Untersuchungen typischer Unfallgefährdungen durch rotierende Maschinen
Die Vorschriften und Regeln zum Schutz vor rotierenden Maschinenteilen fordern fast ausnahmslos die Anwendung von feststehenden oder beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen. Es gibt jedoch Einsatzfälle, vor allem besondere Betriebszustände, wie das Anfahren, Abschalten, Erproben, Einrichten, Umrüsten, Programmieren, Fehlersuchen, Störungsbeseitigen, Materialstaubbeseitigen, Reinigen, Warten und das Inspizieren, bei denen auf trennende Schutzeinrichtungen vorübergehend verzichtet werden muss. Im allgemeinen dürfen bei diesen besonderen Betriebszuständen in Kombination mit gleichzeitigem Vorhandensein von zugänglichen rotierenden Maschinenteilen von Beschäftigten Tätigkeiten in der Nähe der Gefahrstellen nur bei bestimmten Maschinen-Betriebsarten, wie z. B. Tippbetrieb, Langsam- oder Kriechgang, ausgeführt werden. Daneben ist in Einzelfällen auch ein Eingreifen bei laufendem Betrieb in unmittelbarer Nähe von Gefahrstellen erforderlich. Dabei kann es dann, z. B. für Maschinenwerker, Einrichter oder Instandhalter, zu Gefährdungssituationen kommen, wobei schwere und tödliche Unfälle nicht auszuschließen sind. Für die betrachteten Einsatzfälle fehlen z. T. noch Gestaltungsparameter und Grenzwerte, wie z. B. zulässige Drehzahl, Durchmesser, spezifische Oberflächengestalt, oder vorhandene Gestaltungslösungen sind noch nicht ausreichend auf Verallgemeinerbarkeit überprüft worden.
Aus der Grundlage einer Auswertung des Vorschriften- und Regelwerkes, von maschinenspezifischen Risikobeurteilungen und von Laborversuchen wurden insbesondere für Fang- und Aufwickelstellen durch rotierende Maschinenteile Ansätze für weitere experimentellen Untersuchungen ableitet.
Untersuchungen typischer Unfallgefährdungen durch rotierende Maschinen.
1. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 2001.
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht, Fb 910)
ISBN: 3-89701-626-5, 116 Seiten, Papier
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