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Berufsspezifische Arbeitsunfähigkeit durch Muskel-Skelett-Erkrankungen in Deutschland


Deckblatt des Berichtes "Berufsspezifische Arbeitsunfähigkeit durch Muskel-Skelett-Erkrankungen in Deutschland"

Hintergrund: Zielgerichtete Prävention erfordert Kenntnisse über das berufsspezifische Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Aus epidemiologischen Studien ist bekannt, dass degenerative Muskel-Skelett-Erkrankungen in beruflichen Tätigkeiten mit hohen physischen Anforderungen überdurchschnittlich häufig auftreten. Unklar ist, ob und in welchem Ausmaß bei dem gegenwärtigen Wandel der Arbeitsbedingungen diese Erkrankungen auch heute noch in entsprechend belasteten Berufen häufiger zu finden sind. Aktuelle Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen zur Arbeitsunfähigkeit (AU) mit direktem Bezug auf das Risiko des Auftretens von spezifischen Muskel-Skelett-Erkrankungen in einzelnen Berufen liegen für Deutschland nicht vor.

Zielsetzung: Ziel der Studie war, das berufsspezifische Risiko des Auftretens von Arbeitsunfähigkeitsfällen und -tagen für einzelne degenerative Muskel-Skelett-Erkrankungen aus dem Kapitel M der ICD-10 bei Erwerbstätigen in Deutschland darzustellen.

Methode: Von vier gesetzlichen Krankenkassen (AOK-Bundesverband, BKK-Bundesverband, Technikerkasse, Gemünder Ersatzkasse) wurden für 2003 jeweils in aggregierter Form die Arbeitsunfähigkeitsfälle und -tage für Muskel-Skelett-Erkrankungen mit Schichtung nach Beruf (3-stellige Codierung), Alter (5 Altersklassen zwischen 15 und 65 Jahren) sowie Geschlecht angefordert. Berechnet wurde das altersstandardisierte Relative Risiko für das Auftreten von AU-Fällen und -Tagen in allen Berufen.

Ergebnisse: Durch die Aggregation der Arbeitsunfähigkeitsdaten der vier Krankenkassen umfasst der Datenbestand insgesamt 18,5 Mio. erwerbstätig Versicherte (10,6 Mio. Männer und 7,9 Mio. Frauen). Im Vergleich zur gesamten erwerbstätigen Bevölkerung in 2003 hat der Datensatz eine sehr hohe Repräsentativität. Erwartungsgemäß unterscheidet sich die Arbeitsunfähigkeit durch einzelne Muskel-Skelett-Erkrankungen zwischen Männern und Frauen. Sehr häufig sind Rückenerkrankungen, häufig sind auch Enthesopathien und Knieerkrankungen Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Die altersbezogene Zunahme der AU-Fallzahl ist in den einzelnen Diagnosen unterschiedlich. Für alle Einzeldiagnosen konnte ein charakteristisches Spektrum an besonders betroffenen Berufen nachgewiesen werden. Fast ausschließlich sind es Berufe mit hohen physischen Belastungen.

Diskussion: Arbeitsunfähigkeit aufgrund von degenerativen Muskel-Skelett-Erkrankungen tritt auch aktuell in einer Reihe von physisch belastenden Berufen überdurchschnittlich häufiger als in der Erwerbsbevölkerung auf. Über die berufsspezifische Auswertung der Krankheitsartenstatistik sind Präventionsschwerpunkte eindeutig identifizierbar.

 
F. Liebers, G. Caffier:
Berufsspezifische Arbeitsunfähigkeit durch Muskel-Skelett-Erkrankungen in Deutschland. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2009. 
ISBN: 978-3-88261-107-6, S. 244, Projektnummer: F 1996, Papier, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 2 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/FD400/25; DM19/FD400/25; D122/FD400/25