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Empirische Untersuchungen zur Nacht- und Schichtarbeit

Fachtagung Umsetzungsmodelle aus Industrie und Gesundheitswesen am 28. Oktober 1998 in Dortmund

Seit dem 1. Juli 1994 müssen die Anforderungen des Arbeitszeitgesetzes in Industrie- und Handelsunternehmen, und nach Auslaufen der Übergangsregelungen seit dem 1. Januar 1996 auch in Einrichtungen des Gesundheitswesens, umgesetzt werden. Dabei zeigt sich die Anwendung der gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zur Nacht- und Schichtarbeit als besonders schwierig. Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht stellt die Dauernachtschicht, also der Einsatz von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ausschließlich nachts und meist mit mehr als 4 Nachtschichten in Folge, ein besonderes Problem dar.

Eine Überprüfung durch die Arbeitsschutzämter von insgesamt 295 Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen ergab, daß in vier von fünf Krankenhäusern Schichtfolgen von sieben und mehr Nachtdiensten die Regel sind. Hinzu kommt, daß in zwei von fünf Häusern überlange Nachtdienste von mehr als zehn Stunden an der Tagesordnung sind.

Bisherige Versuche, den Nachtdienst neu zu gestalten, stoßen auf den massiven Widerstand nicht nur der Dauernachtwachen. Eine höhere gesundheitliche Belastung und die Unvereinbarkeit mit familiären Anforderungen werden z. B. von den überwiegend weiblichen Pflegekräften in den Krankenhäusern als zentrale Argumente gegen eine Verkürzung der Schichtfolgen ins Feld geführt. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Industriebetrieben befürchten bei einer Neugestaltung der Schichtpläne zunächst persönliche Nachteile, allerdings wird hier nach ausführlicher Information eine kürzere Nachtschichtfolge bei vielen Mitarbeitern begrüßt.

Praxisberichte über die Entwicklung neuer Nachtarbeitsregelungen und der in diesem Zusammenhang gesammelten Erfahrungen fehlen bisher. Hier setzt zum einen das Projekt "Gestaltung der Arbeitszeit in Krankenhäusern" an, das gefördert von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, derzeit an der Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) durchgeführt wird. Ziel dieses Projektes ist es, Alternativen zur Dauernachtarbeit zu entwickeln und die daraus resultierenden Veränderungen zu bewerten.

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) bietet das Projekt "Flexible Arbeitszeitorganisation", das im Rahmen der Modelle vorbeugender Struktur- und Beschäftigungspolitik vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt wird. Im Rahmen dieses Projektes werden kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung mitarbeiter- und wettbewerbsorientierter Arbeitszeitmodelle fachkundig unterstützt. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und damit der Beschäftigung ist in zahlreichen Unternehmen eine Ausweitung der Betriebszeiten unumgänglich geworden. Für die Schichtbetriebe bedeutet dies häufig nach entsprechender Genehmigung eine Hinzuziehung des Samstags und/oder des Sonntags zur Betriebs- und Arbeitszeit und somit wird eine menschengerechte Gestaltung der Nacht- und Schichtarbeit erforderlich.

Die im Rahmen der jeweiligen Projekte entwickelten neuen Nachtwachenregelungen bzw. neuen Schichtplanmodelle sowie die daraus resultierenden zeitlichen und organisatorischen Veränderungen wurden auf der Fachtagung "Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit" vorgestellt und mit Praktikern diskutiert. Die Veranstaltung wurde von der Sozialforschungsstelle Dortmund in Kooperation mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) am 28. Oktober 1998 in der Deutschen Arbeitsschutzausstellung durchgeführt. Eine Teilnehmerzahl von über 200 Personen, von denen allein 117 direkt oder indirekt im Gesundheitswesen tätig sind, weist auf die Aktualität des Themas hin.

In der vorliegenden Dokumentation sind im Forum 1 die Tagungsbeiträge aus dem industriellen Bereich, die von der SIHK zu Hagen vorgestellt wurden, zusammengefaßt. Im Forum 2 sind die zentralen Beiträge für das Gesundheitswesen der Tagung dokumentiert.

 
C. Sczesny, U. Hellert:
Empirische Untersuchungen zur Nacht- und Schichtarbeit. Fachtagung Umsetzungsmodelle aus Industrie und Gesundheitswesen am 28. Oktober 1998 in Dortmund
1. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 2000. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Tagungsbericht, Tb 103)
ISBN: 3-89701-484-X, 96 Seiten, Papier



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
D 03134/Tb 103; B 03134/Tb 103; 0520/827

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