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047/15 vom 4. November 2015

Mit "BAuA-Praxis" zum Umgang mit Carbon Nanotubes beraten

Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien

Berlin - Ob in der Halbleiterproduktion oder beim Flugzeugbau, Kohlenstoffnanoröhrchen, kurz CNT für Carbon Nanotubes, finden sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften in immer mehr Werkstoffen. Dabei kann der Umgang mit diesem Nanomaterial gesundheitliche Risiken bergen. Um Betroffene im Rahmen der Vorsorge beraten zu können, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt eine Handreichung für Betriebsärzte und Arbeitsmediziner mit dem Titel "Arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung bei Tätigkeiten mit Kohlenstoffnanoröhren (CNT). Fragen und Antworten" veröffentlicht. Die erste Publikation in der neuen Reihe "BAuA-Praxis" gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und informiert über mögliche Aufnahmewege und Gesundheitsgefährdungen. Zudem geht sie auf Grenzwerte und Schutzmaßnahmen ein. Die praktische Hilfestellung für Arbeitsmediziner und Betriebsärzte kann außerdem zur Einarbeitung in das Thema CNT genutzt werden.

CNT ist ein Nanomaterial von sehr geringem Gewicht, mit elektrischer Leitfähigkeit und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten. Gegenwärtig wird es etwa in der Produktion von Akkus, Solarzellen, Chips, Sensoren und Transformatoren eingesetzt. In der Medizin werden CNT außerdem als Medikamententransporter in Blutbahnen getestet. Wie CNT auf den menschlichen Organismus wirken, ist derzeit noch unzureichend erforscht. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass starre Kohlenstoffnanofasern ab einer bestimmten Länge ähnliche gesundheitliche Gefährdungen verursachen können wie Asbestfasern. Tierversuche haben gezeigt, dass auch das Einatmen von Faserknäueln aus flexiblen CNT zu entzündlichen Reaktionen in der Lunge führen kann. Angesichts dieser unklaren Ausgangslage hat der Gesetzgeber in der "Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 527" Vorschriften erlassen, um Beschäftigte vor Belastungen beim Umgang mit Nanomaterialien einschließlich CNT zu schützen.

Laut dieser Bekanntmachung sind biobeständige, faserförmige und starre Nanomaterialien vorsorglich wie Stoffe mit möglicherweise karzinogenen Eigenschaften zu behandeln. Ein zentrales Element der Prävention ist dabei die allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung. Sie soll Beschäftigte über bekannte und angenommene Gefahren von Nanomaterialien informieren. Bisher fehlte es allerdings an geeignetem Informationsmaterial für diese Beratung zu CNT am Arbeitsplatz. Mit der vorliegenden Empfehlung schließt die BAuA diese Lücke.

Die BAuA-Praxis "Arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung bei Tätigkeiten mit Kohlenstoffnanoröhren (CNT). Fragen und Antworten" gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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