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Mobbing Netzwerk Deutschland

Zum Anliegen

Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Beschwerden sind mittlerweile zu einer ernsten volkswirtschaftlichen Belastung geworden: Die Verluste durch Produktionsausfälle liegen neuesten Schätzungen zufolge bundesweit bei etwa 30 Milliarden Euro im Jahr. Vor diesem Hintergrund haben sich Unternehmen, Sozialpartner, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen und die Landesregierung am 20. Februar 2001 in der Gemeinschaftsinitiative Gesünder Arbeiten e. V. (GiGA) zusammengeschlossen. Die Gründung der GiGA wurde vom Minister für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie des Landes NRW, Harald Schartau, initiiert.

Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein modernes, ganzheitliches Verständnis von Arbeits- und Gesundheitsschutz verstärkt in der Öffentlichkeit zu verankern und in Betrieben umzusetzen. Mit Hilfe von Themenarbeit sowie mit Mitteln der PR und der Öffentlichkeitsarbeit will der Verein die Aufmerksamkeit der Unternehmen und der Beschäftigten auf einen präventiven und ganzheitlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz lenken.
Als Schwerpunkte für seine Arbeit wählte der Verein die Themen "Mobbing" und "Stress". Für diese Themen erarbeitete er jeweils Kampagnen, in denen folgende Instrumente eingesetzt werden:

  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit durch professionell gestaltete Infomaterialien,
  • Medienarbeit in Presse, Funk und Fernsehen,
  • Telefonischer Beratungsservice für Mobbing-Opfer durch die Mobbingline NRW,
  • Schaltung einer Hotline zu allen Fragen von Gesundheit & Job,
  • Aufbereitung von Informationspaketen für die Homepage der Initiative

Zeichnung: ein Mann schreit eine Frau an und wirft gleichzeitig mehrere Zettel in die Luft

Die Mobbing-Hotline: MobbingLine NRW

Die Erarbeitung einer Infobroschüre zum Thema Mobbing sowie Mobbing-Chats und Telefonaktionen unter der Beteiligung von Experten und mit Beteiligung des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Harald Schartau standen am Beginn der Kampagne. Sowohl die Chats als auch die Telefonaktionen machten die Dringlichkeit der Problematik und weiteren Handlungsbedarf deutlich. In der Folgezeit setzte sich GiGA daher verstärkt dafür ein, alle bestehenden Beratungsangebote im Bereich Mobbing zu vernetzen. Und im Februar 2002 gelang es dann die MobbingLine NRW zu gründen:

Die MobbingLine NRW ist eine Hotline, die Personen, die von Mobbing betroffen sind, von Montag bis Donnerstag zwischen 17:00 und 20:00 Uhr kontaktieren können. Sie erhalten dort eine qualifizierte Erstberatung sowie Hinweise zu weiteren Hilfsangeboten von Selbsthilfegruppen, Ärzten, Psychologen und Beratungsstellen.

Um die Qualität der Beratung zu garantieren, hatte die GiGA im Vorfeld zusammen mit ihren Partnern (Ev. Kirche im Rheinland und in Westfalen, die Bistümer Aachen und Essen, AOK, KomNet) ein Handbuch mit allen wichtigen Informationen für die Telefonberater erstellt. Begleitet wurde der Start der Mobbing-Hotline durch eine umfangreiche Pressearbeit.

Stress-Kampagne

Anders als beim Thema Mobbing liegt der Kampagne zum Thema Stress ein Präventions-Konzept zugrunde: Situationen, in denen Stress gesundheitsgefährdend ist, sollen künftig besser erkannt und vermieden werden. Im Rahmen der Kampagne erarbeitete GiGA Informationsmaterialen zu verschiedenen Themen und für verschiedene Zielgruppen:Die Informationsmaterialien "Gesünder arbeiten mit System" soll alle im Arbeitsschutz tätigen Personen dabei unterstützen, innerbetriebliche Abläufe mit Blick auf einen besseren Gesundheitsschutz zu optimieren. Ein anderer Infofolder informiert über die Risiken und Hintergründe mangelnder Benutzerfreundlichkeit von Software und soll auch das Prüfsiegel für benutzerfreundliche Software bekannt machen.Auf ihrer Homepage hat GiGA zudem einen Software-Test für Benutzer eingestellt.Und ebenfalls für die GiGA-Homepage hat der Verein verschiedene Informationsangebote zum Thema "Sitzgewohnheiten am Schreibtisch" erarbeitet.Ein weiterer Infofolder zum Thema Lärm in Schule, Beruf und Freizeit soll Jugendliche für dieses Thema sensibilisieren. Der Folder, der auch ein Poster enthält, wird zusammen mit einem Gewinnspiel angeboten, um der jugendlichen Zielgruppe gerecht zu werden. Für die Jugendlichen organisierte der Verein zudem eine Aktion mit prominenten Musikern, die für Hörschutz eintreten.

Schließlich arbeitet GiGA auf Veranstaltungen und Messen mit einem Aktionskünstler und einer Theatergruppe zusammen, die die Besucher mit Vorführungen für das Thema und seine Gefahren sensibilisieren sollen.

Best-Practice-Award

GiGA hat zudem einen "Best-Practice-Award" ausgeschrieben, der beispielhafte Praxisprojekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in kleinen und mittleren Unternehmen aus NRW prämiert. Im Rahmen eines Festaktes im Kongresszentrum des GiGA-Gründungsmitglieds Telekom AG wurde der "Best-Practice-Award" am 15. April 2002 in Bonn zum ersten Mal vergeben.

Evaluation

Um die Kampagnen zu evaluieren, werden verschiedene Indikatoren geprüft:

  • Kontaktaufnahme von Bürgern aufgrund von Zeitungsanzeigen
  • Internetzugriffe (Hits),
  • Anzahl der verteilten Informationsmaterialien und Plakate,
  • Eingegangene telefonische Anrufe,
  • Eingegangene e-mails,
  • Schriftliche Anfragen.

Der Erfolg ist bisher überzeugend: Alle geprüften Indikatoren zeigten eine außerordentlich große Resonanz in der Öffentlichkeit. Zudem belegen die in den vergangenen Monaten immer zahlreicher werdenden Anfragen von Medienvertretern und Unternehmen, die das Informationsmaterial der GiGA.