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007/15 vom 11. Februar 2015

Gutes Klima im Büro auch im Winter

Gesund am Arbeitsplatz durch die Heizperiode kommen

Dortmund/Dresden - Während der Philosoph Platon in seinem berühmten Höhlengleichnis den Schattenwurf des Feuers als Sinnbild für die vermeintliche Erkenntnis des Menschen skizzierte, so diente der inzwischen ausrangierte Show-Dampfer "Wetten, dass...?" über drei Jahrzehnte als sprichwörtliches Lagerfeuer, an dem sich die deutsche Fernsehnation samstagabendlich wärmen durfte. Woran erwärmt sich aber die millionenfache Schar der Beschäftigten an einem durchschnittlichen Werktag im Büro und welche Erkenntnis bringt ihm das Wissen über ein im wahrsten Sinnes des Wortes "gutes Arbeitsklima"? Hier gibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wichtige Tipps.

Ob behaglich warm oder leicht unterkühlt: die einzig richtige Wohlfühltemperatur gibt es jedenfalls nicht. "Behaglichkeit ist eine individuelle Empfindung", erläutert Dr. Kersten Bux von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. "Verschiedene Personen können die gleiche Temperatur als angenehm, zu warm oder zu kalt empfinden. Deshalb ist während der Heizperiode im Büro eine Temperatur zwischen 20 und 24 Grad empfehlenswert", ergänzt der Experte für Raumklima und weist auf die Arbeitsstättenregeln hin, die eine Mindesttemperatur von 20 Grad für leichte Tätigkeiten im Sitzen vorschreibt. Wärmer als 26 Grad sollte es aber auch nicht werden, denn "mit steigender Temperatur fühlen sich die Menschen weniger erholt und ihre Anstrengungsbereitschaft geht zurück", erklärt Dr. Bux.

Das Risiko eines Streits um die richtige Temperatur im gemeinsam genutzten Büro liegt bei 1:20. "Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa fünf Prozent der Befragten unzufrieden in Bezug auf die Behaglichkeit sind, obwohl die Raumtemperatur optimal eingestellt wurde", berichtet Dr. Bux. Bevor jedoch der Kampf ums Thermostat einsetzt, kann auch passende Bekleidung für die eigene Wohlfühltemperatur sorgen. Im Winter bewährt sich dabei die Zwiebeltechnik, bei der mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander getragen werden. Die Luft zwischen den Kleidungsstücken isoliert zusätzlich. Und wenn es zu warm wird, kann die oberste "Schicht" einfach abgelegt werden.

Angst vor hereinbrechender Kälte darf aber nicht das Lüften einschränken. Für normale Büroräume reicht dreiminütiges Stoßlüften pro Stunde. Während dieser Zeit wird zwar die Luft ausgetauscht, die Wände kühlen jedoch nicht aus. Zugluft sollte dabei vermieden werden. Angesichts hoher Energiepreise schont dieses Vorgehen nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Geldbeutel. "Am besten verlegt man das Stoßlüften in kleine Pausen", regt Dr. Bux an.

Kalte Luft ist trockene Luft. Deshalb benötigt die Haut im Winter besondere Pflege. Fettreiche Cremes für Hände und Gesicht beugen der Austrocknung vor und verhindern so quälendes Brennen und Jucken der Hautpartien. Ebenso sollte ausreichend getrunken werden. Hier reicht jedoch die normale Flüssigkeitsmenge von etwa zwei Litern pro Tag. Neueste Erkenntnisse gehen hingegen davon aus, dass diese Menge von Mensch zu Mensch variieren kann. Einzig das subjektive Durstgefühl sei maßgeblich, solange dieses nicht durch Alter oder Krankheit gestört sei.

"Eigentlich ist es einfach, im Büro gesund durch die Heizperiode zu kommen. Manchmal ist jedoch etwas Rücksicht nötig, damit das Klima im Büro stimmt", schließt Dr. Bux augenzwinkernd ab.

Mehr Informationen enthält die Broschüre "Gesundes Klima und Wohlbefinden am Arbeitsplatz", die es unter www.baua.de/publikationen im Internetangebot der BAuA gibt.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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