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Beschluss des ABAS zur Einstufung des neuen Influenza A-Virus H1N1 in die Risikogruppe 2

Beschluss des ABAS vom 12.08.2009

Hintergrund:

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte nach dem Bekanntwerden des ersten Falles von Neuer Influenza A/H1N1 am 28.04.2009 in Deutschland den Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) um kurzfristige Einstufung des Virus gebeten.

Der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe hat daraufhin mit seiner Stellungnahme vom 04.05.2009 das neue Influenza A-Virus H1N1 unter Berücksichtigung der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Datenlage vorläufig in die Risikogruppe 3 eingestuft, mit der Maßgabe eine Überprüfung vorzunehmen, sobald neue Daten zur Bewertung der Humanpathogenität vorliegen.

Der UA 3 Einstufung hat unter Einbeziehung externer Wissenschaftler und hinsichtlich der gentechnisch veränderten Reassortanten in Abstimmung mit der ZKBS zunächst die Herabstufung der genannten Reassortanten in die Risikogruppe 2 geprüft und ein positives Votum abgegeben.

Weiterhin hat der Expertenpool des ABAS auf seiner Sitzung am 06.07.2009 empfohlen, den neuen Wildtypvirus in die Risikogruppe 2 einzustufen. Diese Empfehlung wurde durch den UA 3 Einstufung aufgegriffen und durch den Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe beschlossen.
Unter Berücksichtigung der "Einstufungskriterien für biologische Arbeitsstoffe" (TRBA 450, Stand 11/2004) wird die Einstufung des Influenza A-Virus H1N1 in Risikogruppe 2 vorgenommen, weil die Datenlage zum Wildtypvirus durch folgende Befunde gekennzeichnet ist:

Die epidemiologischen Daten zum ursprünglichen Schweinegrippevirus zeigen überwiegend leichte Krankheitsverläufe und belegen eine geringe Pathogenität für den Menschen trotz der weitläufigen Zirkulation des Erregers in der Bevölkerung. Die Letalität (geschätzt < 1%) ist vergleichbar zu den saisonal zirkulierenden humanpathogenen Influenzaviren. Aufgrund der Pandemiephase 6 ist die Verbreitung, die Virulenz und die Resistenz des Virus weltweit unter ständiger Beobachtung. Die erhobenen Daten werden als zuverlässig betrachtet. Die Sequenzen des Erregers zeigen keine auffälligen Mutanten, sodass die genetische Stabilität keine Zunahme der Resistenz erwartet lässt. Die Infektion ist gut diagnostizierbar. Eine wirksame Therapie steht zur Verfügung, da der Erreger empfindlich gegen Neuraminidasehemmer ist. Bisher sind nur wenige Einzelfälle von ersten Resistenzen beschrieben.

Beschluss des ABAS vom 12.08.2009:

Der ABAS beschließt den neuen Wildtypvirus Influenza A, Subtyp H1N1 [Pandemic (H1N1) 2009, new influenza A(H1N1), Influenza A(H1N1)v] in die Risikogruppe 2 einzustufen.