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Bildschirm und Tastatur: Behalten Sie den Durchblick!

1. Einführung

Computer gehören nicht nur in Büros, sondern auch zu Hause immer häufiger zum selbstverständlichen (Arbeits-)Alltag. Ohne Rechnerunterstützung lassen sich Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen oder das Erstellen von Präsentationen heute kaum mehr vorstellen. Aber auch im Bereich der Information und Kommunikation hat der Einzug von Internet, E-Mail und Co. zu einer kleinen Revolution geführt, deren Konsequenzen freilich nicht immer als Segen erlebt werden. Weil der Computer immer mehr "kann", steigt auch die Verweildauer vor dem Bildschirm. Als Konsequenz haben viele Menschen den Eindruck, sich am Ende des Arbeitstages oder nach einem langen Internet-Abend die Augen "eckig geguckt" zu haben. So zählen Überbeanspruchung der Augen, die sich durch Brennen, Jucken und Rötungen äußern und mit unscharfem Sehen, Doppelbildern und Kopfschmerzen verbunden sein können, neben Beschwerden im Bereich des Muskel- und Skelettapparates zu den häufigsten Problemen bei Bildschirmarbeit.

Selbstverständlich sind regelmäßige Pausen wichtig, doch schon vor Beginn der Arbeit am Rechner sollte man darauf achten, dass die Hauptarbeitsmittel Bildschirm und Tastatur/Maus ergonomisch gestaltet sind. Die scheinbar immer schneller voranschreitende Entwicklung im PC-Bereich zeigt jedoch, dass es nicht immer leicht ist, bei der Vielzahl der angebotenen Hardware den Durchblick im Bereich der Ergonomie zu behalten (oder zu bekommen). Die nachfolgenden Ausführungen dienen daher zur Erläuterung der technischen Voraussetzungen sowie zur Beschreibung der ergonomischen Anforderungen an Bildschirmgeräte, um Probleme im Bereich des menschlichen visuellen Apparates zu vermeiden und auch auf Dauer "gesund" mit Monitor und Tastatur zu arbeiten.

Zunächst muss zwischen den beiden hauptsächlich verwendeten Typen von Bildschirmgeräten unterschieden werden. Den nach wie vor größten Verbreitungsgrad besitzen solche Geräte, die, wie herkömmliche Fernsehgeräte auch, nach dem Prinzip der sogenannten Kathodenstrahlröhre (CRT) funktionieren. Ihnen stehen solche Geräte gegenüber, die mit Liquid-Crystal-Displays (LCD) arbeiten und die in jüngerer Zeit vor allem aufgrund der positiven Preisentwicklung zu einer erwägenswerten Alternative zu den CRT-Geräten geworden sind. Aus ergonomischer Sicht werden an beide Gerätetypen grundsätzlich dieselben Kriterien angelegt. Da die Art der Bilderzeugung aber auf unterschiedlichen Techniken basiert, können die Anforderungen an die technische Umsetzung von einander abweichen. Nachfolgend werden die herkömmlichen CRT-Geräte beschrieben. Abweichende Anforderungen und Unterschiede der LCD-Bildschirme werden im Anschluss dargestellt.

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2. (Herkömmliche) Bildschirmgeräte mit CRT-Technologie

Bei herkömmlichen Bildschirmgeräten erzeugt eine Bildröhre das Monitorbild. Hierzu aktiviert ein Elektronenstrahl Leuchtpunkte auf einer Phosphorschicht, die auf der Innenseite der vorderen Glasscheibe aufgebracht wurde. Die Leuchtpunkte bestehen aus den drei Grundfarben Blau, Rot und Grün, woraus sich alle anderen Farben mischen lassen. Die folgenden Anforderungen werden an einen guten Bildschirm gestellt:

Zur optimalen Positionierung auf dem Arbeitstisch muss der Bildschirm dreh- und neigbar sein. Hierdurch lässt er sich an die individuellen Bedürfnisse und Eigenschaften der Benutzer anpassen. Die Drehbarkeit sollte ohne größeren Kraftaufwand ermöglicht werden. Die Neigbarkeit muss in einem Winkelbereich von 5 Grad nach vorne bis zu mindestens 20 Grad nach hinten möglich sein. Hierdurch werden zum einen ermüdende oder gesundheitsschädliche Körperhaltungen und zum anderen störende Reflexionen oder Spiegelungen vermieden.

Die Größe des Bildschirmes ist an die Arbeitsaufgabe angepasst, dass heißt alle zu erledigenden Anforderungen können leicht und ohne Umwege vorgenommen werden. Die Größe des Bildschirmes wird in Zoll angegeben, wobei diese von der effektiven Bildschirmdiagonale, dass heißt der tatsächlich nutzbaren Bildschirmfläche abweicht. Bildschirme mit einer Größe unterhalb von 15 Zoll sollten heute nicht mehr verwendet werden. Sofern die Hauptaufgabe in der Verarbeitung von Texten besteht, sind 15 Zoll ausreichend, empfehlenswert sind aber 17 Zoll große Monitore. Hier beträgt die effektive Bildschirmdiagonale 35 (15 Zoll) bzw. 38 cm (17 Zoll). Besteht die Tätigkeit auch in der Bearbeitung von Grafiken, im Extremfall sogar in der Anwendung von CAD, sollten 19 Zoll, besser jedoch 20- oder 21-Zoll-Bildschirme, Verwendung finden. Hier beträgt die effektive Bildschirmdiagonale bis zu 48 cm (21 Zoll).

Die Darstellung von dunklen Zeichen auf hellem Untergrund, die sogenannte Positivdarstellung, bietet eine bessere Anpassungsmöglichkeit der Augen an die Arbeitsumgebung. Sie sollte daher der Negativdarstellung (helle Zeichen auf dunklem Hintergrund) vorgezogen werden. Die Positivdarstellung entspricht auch der Darstellung von Zeichen auf Papiervorlagen und mindert im Vergleich zu einem dunklen Hintergrund eventuell vorhandene Restreflexionen oder Spiegelungen.

Der Bildschirm muss entspiegelt sein. Durch Reflexionen oder Spiegelungen erzeugte Blendungen verringern den Zeichenkontrast und verschlechtern die Erkennbarkeit der Zeichen. Der Benutzer versucht dies durch eine erhöhte Aufmerksamkeit zu kompensieren, die in der Folge allerdings mit einer Ermüdung verbunden sein kann. Die Entspiegelung des Bildschirmes kann zum einen durch ein Aufrauhen der Bildschirmoberfläche erreicht werden, zum anderen auch durch eine optische Vergütung, die sogenannte Lambda/4-Beschichtung, erreicht werden. Da aufgerauhte Oberflächen zumeist auch die Zeichenschärfe und den Kontrast verringern, sind Lambda/4-Beschichtungen zu bevorzugen.

Um eine hohe Zeichenschärfe zu gewährleisten ist eine Auflösung (angegeben in Zeilen x Spalten) von mindestens 800 x 600 Bildpunkten bei 15-Zoll-Bildschirmgeräten empfehlenswert. Bei 17-Zoll-Monitoren sollte die Auflösung 1024 x 768 Bildpunkte betragen, ab 19 Zoll wird eine Auflösung von mindestens 1200 x 1024 Bildpunkten empfohlen.

Die Nutzung von Farbbildschirmen gehört mittlerweile zum technischen Standard. Da die Verwendung von Farben zu einer erhöhten Beanspruchung der Benutzer führen kann, sollten Farben nach inhaltlichen Gesichtspunkten eingesetzt werden. Steht das Lesen von Informationen oder das Bearbeiten von Texten im Vordergrund, sollte eine Schwarzweißdarstellung bevorzugt werden. Werden mit Farben Informationen transportiert (z. B. rot = Halt, gelb = Achtung, grün = o.k.) können Farben zusätzlich verwendet werden. Grundsätzlich gilt jedoch, dass durch Farbe der Kontrast zwischen Zeichen und Hintergrund verringert wird und Farbbildschirme in der Regel oft erhebliche sogenannte Konvergenzfehler aufweisen, die die Zeichenschärfe ungünstig beeinflussen.

Bei Bildschirmen, die nach dem CRT-Prinzip funktionieren, wird das Bild Zeile für Zeile aufgebaut. Damit das Auge diesen Bildaufbau nicht mehr wahrnimmt, muss er mit einer bestimmten Bildelementfolgefrequenz (oder Bildwiederholfrequenz) erfolgen. Obwohl auf die Flimmerfreiheit weitere Einflussgrößen wirken (Nachleuchtdauer der verwendeten Leuchtstoffe, mittlere Leuchtdichte der Anzeige, die Anzahl der vom Kathodenstrahl angesteuerten Bildpunkte und der Bildaufbau im Interlaced oder Non-Interlaced Verfahren) ist es üblich, die Bildelementfolgefrequenz als hauptsächliche Einflussgröße zu spezifizieren. Da die Größe der Anzeigefläche die Wahrnehmung von Flimmern entscheidend beeinflusst, richtet sich die notwendige Bildelementfolgefrequenz nach der Bildschirmgröße. Bei 15-Zoll-Monitoren sollte die notwendige Bildwiederholfrequenz mindestens 73 Hz betragen, 17-Zoll-Bildschirme sollte eine Bildelementfolgefrequenz von mindestens 85 Hz aufweisen. Bei 19, 20 oder 21 Zoll großen Geräten sollten 90 bis über 100 Hz als Bildelementfolgefrequenz realisiert werden.

Das Bild muss stabil sein und darf keine Verzerrungen aufweisen. Dies bedeutet zunächst, dass das Bild nicht zittern darf. Als Regel gilt, dass alles, was an Störungen der Bildstabilität wahrnehmbar ist, bereits oberhalb der Grenzwerte liegt und damit nicht zulässig ist. CRT-Geräte weisen vor allem in den Eckbereichen des Bildschirms Veränderungen der Zeichengeometrie auf. Die Rechtwinkeligkeit von Zeilen und Spalten muss aber überall auf dem Bildschirm erhalten bleiben. Kreise dürfen nicht zu Ellipsen werden. Auch hier gilt: Was an Störungen in der Bildgeometrie wahrnehmbar ist, liegt bereits außerhalb der tolerierbaren Grenzwerten.

Um Gefährdungen der Gesundheit auszuschließen muss der Bildschirm strahlungsarm sein. Damit das Kriterium der Strahlungsarmut erfüllt wird, müssen die Grenzwerte der seit 1990 geltenden MPR II des schwedischen Mess- und Prüfrates eingehalten werden. Ein entsprechender Hinweis findet sich entweder am Gerät selbst oder auch in der Bedienungsanleitung. Die Erfüllung der MPR II Grenzwerte wird auch bei der Vergabe der meisten, weiter unten diskutierten Prüfsiegel vorausgesetzt.

Nach Anhang Nr. 1 der Bildschirmarbeitsverordnung müssen die auf dem Bildschirm dargestellten Zeichen scharf und deutlich lesbar sein. Voraussetzung hierfür ist ein Mindestkontrast, der das Verhältnis der höheren Leuchtdichte zur niedrigen Leuchtdichte beschreibt und mindestens 3 zu 1 betragen muss. Die Zeichenkonturen müssen scharf sein und der Schärfe gedruckter Zeichen ähneln. Verwaschungen der Zeichenkonturen dürfen nicht vorkommen. Die Leuchtdichten und Kontraste auf dem Bildschirm sollten so gewählt werden, dass Blendungen und ständige Helldunkel-Anpassungen des Auges vermieden werden. Hierzu sind mittlere Leuchtdichten von ca. 100 cd/m² empfehlenswert. Sie dürfen jedoch keinesfalls unter 35 cd/m² liegen.

Die hauptsächlich von der verwendeten Software abhängigen Zeichen müssen gut erkennbar sein, so dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Eine Überprüfung kann zum Beispiel an den Zeichen 0 und O, U und V, S und 5 vorgenommen werden.

Um negative Beanspruchungen des Auges zu vermeiden sollten Sehabstände zum Bildschirm eingehalten werden, die oberhalb von 50 cm liegen, besser jedoch 60 bis 70 cm betragen. Die Schrifthöhe der Zeichen muss auf den Sehabstand zum Bildschirm angepasst sein. Bei einem Sehabstand zum Bildschirm von 50 cm müssen Zeichen minimal 2,9 mm hoch sein, um gut und sicher erkannt zu werden. Bei einem Abstand von 60 cm beträgt die minimale Schrifthöhe 3,5 mm, bei 70 cm sind es 4,1 mm.

Um eine leichte Bedienbarkeit des Bildschirmgerätes zu gewährleisten, sollten alle Einstellungen (Ein-Aus, Kontrast, Helligkeit) von der Frontseite des Gerätes aus möglich sein. Wird das Gerät über einen längeren Zeitraum nicht benutzt, so sollte sich der Bildschirm automatisch verdunkeln, um den Bildschirm zu schonen und Strom zu sparen.

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3. Bildschirme mit LCD-Technologie

Beim Liquid-Crystal-Display (LCD; Flüssigkeitskristallbild) wird polarisiertes Licht durch eine Schicht aus Flüssigkeitskristallen geleitet. Je nach elektrischer Aufladung wird Licht an einem Bildpunkt hindurchgelassen oder nicht. Farbe wird durch unterschiedliche Filtermasken erzeugt. Bei LCD-Bildschirmen wird zwischen sogenannten Aktiv- und Passivmatrixbildschirmen unterschieden. Passivmatrixbildschirme (DSTN = Double-Super-Twistet-Nematic) weisen konstruktionsbedingt jedoch störende Streifen und Geisterspuren (sogenanntes ghosting) auf, wodurch diese Technik als überholt gelten kann. Aktivmatrixbildschirme (TFT = Thin-Flat-Transistor) ermöglichen die Ansteuerung von Pixeln und Unterpixeln wodurch Nachleuchtspuren und das sogenannte "ghosting" deutlich verringert werden. Nachfolgend werden solche Kriterien spezifiziert, die Unterschiede zur CRT-Technologie aufweisen.

Hinsichtlich der Größe des Monitors ist zu beachten, dass bei LCD-Bildschirmen die Bildschirmdiagonale der effektiven, das heißt sichtbaren Bildschirmdiagonalen, entspricht. Ein 15-Zoll-LCD-Monitor hat somit ein sichtbares Bild von 38 cm und entspricht einem 17-Zoll-CRT-Gerät. Aufgrund der Art der verwendeten Technik sind LCD-Monitore grundsätzlich flimmerfrei, da ihr Bild durch einen kleinen Puffer bis zur nächsten Zeilenansteuerung stabil bleibt. Da die Transistoren der Matrix einzeln angesteuert werden, werden Zittern oder auch Konvergenzfehler, wie beim CRT-Gerät, konstruktionsbedingt vermieden. Auch hinsichtlich der Zeichengeometrie weist der LCD deutliche Vorteile im Vergleich zum CRT auf. Da das Display plan ist, treten auch in den Eckbereichen keine Verzerrungen auf.

Aus den zuvor dargestellten Merkmalen des LCD ergibt sich, dass auch hinsichtlich der Zeichenschärfe Vorteile im Vergleich zur CRT-Technologie zu erwarten sind. Allerdings sollte auch beim LCD auf eine ausreichende Auflösung (mindestens 1024 x 786 Bildpunkte) geachtet werden. Hinsichtlich der weiteren Anforderungen an die Zeichendarstellung gelten die beim CRT-Gerät spezifizierten Kriterien.

Konstruktionsbedingt emittiert der LCD keine Strahlung, so dass elektromagnetische nieder- oder hochfrequente Felder, die durch ein Kathodenstrahlröhrengerät erzeugt werden, ausgeschlossen sind.

Die Bildqualität, insbesondere die Farbdarstellung, ist bei LCD-Geräten abhängig vom Blickwinkel. Gute Geräte erlauben aber seitliche Blickwinkel auf das Display, die ähnlich gute Kontraste und nur geringe Einbußen in der Farbdarstellung im Vergleich zu einem CRT-Gerät ermöglichen.

Zusammengefasst liegen die Vorteile der LCD-Technik in den folgenden Aspekten:

  • strahlungsfrei
  • flimmerfrei
  • gute Bildgeometrie, auch an den Bildschirmecken
  • geringe Reflexionen durch planes Display
  • stabiles Bild mit hoher Zeichenschärfe und guten Kontrasten
  • platzsparend im Vergleich zum CRT, so dass gute Sehabstände zum Display auch bei herkömmlichen Tischtiefen (80 cm) erzielt werden können.

Die Nachteile der LCD-Technologie liegen vor allem:

  • im immer noch deutlich höheren Preis im Vergleich zur CRT-Technologie
  • in der Abhängigkeit der Bildqualität vom Blickwinkel, zumindest bei qualitativ weniger guten Geräten.

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4. Ergonomische Aufstellung des Bildschirmgerätes

Nachfolgend werden solche ergonomischen Kriterien im Überblick dargestellt, die im Zusammenhang mit der Aufstellung des Bildschirmes (unabhängig vom verwendeten Gerätetyp) von Bedeutung sind:

Der dreh- und neigbare Monitor sollte so eingestellt werden, dass die oberste Bildschirmzeile etwas unterhalb der Augenhöhe liegt. Empfohlen wird eine Neigung des Bildschirms von bis zu 20 Grand nach hinten, so dass eine entspannte Sitz- und Kopfhaltung möglich ist. Die Blickrichtung auf den Bildschirm sollte parallel zur Fensterfront und zur Leuchtenanordnung an der Decke verlaufen, um Blendungen und größere Helldunkelunterschiede zu vermeiden.

Der Bildschirm darf nicht über die hintere Tischkante hinausragen. Er muss rutschfest aufgestellt werden. Die Dreh- und Neigbarkeit darf nicht durch die Aufstellung anderer Geräte oder Utensilien eingeschränkt werden.

Auch bei optimaler ergonomischer Aufstellung und Berücksichtigung der entsprechenden Kriterien soll das Sehvermögen der Beschäftigten regelmäßig in arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen (G 37) überprüft werden.

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5. Prüfsiegel

Neben den bereits erwähnten MPR II Grenzwerten existieren für die Güteprüfung von Bildschirmgeräten eine Reihe von Prüfsiegeln, die neben der Strahlung auch ergonomische Kriterien berücksichtigen. Nachfolgend wird eine kurze Übersicht über die wesentlichen Prüfsiegel gegeben.

Das Prüfzeichen TÜV-Rheinland - Ergonomiegeprüft erhalten solche Bildschirme, die neben der Bildschirmarbeitsverordnung auch die Kriterien der DIN/EN/ISO 9241 Teil 3, 8 sowie einige weitere Kriterien (hinsichtlich der Bedienungsanleitung z. B. die DIN-Norm 8418) erfüllen. Das Prüfzeichen "Umweltgerecht konstruierte Arbeitsplatzcomputer" (RAL-UZ 78) wird auch Blauer Engel für Computer genannt und für solche Systeme vergeben, die einen Bildschirm nach der MPR II aufweisen, sowie einen umweltgerechten Flammschutz besitzen und die wichtigsten Sicherheitsregeln einhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann das GS-Zeichen noch nicht zur Einhaltung der Mindestanforderungen nach der Bildschirmarbeitsverordnung herangezogen werden, da es keine Prüfung auf Strahlungsarmut vorsieht. Enthalten sind aber die Anforderungen nach DIN/EN/ISO 9241 Teil 3 und Teil 8. Das Prüfzeichen der schwedischen Angestelltengesellschaft – TCO 92 – verschärft die in der MPR II enthaltenen Kriterien zur Strahlungsarmut und fordert zusätzlich ein Powermanagement für den Bildschirm, das heißt eine Abschaltung des Bildschirmes bei Nichtbenutzung. Eine Weiterentwicklung der TCO 92 liegt mit der TCO 95 und TCO 99 vor. Im Vergleich zur TCO 92 werden zusätzlich ergonomische Kriterien und die Umweltverträglichkeit berücksichtigt, wobei diese sich nicht nur auf den Bildschirm, sondern auf das gesamte PC-System beziehen.

Es empfiehlt sich also, bereits bei der Anschaffung eines Bildschirmes neben dem GS-Zeichen auch auf weitere Prüfsiegel, die die ergonomische Qualität berücksichtigen, zu achten (also vor allem die Siegel "TCO 99", "TÜV-Rheinland – Ergonomiegeprüft" oder den sogenannten "Blauen Engel").

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6. Tastatur und Maus

Bei Bildschirmgeräten, die der Bildschirmarbeitsverordnung entsprechen, muss die Tastatur getrennt vom Bildschirm aufstellbar sein. Zur Vermeidung ergonomisch ungünstiger Arbeitshaltungen oder Zwangshaltungen muss die Tastatur neigbar sein, wobei eine Neigung bis zu 15 Grand empfohlen wird. Die Bauhöhe darf, gemessen an der mittleren Tastenreihe (a bis ä), 30 mm nicht überschreiten. Die Tastatur muss sich rutschhemmend aufstellen lassen, so dass sie gegen unbeabsichtigtes Verschieben gesichert ist. Vor der Tastatur ist eine ausreichende Handauflagefläche vorzusehen, die eine Tiefe von 50 bis 100 mm aufweisen muss. Die Tastatur soll eine reflektionsarme Oberfläche aufweisen, das heißt der Glanzgrad der Tastatur und des Gehäuses sollte matt bis seidenmatt sein. Der Reflektionsgrad sollte bei 20 % bis 50 % liegen. Die Tastenbetätigung wird durch eine sichere Rückmeldung bestätigt. Tastenwege von 2 bis 4 mm, Tastendruckkräfte zwischen 0,5 bis 0,8 Newton und ein deutlich wahrnehmbarer Druckpunkt werden empfohlen. Um eine gute seitliche Fingerführung zu gewährleisten, sollten die Tasten konkav geformt (nach innen gewölbt) sein, und die Durchmesser bei 12 bis 15 mm liegen. Dunkle Zeichen auf hellem Grund sind, wie auch bei Papiervorlagen und der Zeichendarstellung am Bildschirm, anderen Darstellungsformen vorzuziehen. Neue Tastaturformen, die das Tastenfeld nicht nur in einen Block für die linke und einen für die rechte Hand teilen, sondern auch eine dachförmige Anordnung ermöglichen, können zur Vermeidung unnatürlicher Handhaltungen, Zwangshaltungen und den damit eventuell verbundenen Beanspruchungsfolgen (RSI-Syndrom) beitragen.

Obwohl es für die sogenannte Maus noch keine verbindlichen Gestaltungsrichtlinien gibt, sollten die folgenden Anforderungen aus ergonomischer Sicht eingehalten werden: Die Form der Maus sollte der Anatomie der Hand angepasst sein. Dies bedeutet, dass der Teil, der dem Handballen zugewandt ist, rund geformt ist. Zu den Fingern hin wird die Maus dann breiter, so dass sich die Finger natürlich spreizen können. Die Mausoberseite ist gewölbt und der vordere Teil ist niedriger als der hintere. Die Größe der Maus sollte der Größe der gewölbten Hand entsprechen, wobei unterschiedliche Mausgrößen für unterschiedliche Handgrößen empfohlen werden. Die Zuleitung zwischen Maus und Rechner oder Maus und Tastatur sollte so lang sein, dass Mausbewegungen nicht behindert werden. Kabellose Verbindungen können bei gut funktionierender Technik von Vorteil sein. Zwischen Mauspad und Maus muss ein guter Kontakt bestehen, der sich durch eine hohe Kontrolle über den Cursor bei gutem Gleiten und geringem Kraftaufwand auszeichnet.

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7. Verordnungen, Normen und Literatur

Bildschirm:

DIN EN ISO 9241: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten, Teile 3, 8
Bildschirmarbeitsverordnung: Anhang, Nr. 1-6, Nr. 18 und 19
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze - Leifaden für die Gestaltung (SP 2.1 - BGI 650)

Tastaturen:

DIN 2136: Büro und Datentechnik; Tastaturen Tastenpositionsbezeichnungen
DIN 2137: Büro und Datentechnik; Teil 2
DIN 2139: Alphanumerische Tastung, Tastenanordnung für Dateneingabe
DIN 9758: Büro- und Datentechnik; Numerische Tastaturen, Tastenanordnung für den numerischen Bereich
DIN EN ISO 9241: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten, Teil 4

Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz:

Richenhagen/Prümper/Wagner: Handbuch der Bildschirmarbeit, Luchterhand Verlag, (2. Auflage), Neuwied, Kriftel 1998.

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