Arbeitsschutzorganisation im Mittel- und Großbetrieben
Am 10.09.1996 fand in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unter Beteiligung von 80 Multiplikatoren und betrieblichen Experten der Workshop "Arbeitsschutzorganisation in Mittel- und Großbetrieben" statt.
Sein Entstehen verdankt dieser Workshop einem Gespräch von Vertretern der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. und der Henkel KGaA, bei dem verabredet wurde, ein Fachgespräch über die Organisation des Arbeitsschutzes in Großbetrieben mit Hilfe der BAuA zu organisieren. Hintergrund und Anlaß des Gespräches war das Bedürfnis, angesichts der Standortdebatte über optimale Organisationsstrukturen und höchstmögliche Synergieeffekte von Sicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb nachzudenken.
Ausgangspunkt für die konkrete Vorbereitung des Workshops war dann die Prämisse, daß neue Anforderungen an die Arbeitsschutzorganisation im wesentlichen auf folgenden Faktoren basieren:
a) Neuen rechtlichen Rahmenbedingungen, wie sie insbesondere im neuen Arbeitsschutzgesetz, das die EG-Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz in deutsches Recht umsetzt - zum Ausdruck kommen;
b) Neuen gesellschaftlichen Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz, die sich aus ökonomischen, sozialen, technischen und personellen Veränderungen ergeben.
In diesem Kontext stellt sich die Integration des Arbeitsschutzes in die betriebliche Aufbau- und Ablauforganisation als zentrale Aufgabe. Zu beachten sind hierbei Aspekte wie flache Hierarchien, dezentrale Strukturen und Gruppenarbeit.
Eine besondere Herausforderung an die Organisation stellt - unter Bezugnahme auf Sicherheit und Gesundheitsschutz - das sogenannte Outsoucing dar. Die Auslagerung von Unternehmensteilen und -aufgaben vergrößert den Bedarf an Koordinierung im Arbeitsschutz, dem organisatorisch entsprochen werden muß.
Dies steht in direktem Zusammenhang mit ganzheitlichen Beteiligungsmodellen. Solche Beteiligungsmodelle eines modernen Arbeitsschutzes erfassen zielgruppen- und tätigkeitsorientiert Akteure und Betroffene im Rahmen der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation. Arbeitsschutz ist in diesem Kontext nicht allein ein von oben verordnetes Regelwerk, sondern geht auf spezifische betriebliche Bedingungen ein und beachtet die Autonomie der Beteiligten.
Gemäß dieser Ausgangslage war der Workshop so konzipiert, daß neben übergreifenden Fragestellungen auch konkrete Handlungsfelder angesprochen werden sollten.
Wie die nachfolgenden Beiträge dieser Dokumentation zeigen, geht es dabei sowohl um eine Neuformulierung von Organisationszielen, die Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen gewährleisten sollen, wie auch um Fragestellungen, die weiter diskutiert und - vor allem durch Projektvorhaben - einer pragmatischen Lösung zugeführt werden sollen.
Zwischenzeitlich sind auf der Basis dieser Ergebnisse die Forschungsvorhaben
- "Beobachtung und Bewertung von Lösungsvorschlägen zur Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes in Mittel- und Großbetrieben" sowie
- "Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in zeitgemäße Führungskonzepte kleiner, insbesondere handwerklicher Betriebe"
vergeben worden, die detailliert weitere Kenntnisse und Erfahrungen aufarbeiten und Ausgangspunkt für neue Handlungsfelder und -hilfen für die betriebliche Arbeitsschutzorganisation sein sollen.
1. Auflage. Bremerhaven: 1997.
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsanwendungsbericht, Fa 39)
ISBN: 3-89701-050-X, 104 Seiten, Papier
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Informationszentrum
Postfach 17 02 02
44061 Dortmund
Tel. 0231 9071-2071
Fax 0231 9071-2070
info-zentrum@baua.bund.de
