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010/15 vom 16. März 2015

Augen schützen - Tipps für Sonnengucker

Partielle Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Dortmund - Eine Sonnenfinsternis zu beobachten ist ein ganz besonderes Erlebnis. Am 20. März ist unter anderem in Deutschland und Österreich eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Die Bedeckung der Sonnenfläche liegt zwischen 82 Prozent in Flensburg und 62 Prozent in Klagenfurt. Viele Menschen werden das Naturschauspiel beobachten wollen. Doch Achtung: Sonnengucker müssen an den Schutz der Augen denken. Das Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geben deshalb Tipps, wie ein Blick auf die Verfinsterung der Sonne ohne Folgen bleibt. Als oberstes Prinzip der sicheren Sonnenbeobachtung gilt: den direkten Blick auf die Sonne mit ungeschützten Augen vermeiden.

Bei einem ungeschützten Blick in die Sonne treffen ultraviolette (UV) Strahlung, sichtbares Licht und infrarote (IR) Strahlung mit sehr hoher Intensität auf die empfindlichen Strukturen des Auges. Während die UV-Strahlung - mit Ausnahme eines geringen Anteils der UV-A-Strahlung - von den vorderen Augenmedien wie Hornhaut und Linse absorbiert wird, erreichen sichtbares Licht und nahes Infrarot (IR-A-Strahlung) die Netzhaut. Ein Blick in die Sonne kann die Netzhaut in kürzester Zeit so schädigen, dass das Sehvermögen bleibend eingeschränkt wird oder sogar vollends verloren geht. Das Fatale dabei: Es gibt kein Warnsignal. Netzhautschäden lösen keinen akuten Schmerz aus. Wenn die Schädigung des Sehvermögens bemerkt wird, ist es zu spät - eine bemerkbare Schädigung verzögert sich um mehr als zwölf Stunden. Die Schäden sind gesetzt und heilen nicht mehr. Deswegen ist oberstes Prinzip der sicheren Sonnenbeobachtung: direkten Blick auf die Sonne mit ungeschützten Augen vermeiden!

Als sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung gilt die Projektionsmethode durch eine Lochkamera (Camera obscura) auf einen Schirm. Aber auch spezielle, für die Sonnenbeobachtung geeignete Schutzbrillen kommen in Frage. Diese Brillen sollten zertifiziert sein und die CE-Kennzeichnung tragen. Geeignete Filter und Folien, zum Beispiel in Form der häufig angebotenen Folienbrillen weisen eine minimale optische Dichte von 5 auf. Das bedeutet, dass sie maximal etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchlassen. Diese Anforderungen gehen über die Filtereigenschaften normaler Sonnenbrillen weit hinaus.

Darauf sollten Sie achten:

  • Wie bei jeder Sonnenbeobachtung ist auch während der gesamten Dauer der Sonnenfinsternis für professionellen Augenschutz zu sorgen. Von der Industrie werden pappgefasste, in der Regel metallbedampfte Folienbrillen zur Sonnenbeobachtung angeboten ("Finsternisbrille/SOFI").
  • Diese Brillen müssen zertifiziert sein und die CE-Kennzeichnung tragen. Auch die Benutzungs- und Warnhinweise müssen vorhanden sein.
  • Die Schutzbrille ist intakt. Bei Folienbrillen darf die Folie keine Kratzer, Löcher, Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden.
  • Eine gute Schutzbrille verfügt über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren.
  • Hochgefährlich ist die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras, weil diese optischen Geräte die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln. Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument kann in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen. Im Fachhandel werden spezielle Filteraufsätze oder Folien angeboten. Die Filter müssen vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden. Dies gilt auch, wenn die Sonne durch den Mond teilweise verdeckt wird.
  • Keine Schutzmittel "Marke Eigenbau" benutzen. "Hausmittel" wie rußgeschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, CDs oder Ähnliches sind zur Sonnenbeobachtung ungeeignet und können gefährlich sein.
  • Normale Sonnenbrillen sind zur Sonnenbeobachtung nicht geeignet und dürfen nicht verwendet werden.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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