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Effektivität der Prozessführung bei unterschiedlichen Oberflächen eines Prozessleitsystems

In komplexen Arbeitssystemen wie beispielsweise Prozessleitsystemen bestehen die Aufgaben der Operateure hauptsächlich in der Überwachung, Regelung und Steuerung von technischen Subsystemen. Mit zunehmender Automation verändern sich die Aufgaben der Operateure, so dass sie zunehmend Überwachungsaufgaben höherer Ordnung auszuführen haben, in dem sie die Überwachung der Leistung und der technischen Komponenten des Systems überwachen. Die eigentliche Aufgabe der Operateure in komplexen Systemen besteht somit in der Entdeckung von Abweichungen von Parametern in einem möglichst frühen Zustand und bevor sich die automatischen Sicherheitseinrichtungen des Systems einschalten. Diese Veränderung der Aufgaben führt zu veränderten Anforderungen bezüglich der Prognose zukünftigen Systemverhaltens bzw. Systemzuständen auf der Grundlage von aktuell verfügbaren Systemparametern und der eigenen Erfahrung mit dem System. Daraus ergibt sich die Fragestellung, wie die Mensch-Maschine-Interaktionsschnittstelle solcher komplexen Systeme gestaltet sein sollte, um sowohl die Operateurleistung als auch die Systemleistung und damit auch die Systemsicherheit zu optimieren. Daraus ergibt sich die Frage, ob unterschiedlich gestaltete Mensch-Maschine-Interaktionsschnittstellen, von solchen Lösungen, die ergonomische Gestaltungsprinzipien vollständig vernachlässigen bis zu denen, die wenigstens einige grundlegende ergonomische Überlegungen in sich vereinigen, Unterschiede bzgl. der Leistung der Operateure und/oder der Systemleistung und der Systemsicherheit erzeugen.

Um diese Fragestellung zu untersuchen, wurde eine experimentelle Laborstudie durchgeführt, in der ein kommerzielles Prozessleitsystem zur Simulation eines Destillationsprozesses eingesetzt wurde. Die Operateur- und Systemleistung wurde für unterschiedlich gestaltete Mensch-Maschine-Interaktionsschnittstellen analysiert.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Berücksichtigung ergonomischer Prinzipien in der Gestaltung der Interaktionsschnittstelle von Prozessleitsystemen die Effektivität der Prozessführung verbessert und zwar in Hinblick auf die technische Effektivität, die Effizienz der Operateure und die Systemsicherheit. Da die Effekte der unterschiedlich gestalteten Interaktionsschnittstelle besonders deutlich in sicherheitskritischen Systemzuständen ausfielen, sollten ergonomische Empfehlungen bei der Gestaltung der Interaktionsschnittstelle berücksichtigt werden, wobei die Gestaltung gerade auf eine Unterstützung der Operateure in sicherheitskritischen Systemzuständen ausgerichtet sein sollte.

 
I. Meyer:
Effektivität der Prozessführung bei unterschiedlichen Oberflächen eines Prozessleitsystems
1. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 2006. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht, Fb 1084)
ISBN: 978-3-86509-616-6, 240 Seiten, Preis: 5,00 EUR, Papier

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Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/GC/66, DM19/GC/66, D122/GC/66

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