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Sicherheit und Gesundheit im Rettungsdienst


Rettungsdienstpersonal gilt als besonders exponierte Gruppe für physische und psychische Belastungen. Erst seit 1989 ist der Beruf des "Rettungsassistenten" staatlich anerkannt, somit ist dieses Berufsbild noch relativ jung. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wurde diese Tätigkeit unter arbeitswissenschaftlichen Aspekten analysiert und die Belastungs- und Beanspruchungssituation des Rettungsdienstpersonals erfasst und beschrieben.

Im ersten Halbjahr 2004 wurden 382 Rettungsdienstmitarbeiter auf 22 Rettungswachen an vier Standorten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mittels eines standardisierten Fragebogens befragt. Die Rücklaufquote betrug mit 202 Fragebögen etwa 53%. Das Kollektiv setzte sich zusammen aus 163 Männern (33±10,5 Jahre) und 39 Frauen (25±4,5 Jahre). Ein Subkollektiv für weiterführende Untersuchungen bestand aus 96 Probanden (76 Männer, 20 Frauen), die an insgesamt 48 Tagen während ihrer Arbeit begleitet wurden.

Die Auswertung des Datenmaterials lässt auf eine hohe Arbeitszufriedenheit und eine hohe Bedeutung der Arbeit schließen. Allerdings wird trotz des geringen Durchschnittsalters und des positiven Work-Ability-Index (im Mittel 40,6 Punkte = gut) häufig über körperliche Beeinträchtigungen insbesondere im Nacken- und Schulterbereich (39,1% bzw. 32,7%) sowie im unteren Rücken und in den Knien (48,0% bzw. 24,8%) berichtet. Bei der Untersuchung des Subkollektivs wurden 116 Einsätze, davon 52 Krankentransporte (KT) und 64 Notfalltransporte (NT), dokumentiert. Während der Einsätze wurden an den je zwei Probanden pro Fahrzeug Herzfrequenzmessungen, Speichelcortisolmessungen und Arbeitsablaufanalysen durchgeführt. Herzfrequenzmessungen liegen für 104 NT und 84 KT vor. Der Anstieg der Herzfrequenz ist im Einsatzverlauf bei NT höher als bei KT (p<0,001). Für Geschlecht und Alter zeigten sich hierbei keine signifikanten Unterschiede.

Die häufig genannten Beschwerden im muskulo-skelettalen Bereich lassen auf einen ersten Ansatzpunkt für präventive Gestaltungsansätze (z. B. Arbeitstechniktraining) schließen. Im Hinblick auf zukünftige Erfordernisse ist weiter der (noch) geringe Anteil älterer und weiblicher Beschäftigter besonders mit zu berücksichtigen.

 
Hj. Gebhardt, A. Klußmann, P. Maßbeck, S. Topp, U. Steinberg:
Sicherheit und Gesundheit im Rettungsdienst. 
1. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 2006. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht, Fb 1068)
ISBN: 3-86509-480-5, 114 Seiten, Papier



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/MT/71, DM19/MT/71, D122/MT/71

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