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015/15 vom 1. April 2015

Guter Praxis im Arbeits- und Gesundheitsschutz auf der Spur

BAuA-Bericht zu Erfolgsfaktoren des Arbeitsschutzes und der betrieblichen Gesundheitsförderung

Berlin - Der Arbeitsschutz ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und die betriebliche Gesundheitsförderung wird vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung dringend empfohlen. Dennoch lässt die flächendeckende Umsetzung sowie die Qualität solcher Maßnahmen noch sehr zu wünschen übrig. Ein Gutachten hat sich im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit den zahlreichen Interventionsstudien befasst. Der Bericht "Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung - vergleichende Analyse der Prädiktoren und Moderatoren guter Praxis" zeigt Bedingungen und Einflüsse auf, die die Umsetzung und das Qualitätsniveau der Maßnahmen potenziell beeinträchtigen oder fördern können. Dennoch können die Ergebnisse keine Blaupause für eine erfolgreiche Umsetzung solcher Maßnahmen sein. Dazu weist die Wirkungsforschung im Arbeits- und Gesundheitsschutz noch zu viele weiße Flecken auf.

Mit einer systematischen Metaanalyse extrahierten die Autoren Erkenntnisse aus 182 wissenschaftlichen Studien der Anwendungsforschung und ordneten sie verschiedenen Oberkategorien zu. Hierzu zählen unter anderem Aspekte der generellen Bereitschaft für Veränderungen auf individueller und organisationaler Ebene, Merkmale der Intervention und Merkmale der Prozessgestaltung. Anhand dieser Kategorisierung wurden die Faktoren darauf untersucht, ob sie einen förderlichen oder hemmenden Einfluss haben und an welcher Stelle sie den Wirkprozess beeinflussen. Beides ist für die erfolgreiche Umsetzung einer Intervention von zentraler Bedeutung.

Doch hier offenbart sich die Schwäche vieler Interventionsstudien im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Im Gegensatz zu Studien aus dem Bereich der Organisationsentwicklung finden sich kaum Erkenntnisse zum Einfluss von moderierenden Faktoren auf die nachhaltige Wirksamkeit von Interventionen. Zugleich zeichnet sich die Interventionsforschung durch eine "Theorielosigkeit" aus. Empirische Arbeiten befassen sich oft mit Maßnahmen der Verhaltensprävention und beschränken sich häufig auf die interne Gültigkeit.

Das Gutachten spricht sich für eine stärkere Evaluation auf wissenschaftlichem Niveau von Interventionen im Arbeits- und Gesundheitsschutz aus. Die guten konzeptionellen Ansätze im Arbeitsschutz und in der betrieblichen Gesundheitsförderung müssen ihre "Theorielosigkeit" überwinden. Hier könnten Ansätze und Modelle aus anderen Wissenschaftsbereichen wie beispielsweise der Organisationsentwicklung als Vorlage dienen, die entsprechend angepasst werden müssen.

G. Elke, J. Gurt, H. Möltner, K. Externbrink: "Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung - vergleichende Analyse der Prädiktoren und Moderatoren guter Praxis." 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2015. 301 Seiten. Der Bericht steht im Internet zum Herunterladen bereit: www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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