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007/12 vom 24. Februar 2012

Forschung: Arbeitsmittel für Ältere sicherer machen

Ergonomie ist Schlüssel zur altersgerechten Arbeitsgestaltung

Dresden - Damit ältere Arbeitnehmer länger und sicher arbeiten können, müssen Arbeitsmittel und Arbeitsplätze an deren Fähigkeiten angepasst werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Forschungsbericht "Einflüsse altersabhängiger Veränderungen von Bedienpersonen auf die sichere Nutzung von Handmaschinen" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Bei der Hälfte der untersuchten Personen über 55 Jahren erwiesen sich anerkannt sichere Arbeitsmittel wie Handmaschinen wegen altersbedingter Veränderungen plötzlich als unsicher. Dies liegt auch an offensichtlichen Gestaltungsmängeln bei Maschinen seitens der Hersteller: Obwohl ergonomische Gestaltungsgrundsätze für Arbeitsmittel schon lange bekannt seien, würden die Hersteller von Handmaschinen diese nicht konsequent umsetzen, beklagen die Forscher.

Die Studie der BAuA untersuchte erstmals, wie sich mehrere gleichzeitig auftretende Belastungen wie Lärm, Kraftanstrengung, Staub, Feinmotorik und Sehfähigkeit auf Veränderungen der Sinne und Fähigkeiten von älteren Arbeitnehmern auswirken. Zu den in der Studie genannten Handmaschinen zählen unter anderem Winkelschleifer, Bohrmaschinen und Spritzpistolen beziehungsweise Hochdruckreiniger. Das Projekt untersuchte, wie sichere Arbeitsmittel konstruiert sein müssen, um auch den Anforderungen älterer Arbeitnehmer zu genügen.

Bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger wirken beispielsweise hohe Greif- und Haltekräfte auf den Körper. Außerdem kommt es wie beim Winkelschleifer und der Bohrmaschine zu einer Schwingungsbelastung des Hand-Arm-Systems. Bei diesen beiden Geräten ist darüber hinaus die Unfallgefahr besonders groß. Die Ergebnisse der Studie eignen sich deshalb auch für eine Gefährdungsbeurteilung, die den Aspekt des Alterns berücksichtigt.

Werden ergonomische Gestaltungsgrundsätze berücksichtigt, verbessert sich die Sicherheit bei der Handhabung der Maschinen. Das trägt auch dazu bei, dass sich der Anteil der eingeschränkt leistungsfähigen Arbeitnehmer verringert. "Dies erscheint unabdingbar im Hinblick auf die absehbare Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes", schreiben die BAuA-Forscher. Die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland sei älter als 40 Jahre und künftig werde das Durchschnittsalter der Beschäftigten weiter steigen.

Gleichzeitig kommen die Forscher zu dem Schluss, dass ältere Arbeitnehmer keineswegs automatisch leistungsschwächer werden: 50 Prozent der Versuchspersonen sind demnach ohne Probleme in der Lage, deutlich länger zu arbeiten.

Insgesamt raten die Forscher unter anderem dazu, die Schwingungsbelastung durch vibrationsmindernde Teile am Gerät zu senken. Im Rahmen der Studie wurden 81 junge und ältere Bediener von Handgeräten zu ihrer subjektiven Einschätzung der Belastung bezogen auf die Umwelt, die Maschine und sich selbst befragt. Interessanterweise fühlten sich die jüngsten Befragten (bis einschließlich 35 Jahre) bei fast allen Belastungen am stärksten belastet.

F 2118 "Einflüsse altersabhängiger Veränderungen von Bedienpersonen auf die sichere Nutzung von Handmaschinen"; Stephan Riedel, Frank Gillmeister, Jens Kinne; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012; ISBN: 978-3-88261-138-0; 158 Seiten. Der Bericht befindet sich als PDF unter der Adresse www.baua.de/publikationen auf der BAuA-Homepage.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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