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028/12 vom 1. Juni 2012

Forschung: Gesundheitskompetenz lässt sich verbessern

Mehr Sicherheit im Betrieb durch informelles Lernen

Dortmund - Man lernt nie aus, heißt es im Volksmund. Doch lebenslanges Lernen bedeutet nicht, permanent in Seminaren zu sitzen. Vieles lernen wir heutzutage "informell". Besonders für den Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit spielt informelles Lernen eine große Rolle. Allerdings müssen die betrieblichen Rahmenbedingungen stimmen, wie eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit dem Titel "Sicherheits- und Gesundheitskompetenz durch informelles Lernen im Prozess der Arbeit" jetzt zeigt. Dann können Beschäftigte die nötigen Kompetenzen für sicheres und gesundes Arbeiten entwickeln.

Kompetenz für Sicherheit und die Gesundheit bedeutet, dass Menschen ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen so gestalten, dass sie gesund bleiben. Dazu gehört beispielsweise der selbstständige und verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken. Bei der Arbeit und in der Freizeit sollte die Frage "Was hält gesund?" eine zentrale Rolle spielen. "Zur Entwicklung dieser Kompetenzen können Fortbildungen einen Beitrag leisten. Mindestens genau so wichtig ist aber das informelle Lernen im Rahmen der beruflichen Tätigkeiten", erklärt Jörg Michel, Diplom-Sozialwissenschaftler bei der BAuA. Durch Erfahrung, Mitwirkung und Austausch lernen Beschäftigte im Betriebsalltag, wie präventiver Gesundheitsschutz funktioniert.

Das vorhandene Wissen über Sicherheit und Gesundheit sowie die entsprechenden Kompetenzen sind für Unternehmen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Denn gesundheitskompetentes Personal lebt gesünder und bleibt damit leistungsfähig. In Zeiten des Fachkräftemangels und älter werdender Belegschaften ist die Förderung von Gesundheitskompetenz deshalb eine der großen Herausforderungen der betrieblichen Personalarbeit. Wie die im Rahmen der BAuA-Studie durchgeführte Expertenbefragung zeigt, gibt es hier allerdings noch deutliche Defizite.

"Die Frage ist: Wie kann man das ändern?", sagt Michel. Eine positive Unternehmenskultur im Bereich Sicherheit und Gesundheit sei ebenso wichtig wie die Möglichkeit für Beschäftigte, sich gesundheitsgerecht zu verhalten. Außerdem müssen sie sich über Sicherheit und Gesundheit informieren und an der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen mitwirken können. Die BAuA-Studie untersuchte exemplarisch die Branchen Zeitarbeit und Pflege. Daraus wurden Handbücher entwickelt, die erläutern, wie sich eine lernförderliche Unternehmenskultur gestalten lässt.

Sicherheits- und Gesundheitskompetenz durch informelles Lernen im Prozess der Arbeit; Werner Hamacher, Clarissa Eickholt, Dr. Norbert Lenartz, Sonja Blanco; 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012; 415 Seiten. Der Bericht steht als PDF unter www.baua.de/publikationen auf der BAuA-Homepage.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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