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Verminderung der Schwingungsexposition auf mobilen Arbeitsmaschinen durch Schwingungsschutzsitze mit geregelter Dämpfung

Der Isolierwirkung der handelsüblichen gefederten Fahrersitze mit passiver Dämpfung sind enge physikalische Grenzen gesetzt, denn die Mindestdämpfung, die zur Begrenzung der Sitzeigenschwingungen erforderlich ist, verringert die Sitzwirksamkeit bei den Hauptanregungsfrequenzen 2 bis 4 Hz. Ziel der Forschungsarbeiten war deshalb ein Sitz, bei dem die Dämpfung in Abhängigkeit von der Anregung am Kabinenboden automatisch, d. h. ohne Eingreifen des Fahrers geregelt wird.

Im Rahmen der Arbeiten wurden mehrere Regelungsalgorithmen aus der Literatur auf ihre Eignung hin rechnerisch untersucht. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der geregelten Dämpfung nach JOLLY et al. (1989), die sich den Berechnungen zufolge als besonders geeignet erwies, wurde ein kompakter Dämpfer mit magneto-rheologischer Flüssigkeit in einen modifizierten Seriensitz mit der Eigenfrequenz 1,3 Hz eingebaut.

Durch umfangreiche Prüfstandsversuche mit normierten Anregungen entsprechend EWG-Prüfrichtlinie 78/764 sowie Fahrversuche auf Ackerschleppern wurde die Wirksamkeit der geregelten Dämpfung überprüft. Die Verbesserung gegenüber der passiven Dämpfung ist vom Fahrzeug, der Fahrbahn und der Fahrgeschwindigkeit abhängig. Sie erreicht maximal 22 %, im Mittel über alle Fahrzeuge und Fahrstrecken etwa 10 %. Berechnungen ergaben, daß die Isolierwirkung des Fahrersitzes mit geregelter Dämpfung stark von der Sitzeigenfrequenz und der Sitzreibung abhängig ist.

 
Tattermusch, W.; Hauck, M.:
Verminderung der Schwingungsexposition auf mobilen Arbeitsmaschinen durch Schwingungsschutzsitze mit geregelter Dämpfung. 
1. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 1999. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht, Fb 863)
ISBN: 3-89701-419-X, 116 Seiten, Papier



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
D 03134/F 863; B 03134/F 863; 0640/905

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