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056/14 vom 6. November 2014

Forschung: Produktsicherheitsportal der BAuA weiterentwickeln

Herausforderungen für Produktsicherheit durch Online-Handel

Dortmund - Amazon, Ebay, billiger.de und Co.: Der Internethandel boomt, was die jährlich steigenden Verkaufs- und Absatzzahlen beweisen. Doch dieser Trend hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Produktsicherheit. Die jetzt veröffentlichte Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) "Weiterentwicklung des Produktsicherheitsportals: Internethandel und Produktsicherheit" zeigt Möglichkeiten auf, wie die Sicherheit von Produkten gewährleistet und überwacht werden kann, wenn diese per Mausklick von Anbietern aus aller Welt direkt zum Kunden gelangen. Zudem gibt die Studie Hinweise, wie sich das Produktsicherheitsportal der BAuA verbessern lässt. Dazu gehören beispielsweise bessere Suchfunktionen und höhere Anwenderfreundlichkeit.

Neue Entwicklungen bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Das gilt auch für das Verhältnis zwischen Produktsicherheit und Internethandel. So gelangen Waren, die nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen, über das Internet viel leichter an Abnehmer wie Händler und Verbraucher. Auf diesem Weg entziehen sich die Waren, die teilweise erhebliche Gefahren für die Verbraucher bergen, der Kontrolle durch die Marktüberwachungsbehörden.

Beispiele für unsichere Produkte sind etwa Plagiate wie minderwertige Produktfälschungen oder billige "No Name"-Ware, die schlechter verarbeitet wurde als Markenprodukte. Vor allem technische Produkte wie elektrische Geräte oder Spielzeug können bei Mängeln eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit darstellen. Häufig lässt sich weder das Ursprungsland noch der Versandweg nachvollziehen. Viele dieser Produkte werden außerhalb des Wirkungsbereiches Europäischer Richtlinien für die Produktsicherheit gefertigt. Das Problem für die nationalen Überwachungsbehörden besteht in der eingeschränkten Möglichkeit zur Kontrolle der Waren, etwa durch die Entnahme von Stichproben.

Die Studie der BAuA zur Produktsicherheit beschäftigt sich damit, wie man rechtlich und technisch auf diese neuen Herausforderungen reagieren kann, um ein Höchstmaß an Produktsicherheit zu gewährleisten. Vor allem die rechtliche Situation bedarf einer neuen Betrachtung, wenn es um die konkrete Verantwortlichkeit für die Verstöße durch mangelhafte und gefährliche Produkte oder die Vertriebsmöglichkeiten an den Endverbraucher geht. Anonyme Testkäufe oder verbesserte, zielgruppenorientierte Informationen insbesondere für Käufer können dazu beitragen, dass gefährliche Produkte vom Markt verschwinden.

Die Ergebnisse helfen auch, das bereits bestehende Produktsicherheitsportal der BAuA nicht nur hinsichtlich des zukünftigen Umgangs mit dem Internethandel zu verbessern. So kann beispielsweise die Suche nach oder Meldung von gefährlichen Produkten einfacher gemacht werden. Beispiele aus anderen Ländern zeigen Möglichkeiten auf. Mit dem Gutachten leistet die BAuA einen aktiven Beitrag zum Verbraucherschutz.

Die BAuA-Studie "Weiterentwicklung des Produktsicherheitsportals: Internethandel und Produktsicherheit" gibt es im Internetangebot der BAuA unter der Adresse www.baua.de/publikationen.

"Weiterentwicklung des BAuA-Produktsicherheitsportals: Internethandel und Produktsicherheit"; Dagmar Gesmann-Nuissl; 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014; ISBN: 978-3-88261-028-4; 198 Seiten

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 650 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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