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033/14 vom 18. August 2014

Factsheet: Unterstützung durch Vorgesetzte - Dreifach wichtig, einfach unterschätzt

BIBB/BAuA-Befragung nimmt Vorgesetzte unter die Lupe

Dortmund - Unterstützen Vorgesetzte ihre Mitarbeiter, so wirkt sich das positiv auf deren Gesundheit aus. Dies verdeutlich das neunte Factsheet zur BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 mit dem Titel "Unterstützung durch Vorgesetzte - Dreifach wichtig, einfach unterschätzt", das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Gute Führung erweist sich dabei als Ressource, wenn die Arbeitsaufgaben wegen ihrer Menge oder anderer Probleme nicht bewältigt werden können. Doch laut Stressreport 2012 der BAuA hat Deutschland im europäischen Vergleich einen deutlichen Nachholbedarf, was die Unterstützung durch Vorgesetzte angeht.

Die Unterstützung durch Vorgesetzte erfüllt drei wichtige Funktionen: Sie kann einerseits die Arbeitsbelastung der Beschäftigten verringern, indem Lösungswege aufgezeigt werden. Andererseits kann Unterstützung dem Auftreten von stressbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegenwirken. Drittens kann allein das Bewusstsein, sich im Ernstfall auf einen Vorgesetzten verlassen zu können, eine "puffernde" Wirkung auf Auftreten und Ausmaß von Stress haben.

Der Einfluss der Führungskraft auf die Arbeitsbelastung lässt sich am Beispiel des Termindrucks verdeutlichen. Während in der Gruppe derer, die häufig durch eine direkte Führungskraft unterstützt werden, 47 Prozent über häufigen Termindruck berichten, sind es in der Gruppe, die nie durch ihre Führungskräfte unterstützt wird, 59 Prozent. Die Unterstützung spiegelt sich auch in der eigenen gesundheitlichen Bewertung der Beschäftigten wider. Hier bezeichnet sich etwa jeder Dritte in der Gruppe, die gut durch ihre Führungskräfte unterstützt werden, als beschwerdefrei. Hingegen fühlt sich nur rund jeder siebte derjenigen beschwerdefrei, die nie Unterstützung durch ihren Chef erhalten.

Unterstützung durch direkte Vorgesetzte kann also das Stressempfinden vermindern und Arbeitsbelastung "abpuffern". Trotzdem können circa 40 Prozent der abhängig Beschäftigten nicht regelmäßig auf diese Hilfe und Unterstützung zurückgreifen. Dabei ist das Ausbleiben von Hilfestellungen häufig nicht dem fehlenden Willen geschuldet, sondern vielmehr dem mangelnden Bewusstsein für dessen Stellenwert. Das Factsheet plädiert daher dafür, dass Betriebe entsprechende Rahmenbedingungen für unterstützende Maßnahmen schaffen. Denn wenn es für Führungskräfte selbstverständlich ist, Hilfestellungen anzubieten, und Beschäftigte dazu angehalten werden, Probleme zu kommunizieren und Hilfsangebote zu erfragen, können alle nur profitieren.

Das Factsheet "Unterstützung durch Vorgesetzte - Dreifach wichtig, einfach unterschätzt" steht als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen im Bereich BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012.

Hintergrund:

Bei der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 handelt es sich um eine repräsentative Erhebung unter 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland. Durch sie werden differenzierte Informationen über ausgeübte Tätigkeiten, berufliche Anforderungen, Arbeitsbedingungen und -belastungen, den Bildungsverlauf der Erwerbstätigen sowie über die Verwertung beruflicher Qualifikationen gewonnen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 650 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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