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Verfahren zur wissenschaftlichen Begründung von Anlässen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Deckblatt des Berichtes Verfahren zur wissenschaftlichen Begründung von Anlässen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Festlegungen von Anlässen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen müssen begründet werden, da Untersuchungen Kosten verursachen, Risiken für die Beschäftigten beinhalten könnten, im Falle von Pflichtuntersuchungen in Persönlichkeits- und Grundrechte eingreifen und durch ihre schiere Masse den Betriebsarzt bei der Wahrnehmung eines modernen Rollenverständnisses behindern können. Die Höhe der Gefährdung (Gefährdungspotenzial) ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Bezugspunkt für die Begründung von Untersuchungsanlässen. Spätestens seit den Vorarbeiten zur Gefahrstoffverordnung von 2005 ist die zusätzliche Betrachtung von diagnostischem und präventivem Potenzial von Untersuchungen zum Standard bei rationalen Diskussionen um die Begründung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen geworden. Aufbauend auf diesem Grundgedanken wird im vorliegenden Aufsatz ein Begründungsschema vorgeschlagen. Grundlage ist eine Verknüpfung von Bewertungen der drei o. g. Potenziale mit Festlegungen für Vorsorgeuntersuchungen auf unterschiedlichem Verbindlichkeitsniveau (Wunsch-, Angebots-, Pflichtuntersuchung).

Für das Bewerten der Potenziale selbst werden wiederum Regeln vorgeschlagen. Diese Regeln gelten unabhängig von der Art der Gefährdung, also gleichermaßen für so unterschiedliche Tätigkeitstypen wie etwa Taucherarbeiten und Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen, und berücksichtigen den vorgesehenen Zeitpunkt der Untersuchung (Erstuntersuchung und Nachuntersuchung mit ihren Unterformen).

Im Ergebnis kann das vorgeschlagene Begründungsschema auf nachvollziehbare Weise für jede Konstellation aus Einwirkung (Tätigkeitstyp), tätigkeitsspezifischer Bedingung (z. B. Luftkonzentration) und Untersuchungszeitpunkt Begründungen für Wunsch-, Angebots- oder Pflichtuntersuchungen liefern. Das Vorgehen wird an einem Beispiel erläutert.

Das Gerüst des hier vorgestellten Verfahrens könnte Ausgangspunkt für eine Konsensbildung zum grundsätzlichen Vorgehen bei der Begründung von Vorsorgeuntersuchungen nach ArbMedVV sein.

 
P. Kujath:
Verfahren zur wissenschaftlichen Begründung von Anlässen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. 
2. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013. 29 Seiten, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 733 KB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
FD300/14(2)