den Einsatz sollte in jedem Fall mindestens eine dreitägige praxisorientierte Anwenderschulung sein. Sollte dies nicht möglich sein, bietet das SIGMA-Handbuch eine umfangreiche Einführung in das Thema.
Die angebotene Bewertung eines einzelnen Arbeitsplatzes (SIGMASingle.xls) ist zur eigenständigen Verwendung durch ArbeitplatzinhaberInnen und als Informationsquelle gedacht. Natürlich können aus den hier durchgeführten Analysen keine Rechtsansprüche auf Änderungen der Arbeitsbedingungen resultieren.
