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070/12 vom 18. Dezember 2012

Forschung: Gefährdungen durch manuelle Arbeit sicher beurteilen

Leitmerkmalmethode "Manuelle Arbeitsprozesse" der BAuA evaluiert

Berlin - Montieren, bohren, packen oder nähen - in der Arbeitswelt gibt es viele Tätigkeiten, die Finger, Hände und Arme belasten. Beanspruchende, sich ständig wiederholende manuelle Arbeit kann jedoch zu Verschleiß und Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems führen. Um diese Gefährdungen praxisnah zu beurteilen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Leitmerkmalmethode "Manuelle Arbeitsprozesse" weiterentwickelt. Zugleich wurde die wissenschaftliche Güte und Praxistauglichkeit der Bewertungsmethode untersucht. Der jetzt veröffentlichte BAuA-Bericht "Leitmerkmalmethode Manuelle Arbeitsprozesse 2011 - Bericht über die Erprobung, Validierung und Revision" bestätigt die Qualität des Verfahrens. Empfohlen wird eine aufgrund der Methodentestung überarbeitete Fassung für die betriebliche Praxis.

Nach den Leitmerkmalmethoden "Heben und Tragen" sowie "Ziehen und Schieben" stellte die BAuA 2007 die Leitmerkmalmethode "Manuelle Arbeitsprozesse" vor. Mittels eines Arbeitsblattes lassen sich Gefährdungen durch körperliche Belastungen bei der Arbeit beurteilen. Das aktuelle Projekt evaluierte den Methodenentwurf "Manuelle Arbeitsprozesse" von 2007 und sammelte Erfahrungen in seiner Anwendung.

Als Ergebnis schätzt die Leitmerkmalmethode "Manuelle Arbeitsprozesse" die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Beschwerden im Muskel-Skelett-System. Diese Schätzung stimmt bei Beschäftigten für Beschwerden in den Händen und Handgelenken sowie für Beschwerden in den Ellenbogen und Unterarmen sehr gut und für Schulterbeschwerden moderat mit der wirklichen Beschwerdehäufigkeit überein. Im direkten Vergleich mit anderen Methoden liefert die Leitmerkmalmethode ähnliche Ergebnisse. Wird sie von Experten aus Unternehmen angewandt, so kommen diese zu vergleichbaren Ergebnissen. Die Objektivität der Methode kann als gut bis moderat bezeichnet werden.

Um Fehler bei der Anwendung und Beurteilungsunterschiede zu verringern, wurden die Leitmerkmalmethode und die Anleitung angepasst. Zudem haben die beteiligten Wissenschaftler ausführliche Handlungshinweise mit Referenzbeispielen hinzugefügt. Die so überarbeitete Fassung der Leitmerkmalmethode "Manuelle Arbeitsprozesse" in der Version 2011 wurde ebenfalls erfolgreich evaluiert. Sie eignet sich für die Anwendung in Unternehmen.

"Leitmerkmalmethode Manuelle Arbeitsprozesse 2011 - Bericht über die Erprobung, Validierung und Revision"; Ulf Steinberg, Falk Liebers, André Klußmann, Hansjürgen Gebhardt, Monika A. Rieger, Sylvia Behrendt, Ute Latza; 1. Auflage Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012; ISBN: 978-3-88261-722-1; 203 Seiten. Der Bericht kann kostenlos über das Informationszentrum der BAuA telefonisch, 0231 9071-2071, per Fax, 0231 9071-2070 oder E-Mail, , bezogen werden. Eine Version im PDF-Format steht zum Herunterladen unter der Adresse www.baua.de/publikationen.

Mehr Informationen zu den Leitmerkmalmethoden der BAuA und den dazugehörigen Arbeitsblättern gibt es unter www.baua.de/leitmerkmalmethoden.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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