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Anforderungen an Gehbereiche

Richtwerte für die geometrische Gestaltung

Die folgende Tabelle gibt einige Richtwerte für die geometrische Gestaltung von Gehbereichen zur Vermeidung von Stolpern, Umknicken und Fehltreten an.

Gestaltungs- merkmalMaßangaben QuellenBemerkungen
Stufungen4 mmASR A1.5/1,2ohne Angabe der Fußbodenart; Allgemeine Formulierung: "Unter ebenen Bedingungen in Räumen gelten bereits Höhenunterschiede von mehr als 4 mm als Stolperstelle."
Stufungen4 mmDIN EN ISO 14122-2, DIN 24537-1, DIN 24537-3zwischen benachbarten Stoßstellen von Belägen
Ebenheitsabweichung von Bodenbelägen2 mm auf 10 cm (vom Nennmaß)BGR 142, BGR 157, DIN 18202identisch mit DIN 18318, DIN 18333, DIN 18352, DIN 18353, DIN 18367
Roste mit einer Maschenteilung35 x 51 mmASR A1.5/1,2
SpaltenBreite 20 mmASR A1.5/1,2ohne Angabe der Fußbodenart
SpaltenBreite 10 mmBGI 588Gitterroste in öffentlichen Verkehrswegen
Tiefe von Ablaufrinnen20 mmBGI 889abgerundete Ablaufrinnen, die farblich deutlich vom übrigen Bodenbelag abgegrenzt sind, diese sollten keine Verkehrswege kreuzen
Unterschneidung an offenen Treppenstufen3 cmDIN 18065


Weitere Richtwerte sind im Bericht "Vermeiden von Unfällen durch Stolpern, Umknicken und Fehltreten" zu finden.

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Trittsichere Bodenbeläge

Bodenbeläge, die in Arbeitsräumen mit Rutschgefahr verlegt werden, müssen bestimmte Anforderungsklassen erfüllen. Dies sind zum einen die R-Gruppen (Bewertungsgruppen der Rutschgefahr) sowie die V-Kennzahlen (für das Mindestvolumen des Verdrängungsraumes des Bodenbelages für das Absorbieren von Verschmutzungen). Die Anforderungen hängen von der Tätigkeit ab, die auf den Böden vorgesehen ist. Die Tabelle gibt Beispiele an. Diese wurden aus aus dem Anhang 2 der ASR A1.5/1,2 "Fußböden" entnommen.

Nr.Arbeitsräume, -bereiche und betriebliche VerkehrswegeBewertungsgruppe der Rutschgefahr (R-Gruppe)Verdrängungsraum mit Kennzahl für das Mindestvolumen
0Allgemeine Arbeitsräume und -bereiche
0.1Eingangsbereiche innenR9
0.2Eingangsbereiche außenR10 / R11V4 / -
0.3Treppen, innenR9
0.4AußentreppenR10 / R11V4 / -
0.5Schrägrampen, innen (z. B. Rollstuhlrampen, Ausgleichsschrägen)Eine R-Gruppe höher als für den Zugangsbelag erforderlich.V-Wert des Zugangsbelags, falls erforderlich.

Bodenbeläge für Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr sind entsprechend der Tätigkeit nach der Tabelle oder nach vergleichbaren Tätigkeiten auszuwählen. Zusätzlich sollen Beläge in benachbarten Arbeitsbereichen einen Unterschied von höchstens einer R-Gruppe aufweisen. Das Gleiche gilt auch für den Übergang von Innen- zu Außenbereichen und umgekehrt.

Diese Forderung kann unter Umständen aber zu erheblichen Unterschieden im Reibwert und damit zur Rutsch- oder Stolpergefahr führen. Die BAuA empfiehlt, für benachbarte Beläge einen Reibwertunterschied von maximal 0,2 einzuhalten. Des Weiteren wird durch die BAuA empfohlen, bei der Auswahl eines Belages einen Reibwertunterschied von maximal 0,2 für langsames und schnelles Gehen sowie für Gehen bei trockenem oder feuchtem Belag einzuhalten. Eine Einhaltung, Angabe oder Prüfung dieser Werte ist zurzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Messung der Reibwerte kann durch geeignete Prüfstellen durchgeführt werden.

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Gestaltung der Beleuchtung

Fehlende oder unzureichende Beleuchtung wird im Zusammenhang mit der Erhebung von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen als eine wichtige Unfallursache genannt. Zur Vorbeugung bzw. Vermeidung dieser Unfallgefahren werden an die Beleuchtung Mindestanforderungen gestellt, die in der Arbeitsstättenverordnung (Anhang 3.4 ArbStättV) verankert sind.

Diese grundlegenden Anforderungen konkretisiert die Arbeitsstättenregel (ASR) zur Beleuchtung:

  • ASR A3.4 "Beleuchtung"

und DIN Normen, z. B.

  • DIN EN 12665,
  • DIN EN 12464 (Teil 1 und 2),
  • DIN EN 1838,
  • DIN 5034,
  • DIN 5035

sowie Handlungshilfen der Unfallversicherungsträger, z. B.

  • BGI/GUV-I 7007,
  • BGI/GUV-I 856

und die Handlungshilfe des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik LV 41.

In den vorgenannten gesetzlichen Regelungen werden Mindestbeleuchtungsstärken vorgeschrieben, die einerseits für die Erfüllung der mit der Tätigkeit verbundenen Sehaufgabe erforderlich sind, z. B. 300 bis 500 Lux für einen Büroarbeitsplatz, aber andererseits auch für andere Bereiche, die keine direkten Arbeitsplätze sind, um Gefahren rechtzeitig erkennen und abwenden zu können, z. B.

in Gebäuden:

  • 50 lx für Verkehrsflächen und Flure (ohne Absätze und Stufen),
  • 100 lx für Verkehrsflächen und Flure (mit Absätzen und Stufen),
  • 100 lx für Treppen, Fahrtreppen, Fahrsteige, Aufzüge,
  • 100 lx für Lagerbereiche

im Freien:

  • 5 lx für Gehwege (ausschließlich für Fußgänger),
  • 10 - 20 lx für Verkehrsflächen.

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Sicherheitskennzeichnung und Sicherheitsmarkierungen zur Unterstützung der Wahrnehmung von Gefahrstellen

Gefahrstellen können durch eine geeignete Sicherheitskennzeichnung / Sicherheitsmarkierung besser wahrgenommen und damit Stolper-, Sturz- und Rutschunfälle vermieden bzw. verringert werden. Der Einsatz und die Gestaltung der Sicherheitskennzeichnung / Sicherheitsmarkierung ist dabei in europäischen Richtlinien, nationalen Normen und Technischen Regeln beschrieben.

Die Anforderungen für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung in Arbeitsstätten werden in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung" konkretisiert.

Zur Warnung vor speziellen Gefahren wie Stolpern, Abstürzen und Rutschen bzw. allgemein vor Gefahrstellen existieren folgende Warnzeichen (nach ASR A1.3):

W007 Warnung vor Hindernissen am Boden:

Warnzeichen: Warnung vor Hindernissen am Boden

W011 Warnung vor Rutschgefahr:

Warnzeichen: Warnung vor Rutschgefahr

W008 Warnung vor Absturzgefahr:

Warnzeichen: Warnung vor Absturzgefahr

W001 Allgemeines Warnzeichen:
Dieses Zeichen darf nur in Verbindung mit einem Zusatzzeichen angewendet werden, das die Gefahr konkretisiert.

Warnzeichen: Warnung vor einer Gefahrenstelle

Bei der Kennzeichnung von Hindernissen und Gefahrstellen sind gelb-schwarze Streifen (Sicherheitsmarkierungen) vorzugsweise für ständige Hindernisse und Gefahrstellen zu verwenden, z. B. Stellen an denen eine besondere Gefahr des Stürzens besteht. Bei lang nachleuchtender Ausführung wird die Erkennbarkeit von Hindernissen bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung erhöht.

Gelb-Schwarz-Streifen:

Gelb-Schwarz-Kennzeichnung

Rot-weiße Streifen sind vorzugsweise für zeitlich begrenzte Hindernisse und Gefahrstellen zu verwenden (z. B. Baugruben). Die Ausführung der Streifen hat den Forderungen der ASR A1.3 zu entsprechen.

Rot-Weiß-Kennzeichnung:

Rot-Weiß-Kennzeichnung

In der Arbeitsstätten-Regel ASR A1.5/1,2 "Fußböden" wird gefordert, dass Fußbodenstellen, an denen sich die Gefahr des Stolperns oder Ausrutschens technisch nicht vermeiden lässt, gemäß ASR A1.3 zu kennzeichnen sind, z. B. durch gelb-schwarze Streifen.

In der Arbeitsstättenregel ASR A1.8 "Verkehrswege" wird gefordert, dass Gefahrstellen auf Verkehrswegen mit Sicherheitskennzeichnung nach ASR A1.3 zu kennzeichnen sind, wenn diese nicht durch technische Maßnahmen beseitigt oder verhindert werden können. Jede Ausgleichsstufe in Verkehrswegen ist durch eine gelb-schwarz-gestreifte Markierung gemäß ASR A1.3 oder durch Trittleuchten in der Stufe deutlich zu kennzeichnen.

Weitere Hinweise sind im Bericht "Vermeiden von Unfällen durch Stolpern, Umknicken und Fehltreten" zu finden.