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053/14 vom 31. Oktober 2014

Factsheet: Arbeitsbedingungen am Bau

Baubranche: Trotz Technik harte Arbeit

Dortmund - Hohe körperliche Belastungen, ungünstige Umgebungsbedingungen, Leistungsdruck und Monotonie: Die Arbeit in Bauberufen ist, trotz technischen Fortschritts, häufig mit erschwerten Arbeitsbedingungen verbunden. Dabei gehört der Baubereich zu den Schlüsselbranchen in Deutschland. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) informiert mit dem Factsheet "Arbeitsbedingungen am Bau - Immer noch schwere körperliche Arbeit trotz technischen Fortschritts" über die Arbeitsbedingungen in der Bauwirtschaft. Basierend auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, fasst das BAuA-Factsheet die wichtigsten Ergebnisse zu Arbeitsanforderungen und Beanspruchungen übersichtlich zusammen.

Im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen weist die Baubranche eine erheblich höhere Zahl an Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen auf. Beispielsweise müssen viele, insbesondere ältere, in der Bauwirtschaft Tätige, ihren Beruf krankheitsbedingt vorzeitig aufgeben. Auch sind Bauberufe immer noch eine Männerdomäne. Das BAuA-Faktenblatt macht deutlich, dass körperlich schwere Arbeit und erschwerte Arbeitsbedingungen für Beschäftigte nicht ohne Folgen bleiben. Zu den branchentypischen körperlichen Anforderungen gehören die Arbeit im Stehen (92 %), die Arbeit mit den Händen (79 %), das Tragen schwerer Lasten (72 %) oder die Arbeit unter Zwangshaltung (64 %). Diese Anforderungen finden sich im Baubereich deutlich häufiger als bei Männern in anderen Berufen. Faktoren wie Witterungsbedingungen (79 %), Lärm (64 %) sowie monotone Tätigkeiten und Leistungsdruck kommen erschwerend hinzu. Dies spiegelt sich in den gesundheitlichen Beschwerden wider. Während 40 Prozent der Erwerbstätigen in Bauberufen vier und mehr Beschwerden im Muskel-Skelett-Bereich angeben, berichten in der Vergleichsgruppe nur 17 Prozent davon. Doch auch bei den psychosomatischen Beschwerden zeigen sich Unterschiede. So ist knapp jeder Vierte der in den Bauberufen tätigen Befragten beschwerdefrei (23 %). In der Vergleichsgruppe ist es mehr als jeder Dritte (35 %).

Um Risiken und Beschwerden vorzubeugen, sind Maßnahmen wie eine ergonomische Arbeitsgestaltung und die Einhaltung von Verhaltensregeln in der Baubranche besonders wichtig. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels können Arbeitsplätze mit verringerten körperlichen Belastungen dafür sorgen, dass Ältere ihrer Arbeit weiterhin nachgehen können. Im Sinne alternsgerechter Arbeitsbedingungen ist zudem eine stetige Gesundheitsprävention wichtig, die bereits bei den Jüngeren in Bauberufen ein Bewusstsein für sicheres und gesundes Arbeiten weckt.

Das Factsheet "Arbeitsbedingungen am Bau - Immer noch schwere körperliche Arbeit trotz technischen Fortschritts" steht als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen im Bereich BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 650 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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