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Standardisierte Arbeitsverfahren

Standardisierte Arbeitsverfahren beschreiben die Gestaltung eines Arbeitsverfahren für eine Tätigkeit oder Branche. Liegt ein standardisiertes Arbeitsverfahren vor, so ist dieses der schnellste Weg zur Gefährdungsbeurteilung. Standardisierte Arbeitsverfahren sollen aktuell sein und sich auf die gültige Verfassung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) beziehen.

Standardisierte Arbeitsverfahren sind:

  • Stoff- oder tätigkeitsspezifische Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
  • verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) nach TRGS 420
  • Regeln und Informationen der Unfallversicherungsträger
  • Handlungsanleitungen zur guten Arbeitspraxis (Bundesländer, BAuA und weiteren Akteuren im Arbeitsschutz)
  • Mitgelieferte Gefährdungsbeurteilung

Stoff- oder tätigkeitsspezifische TRGS werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) erstellt und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bekannt gegeben. Eine besondere Form einer tätigkeitsspezifischen Hilfestellung sind verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK), die nach den Anforderungen der TRGS 420 erstellt werden können. VSK werden vom AGS geprüft und als Anlage zur TRGS 420 vom BMAS bekanntgegeben. Die TRGS sind bevorzugt anzuwenden, wird davon abgewichen, so ist dies in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren.

Wird die Gefährdungsbeurteilung mit Hilfe einer Technischen Regel durchgeführt und die dort beschriebenen Schutzmaßnahmen umgesetzt, sind die Vorgaben der GefStoffV eingehalten. Eine Überprüfung, ob die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten sind, ist nicht erforderlich. In der Gefährdungsbeurteilung ist zu dokumentieren, dass die beschriebenen Maßnahmen der TRGS umgesetzt sind.

Einen vergleichbar leichten Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung bieten branchenspezifischen Handlungsanleitungen von Berufsgenossenschaften, Ländern, BAuA und anderen Institutionen. Häufig sind die dort beschriebenen Schutzmaßnahmen durch Arbeitsplatzmessungen und detaillierten Erhebungen vor Ort validiert. Deshalb können Sie davon ausgehen, wenn

  • die Maßnahmenstufe 1 umgesetzt ist,
  • Ihre Tätigkeit der Beschreibung der Verwendung entspricht,
  • die Schutzmaßnahmen konkret sind und
  • die Qualitätskriterien des Anhang 2 der TRGS 400 erfüllt sind,

dass die Schutzmaßnahmen auf Ihre Tätigkeit übertragbar sind.

Es ist zu beachten, dass die Technischen Regeln und Handlungsanleitungen in einigen Fällen nur die Aufnahme durch das Einatmen abdecken. Die Belastung durch Hautkontakt bzw. Brand- und Explosionsgefährdungen sind dann zusätzlich zu betrachten. Hier können die entsprechenden EMKG-Module hilfreich sein. In der Regel decken Technische Regeln, VSK und Schutzmaßnahmenempfehlungen anderer Institutionen nicht alle Tätigkeiten im Betrieb ab. Diese Tätigkeiten können systematisch mit dem EMKG erfasst, beurteilt und einer Maßnahmenstufe zugeordnet werden.

Das EMKG in Kombination mit den Schutzleitfäden ist eine tätigkeitsspezifische Hilfestellung. Sind zusätzliche Schutzmaßnahmen der Maßnahmenstufe 2 oder 3 erforderlich, aber nicht umsetzbar oder existiert kein Schutzleitfaden, können andere branchenbezogene Gefahrstoff- oder Produktbewertungen eine qualifizierte Hilfestellung bieten.