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Methodenexperiment im Rahmen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2011/2012: Ein Vergleich von CATI, CAPI und CAWI

Deckblatt des Berichtes "Methodenexperiment im Rahmen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2011/2012: Ein Vergleich von CATI, CAPI und CAWI"

Im Rahmen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung (früher BIBB-IAB-Erhebung) werden seit 1979 Daten von Erwerbstätigen zu ihrer Arbeitssituation erhoben. Dabei wurden die Daten bis 1998/1999 mit persönlichen Interviews bei den Befragten zu Hause erhoben (CAPI; Computer-Assisted-Personal-Interviews). Bei der Befragungswelle 2005/2006 wurde die Erhebungsmethodik auf CATI (Computer-Assisted-Telephone-Interviews) umgestellt.

Zusätzlich zu den 20.036 mittels CATI durchgeführten Interviews der Hauptbefragung wurden im Rahmen des Projektes (im Auftrag der BAuA) jeweils 2.000 Personen mit CAPI und CAWI (Computer-Assisted-Web-based-Interviews) befragt. Zum einen sollte geprüft werden, ob sich alle drei Methoden für eine Erwerbstätigenbefragung eignen und zum anderen sollte untersucht werden, welche Unterschiede durch die Befragungsmethodik verursacht werden.

Es zeigt sich, dass CAPI und CATI gleichermaßen für eine Erwerbstätigenbefragung geeignet sind, wobei nahezu alle Gütekriterien bei der CAPI-Erhebung besser waren als bei CATI. Allerdings ist unter Berücksichtigung der Kostenaspekte CATI die effizientere Methodik. Bei CAWI gab es in der vorliegenden Studie erhebliche Einschränkungen. Zum einen gab es deutliche Unterschiede in der Stichprobenselektion, die auch mit Gewichtung anhand des Mikrozensus nicht auszugleichen waren. Zudem ist eine Interviewlänge von mehr als 20 Minuten bei CAWI als kritisch einzustufen.

Was die methodenimmanenten Unterschiede zwischen CAPI und CATI betrifft, sind für die Bildung der untersuchten Konstrukte (physische Arbeitsbedingungen, psychische Arbeitsbedingungen, psychovegetative Beschwerden, Muskel-/Skelettbeschwerden) vergleichbare Werte für Reliabilität und Validität mittels konfirmatorischer Faktorenanalysen und Strukturgleichungsmodellen festgestellt worden. Die Zusammenhänge zwischen den Konstrukten erweisen sich als stabil und vergleichbar in allen drei Befragungsmethodiken.

Die Ergebnisse weisen insgesamt darauf hin, dass CAPI und CATI zwar für eine Erwerbstätigenbefragung geeignet sind, ein Zeitvergleich über beide Methoden jedoch nicht ohne weiteres möglich ist.

 
M. Gensicke, N. Tschersich:
Methodenexperiment im Rahmen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2011/2012: Ein Vergleich von CATI, CAPI und CAWI
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014. 229 Seiten, Projektnummer: F 2296, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 6 MB)