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Ärztliche Untersuchungen von jungen Menschen unter achtzehn Jahren im Hinblick auf ihre Gesundheit und Entwicklung im Arbeitsleben in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten

Deckblatt des Berichtes "Ärztliche Untersuchungen von jungen Menschen unter achtzehn Jahren im Hinblick auf ihre Gesundheit und Entwicklung im Arbeitsleben in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten"

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die ärztlichen Untersuchungen im Rahmen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG), die Jugendliche bei Eintritt in das Arbeitsleben vor Überforderung, Überbeanspruchung und Gefahrenquellen am Arbeitsplatz entsprechend ihres Entwicklungsstands schützen sollen. Diese Untersuchungen erfolgen unter veränderten Rahmenbedingungen, wie z. B. einem veränderten beruflichen Tätigkeitsfeld sowie einer Veränderung des Anforderungsprofils der Jugendlichen. Daher stellt sich die Frage, ob die theoretischen und praktischen Konzepte zur Durchführung von Jugendarbeitsschutzuntersuchungen im Rahmen des Jugendarbeitsschutzgesetzes wirksam genug sind, um die oben genannte Zielsetzung zu erfüllen.

Aufgrund der Veränderungen in der Arbeitswelt als auch in der Entwicklung der Jugendlichen sowie der Erfahrungen bei der Umsetzung der ärztlichen Untersuchungen im Jugendarbeitsschutz ist die Frage zu beantworten, ob eine Novellierung der gesetzlichen Grundlagen oder/und der Umsetzung erforderlich ist. Aufgabe des vorliegenden Projektes ist, Erfahrungen anderer EU-Länder einzubeziehen. Hauptziel des Forschungsvorhabens ist demnach die Darstellung und Bewertung der gegenwärtigen Situation ärztlicher Untersuchungen junger Menschen im Hinblick auf ihre Gesundheit und Entwicklung im Arbeitsleben in den ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich und der Tschechischen Republik.

Bezüglich der Effizienz von Jugendarbeitsschutzuntersuchungen im Sinne eines angemessenen Schutzes vor Beeinträchtigungen sowie der Förderung von Gesundheit und Entwicklung Jugendlicher im Arbeitsleben erfolgt eine Gegenüberstellung mit dem deutschen System der Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Es werden Schlussfolgerungen abgeleitet sowie Vorschläge für die Umsetzung der Jugendarbeitsschutzuntersuchungen in Anlehnung an sich ändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen unterbreitet. Im Rahmen des vorliegenden Berichtes wurde die aktuelle Situation in Deutschland erfasst, Probleme und Fragestellungen aus der konkreten Umsetzung identifiziert und für die internationale Einordnung aufgearbeitet.

Für eine Effizienzbetrachtung von Jugendarbeitsschutzuntersuchungen im internationalen Vergleich bedarf es einheitlicher Kriterien, sodass zu diesem Zweck ein Kategoriensystem zur Bewertung entwickelt wurde. Die Entwicklung des Kategoriensystems erfolgte theoriegeleitet und wurde nach Vorliegen der Daten aller beteiligten Länder entsprechend überprüft und modifiziert.

Weiterhin wurde von den jeweiligen Länderexperten eine Selbsteinschätzung der Bewertung der Jugendarbeitsschutzuntersuchung in den beteiligten EU-Ländern vorgenommen. Hier ging es vordergründig um die Qualitätssicherung der Angaben in dem Kategoriensystem und zum anderen um die Selbstbewertung der Güte der entsprechenden Umsetzungsschwerpunkte in den einzelnen Ländern.

Basierend auf den so gewonnenen Erkenntnissen und dem Vergleich der deutschen Situation mit den europäischen Partnerländern konnten im abschließenden Kapitel Handlungsempfehlungen für das deutsche System abgeleitet werden. Im Vergleich zu den betrachteten europäischen Ländern hat Deutschland ein gutes Jugendarbeitsschutzgesetz und eine durchaus zufriedenstellende Umsetzung.

Es gibt kein System in den betrachteten EU-Ländern, das als Ganzes beispielgebend für Deutschland genommen werden kann. Unterschiede in Teilbereichen werden zur Umsetzung des Auftrages dahingehend untersucht, ob eine Übertragbarkeit auf das deutsche System zu einer Verbesserung der Effizienz und Wirksamkeit der Jugendarbeitsschutzuntersuchungen in Deutschland führen kann.

 
W. Kirch, K. Scheuch, M. Reichler, P. Looks, W. Hacker, N. Stab, Chr. Hillger:
Ärztliche Untersuchungen von jungen Menschen unter achtzehn Jahren im Hinblick auf ihre Gesundheit und Entwicklung im Arbeitsleben in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011. 227 Seiten, Projektnummer: F 2058, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 2 MB)